Bauarbeiten

Im Spandauer Süden kommt es schon wieder zum Verkehrschaos

Ärgernis für Autofahrer: Wieder einmal wird auf den einzigen beiden Verbindungsstraßen nach Kladow zeitgleich gebaut.

Die zuständige Senatsverkehrsverwaltung kündigte erhebliche Verkehrsbehinderungen bis September an

Die zuständige Senatsverkehrsverwaltung kündigte erhebliche Verkehrsbehinderungen bis September an

Foto: dpa

Für Autofahrer im Spandauer Süden ist es schon ein gewohntes Bild: Während des morgendlichen Berufsverkehrs stauen sich die Autos kilometerlang Richtung Innenstadt, zur Rückfahrt am Abend geht schon auf der Heerstraße nichts mehr. Wieder wird auf der Potsdamer Chaussee gearbeitet. Dieses Mal wird der Radweg entlang der Bundesstraße 2 zwischen Grenzweg und Maximilian-Kolbe-Straße teils erst gebaut, teils erneuert. Dafür ist die Fahrbahn der Hauptverbindungsachse nach Norden auf Teilstücken halbseitig gesperrt.

Für rund 500.000 Euro aus Bundesmitteln wird der Radweg am westlichen Fahrbahnrand, der derzeit in Höhe Grenzweg endet, bis zur Einmündung der Engelsfelder Straße nach Seeburg verlängert. An dieser Kreuzung ist auch eine Bedarfsampel für Radfahrer geplant. Auf der östlichen Seite wird der gepflasterte Geh- und Radweg bis zur Maximilian-Kolbe-Straße durch eine Asphaltstrecke ersetzt, die bis zu 3,25 Meter breit wird.

Die zuständige Senatsverkehrsverwaltung kündigte erhebliche Verkehrsbehinderungen bis September an. Damit ist für Bewohner von Kladow und Gatow, aber auch für Pendler aus Potsdam ein Verkehrschaos programmiert. Denn auf der einzigen Parallelverbindung, der Gatower Straße, wird in diesem Sommer ebenfalls gebaut. Wegen der maroden Fahrbahndecke gilt dort aktuell ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern.

Bundespolitiker kritisiert Verkehrslenkung Berlin

Schon seit fünf Jahren ist der Umbau des Radweges an der Potsdamer Chaussee vorgesehen. Doch weder während der grundlegenden Instandsetzung der Bundesstraße im Jahr 2014 mit wochenlanger Vollsperrung noch während der Leitungsarbeiten der Firma Vattenfall unter dem Radweg im vergangenen Jahr gehörte die Grunderneuerung der Velostrecke zum Bauprogramm. Erst dieses Jahr gab der Bund die Mittel frei.

Der Spandauer Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) begrüßte zwar die Verbesserung des Fahrradweges. "Leider hat der Senat und die Verkehrslenkung Berlin jedoch mal wieder am grünen Tisch über den geeigneten Zeitpunkt entschieden", beklagte Wegner. Die zeitgleichen Bauarbeiten auf der Gatower Straße seien übersehen worden. "Dieses Husarenstück zeigt einmal mehr, dass die Bezirke deutlich mehr Kompetenzen bei der Baustellenkoordination benötigen und die eigentliche Verkehrslenkung Berlin abgeschafft werden müsste."

Die Senatsverwaltung für Verkehr weist das zurück. "Parallele Bauarbeiten lassen sich nicht immer verhindern", so Sprecher Matthias Tang. Auf Hinweis des Bezirkes sei eine verkehrstechnische Untersuchung durchgeführt worden. In der Folge sei die Länge der Wanderbaustelle auf der Potsdamer Chaussee auf 120 Meter halbiert und eine detektorengesteuerte Baustellenampel aufgestellt worden, die je nach Verkehrsdichte flexible Ampelphasen gestatte, erklärte Tang. Die Fachleute im Hause von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) empfehlen den Gatowern und Kladowern, den Baustellenbereich weiträumig zu umfahren. Eine Ausweichstrecke wollten sie allerdings nicht benennen.

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