Reinickendorf
Tunnel für 6 Wochen dicht

S-Bahn Berlin: Nord-Süd-Tunnel ab Freitag gesperrt

| Lesedauer: 6 Minuten
Dirk Krampitz
Bauarbeiten im Nord-Süd-Tunnel in Berlin finden jedes Jahr statt. Diesmal sind die Arbeiten bei der S-Bahn Berlin allerdings besonders umfangreich. Sie beginnen am 6. Januar und dauern bis Mitte Februar.

Bauarbeiten im Nord-Süd-Tunnel in Berlin finden jedes Jahr statt. Diesmal sind die Arbeiten bei der S-Bahn Berlin allerdings besonders umfangreich. Sie beginnen am 6. Januar und dauern bis Mitte Februar.

Foto: Felix Zahn / dpa

Der Nord-Süd-Tunnel wird für Wochen gesperrt. Die S-Bahn Berlin saniert dort Schienen. Es gibt einen Schienenersatzverkehr.

  • Der Nord-Süd-Tunnel der Berliner S-Bahn wird gesperrt.
  • Ab Freitag, 6. Januar, 22 Uhr kommt es bis Mitte Februar zur Sperrung.
  • Auf viele Linien der Berliner S-Bahn gibt es Änderungen.
  • Es wird ein Schienersatzverkehr eingerichtet.

Berlin. Wer Berlin von Norden nach Süden mit der Bahn durchqueren will, hat es derzeit schon nicht leicht. Seit 7. November herrscht Schienenersatzverkehr auf der Strecke der U6 zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel. Nun kommt auch noch eine Unterbrechung bei der S-Bahn Berlin hinzu: Der 90 Jahre alte Nord-Süd-Tunnel wird ab Freitag, 6. Januar, bis Mitte Februar saniert.

Zwar finden im Nord-Süd-Tunnel alljährlich Instandhaltungsarbeiten im Januar statt, da unter Tage auch bei Frost, Eis und Schnee gearbeitet werden kann. In diesem Jahr fallen allerdings mehr Arbeiten an der Sicherungstechnik, Gleisen und Weichen an.

Insgesamt werden diesmal 9100 Meter Schienen erneuert, 18.400 Meter Schienen geschliffen, 17 Weichen instandgesetzt, 700 Schwellen erneuert und 22 Schienenschmierapparate zur Minderung der Belästigung durch quietschende Schienen erneuert. Der Nord-Süd-Tunnel hat auch schon 90 Jahre und eine Sprengung samt Grundwassereintritt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs auf dem Buckel.

S-Bahn Berlin: Nord-Süd-Tunnel wird für sechs Wochen gesperrt

Die vielgenutzte Verkehrsachse wird für insgesamt sechs Wochen gesperrt – aufgeteilt in zwei Bauabschnitte. Betroffen davon sind die S-Bahn-Linien S1, S2, S25 und S26 – statt ihrer werden Busse eingesetzt.

Im ersten Bauabschnitt wird ab Freitag um 22 Uhr bis Freitag 27. Januar um 22 Uhr die Strecken Südkreuz/Yorckstraße (Großgörschenstraße) und Nordbahnhof gesperrt.

  • Die S1 fährt in der Zeit nur in den südlichen und nördlichen Abschnitten zwischen Wannsee und Yorckstraße (Großgörschenstraße) sowie zwischen Nordbahnhof und Oranienburg. Die sonst übliche Taktverdichtung zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz entfällt.
  • Die S2 fährt auf den Teilstrecken von Mahlow nach Südkreuz und von Nordbahnhof bis Bernau.
  • Die S25 verkehrt zwischen Teltow Stadt und Priesterweg sowie Gesundbrunnen und Hennigsdorf, im Nachtverkehr von Freitag auf Sonnabend sowie Sonnabend auf Sonntag von Teltow Stadt bis Südkreuz und Nordbahnhof bis Hennigsdorf.
  • Die S26 fährt zwischen Teltow Stadt und Priesterweg und zusätzlich Montag bis Freitag von Gesundbrunnen bis Waidmannslust.

Sperrung des Nord-Süd-Tunnels: Schienenersatzverkehr mit zwei Bussen

Etwas unpraktisch für die Fahrgäste ist, dass der Bus-Ersatzverkehr zwischen den Bahnhöfen auch noch in zwei Teilstrecken geteilt ist. „Grund sind die Reisendenströme, bzw. das Verkehrsaufkommen entlang der gesperrten Abschnitte“, erklärt ein S-Bahn-Sprecher.

Die Buslinie S1A verläuft entlang dieser Stationen:

  • Südkreuz
  • Schöneberg
  • Bushaltestelle Richard-von-Weizsäcker Platz (Halt für S-Bhf. Julius-Leber-Brücke)
  • Yorckstraße
  • Anhalter Bahnhof
  • Potsdamer Platz/Voßstraße
  • Bushaltestelle Behrenstraße/Wilhelmstraße (Halt für S-Bhf. Brandenburger Tor)
  • Friedrichstraße (Reichstagufer).

Wer dann noch weiterfahren muss, steigt in die Buslinie S1B um, die von der Friedrichstraße (Am Weidendamm) losfährt und folgende Strecke hat: Oranienburger Straße (Tucholskystraße) - U-Bhf. Rosenthaler Platz (Zusatzhalt) bis Nordbahnhof.

Nord-Süd-Tunnel der Berliner S-Bahn gesperrt - Ende Januar erfolgt nächster Bauabschnitt

Am 27. Januar um 22 Uhr beginnt dann die zweite Bauhälfte, die ebenfalls drei Wochen dauert bis zum 17. Februar um 22 Uhr. In dieser Zeit ist die Strecke von Südkreuz/Yorckstraße (Großgörschenstraße) bis Gesundbrunnen gesperrt.

  • Dann fährt die Wannsee-Bahn S1 nur bis Yorckstraße (Großgörschenstraße) und wieder von Gesundbrunnen bis Oranienburg. Auf Takt-Verstärkerfahrten zu Hauptverkehrszeiten wird verzichtet.
  • Die S2 fährt von Mahlow bis Südkreuz und von Ostkreuz bis Bornholmer Straße, im Nachtverkehr dann von Gesundbrunnen bis Bernau.
  • Die S25 fährt von Teltow Stadt bis Priesterweg und von Gesundbrunnen bis Hennigsdorf, im Nachtverkehr in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag von Teltow Stadt bis Südkreuz und von Wedding bis Gesundbrunnen und Hennigsdorf.
  • Die S26 fährt von Teltow Stadt bis Priesterweg und von Gesundbrunnen über Waidmannslust bis nach Frohnau.

Die Linien S45 und S46 werden verlängert

Zusätzlich werden während der gesamten Bauzeit zwei Linien verlängert: Die S45 fährt vom Flughafen BER über Südkreuz, Westkreuz und Gesundbrunnen weiter als S25 nach Hennigsdorf. S46 fährt von Königs Wusterhausen über Südkreuz, Westkreuz, Westend bis Gesundbrunnen. Wochentags fährt sie von dort weiter als S26 nach Waidmannslust und ab 27. Januar dann bis nach Frohnau.

Und auch im zweiten Bauabschnitt übernimmt wieder ein zweigeteilter Bus den Ersatzverkehr: Bus S1A fährt diese Strecke: Südkreuz - Schöneberg - Bushaltestelle Richard-von-Weizsäcker Platz (Halt für S-Bhf. Julius-Leber-Brücke) - Yorckstraße - Anhalter Bahnhof - Potsdamer Platz/Voßstraße - Bushaltestelle Behrenstraße/ Wilhelmstraße (Halt für S-Bhf. Brandenburger Tor) - Friedrichstraße (Reichstagufer).

Buslinie S1B startet an der Friedrichstraße (Am Weidendamm) und fährt dann folgende Stationen ab: Oranienburger Straße (Tucholskystraße) - U-Bhf. Rosenthaler Platz (Zusatzhalt) - Nordbahnhof - Humboldthain (Hochstraße) bis Gesundbrunnen (Hanne-Sobek-Platz).

Tipp von der S-Bahn: Am besten weiträumig umfahren

Es klingt kompliziert und es ist auch nicht ganz einfach. Die S-Bahn empfiehlt den Fahrgästen zur weiträumigen Umfahrung zwischen Südkreuz/Schöneberg und Gesundbrunnen die Ringbahn-Linien S41 und S42 sowie die über den westlichen Ring verlängerte S45 und S46. Zwischen Südkreuz, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof und Gesundbrunnen kann man auch die Regionalexpress-Züge RE3 und RE5 nehmen. Es werden also stressige sechs Wochen für alle, die in den Norden wollen oder von dort kommen.

Doch auch danach ist Aufatmen für die Bewohner von Alt-Tegel nur begrenzt möglich: Denn die Sanierung der U6 geht weiter. Täglich 25.000 Fahrgäste werden seit Anfang November zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel mit insgesamt 29 Gelenkbussen, die im 1,67 – 2-Minutentakt in jede Richtung unterwegs sind, transportiert. Die Sanierungsarbeiten laufen nach Plan, sagt die BVG. „Derzeit sind unsere Bauleute mit dem Rückbau der Strecke beschäftigt. Das beinhaltet den Abbau sämtlicher Streckenausrüstungen, der Zugsicherungssysteme und der Stromversorgung. Zusätzlich finden noch Vermessungsarbeiten statt.“ Nächster großer Meilenstein: Der Abbau der Brücke an der Seidelstraße ist für ein Wochenende im März geplant. Allerdings wird die gesamte Sanierungsmaßnahme erst im Frühjahr 2025 abgeschlossen sein.