Kaserne in Spandau

Pläne für GSG 9 in Berlin werden konkreter

Als neuer Standort ist das Gelände der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau im Gespräch.

Flüchtlinge auf dem Gelände der früheren Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau (Archivbild)

Flüchtlinge auf dem Gelände der früheren Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / dpa

Berlin. Die Planungen für einen Ausbau der GSG 9 werden konkreter. Die Eliteeinheit der Bundespolizei solle mit dem Aufbau eines zweiten Standorts in Berlin deutlich größer werden, sagte der Kommandeur der Einheit, Jérome Fuchs, im RBB Inforadio. „Wir reden über circa ein Drittel der aktuellen Stärke des Verbandes. Das ist auch die große Herausforderung für die GSG 9, den geeigneten Nachwuchs zu bekommen.“

Die genaue Zahl der GSG-9-Einsatzkräfte wird nach Angaben der Bundespolizei aus Geheimhaltungsgründen nicht bekannt gegeben. Grund für den zweiten Standort in Berlin sei die anhaltende terroristische Bedrohung. „Wenn man sich die vergleichbaren Terrorlagen anschaut europaweit, dann waren oftmals die Hauptstädte betroffen. Wir müssen uns auf jeden Fall in der Hauptstadt besser aufstellen. Die Zielrichtung ist klar: eine schnelle Reaktionsfähigkeit der GSG 9 in der Hauptstadt“, sagte Fuchs.

Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen

Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass es Pläne gebe, neben St. Augustin (Nordrhein-Westfalen) einen weiteren Standort für die GSG 9 aufzubauen. Damit sei ein Personalaufwuchs verbunden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag. Eine Entscheidung über den konkreten Standort sei aber noch nicht gefallen. Das werde in den nächsten Wochen oder Monaten passieren. Bis die zusätzliche Truppe am neuen Standort ihren Dienst aufnehme, werde es dagegen mehrere Jahre dauern.

Bereits im Juli 2017 berichtete die Berliner Morgenpost über Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), in Berlin eine Antiterroreinheit anzusiedeln. In ihr sollen Spezialkräfte aus Sondereinheiten wie der GSG 9, den „Hubschrauberstaffeln“ und dem Bereich „Personenschutz Ausland“ ihr Können „bündeln“, hieß es. Als möglicher Standort wurde die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau genannt.

Der Spandauer Bundestagsabgeordnete Swen Schulz begrüßte am Montag die Pläne des Bundesinnenministeriums, das Kasernengelände künftig zu nutzen. Die gerade erarbeitete Machbarkeitsstudie sei ein erster Schritt dazu. Als Nächstes stehe die Abstimmung mit dem Bundesbauministerium und dem Bundesfinanzministerium an, um das mit erheblichen Investitionen verbundene Vorhaben im nächsten Bundeshaushalt zu verankern. Gleichzeitig sei es „natürlich schade um die interessanten Pläne des Bezirks für das Kasernengelände“.

Als Alternative fordert Schulz die Entwicklung des bundeseigenen Geländes an der Neuendorfer Straße nördlich des Krankenhauses Spandau. „Dieses Gelände schreit nach einer Nutzung für Gesundheit, Bildung, Wissenschaft, Arbeit, Freizeit und Wohnen“, so Schulz. Er forderte Bezirk, Senat und Bund auf, sich darum zu kümmern.

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