Reinickendorf
Rollbergesiedlung

Die ersten 350.000 Euro für die Kinder im Problemkiez

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Krampitz
Staatssekretärin Ülker Radziwill (SPD, re.) übergibt einen Scheck in Höhe von 350.000 Euro an den amtierenden Superintendenten Volker Lübke (li.). Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD, Mitte) darf ihn fürs Foto auch mal halten.

Staatssekretärin Ülker Radziwill (SPD, re.) übergibt einen Scheck in Höhe von 350.000 Euro an den amtierenden Superintendenten Volker Lübke (li.). Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD, Mitte) darf ihn fürs Foto auch mal halten.

Foto: Kirchenkreis Reinickendorf_Hanna Halfon

Der Kirchenkreis Reinickendorf baut in der Rollbergesiedlung ein Familienzentrum und 125 Wohnungen.

Berlin.  Der Zuwendungsbescheid, den Reinickendorfs Bürgermeister Uwe Brockhausen (SPD) trägt, ist etwas größer. Schließlich ist es die Summe, für die er steht ja auch riesig: Mit 3,8 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ wird der Innenausbau des Familienzentrums und einer Kita der evangelischen Kirche in Reinickendorf mitfinanziert. „Die öffentliche Förderung in der Rollberge-Siedlung halte ich für außerordentlich wichtig, um attraktive Lebensverhältnisse und eine positive soziale Entwicklung in diesem Brennpunkt zu unterstützen“, freut sich Brockhausen über die erste Teilsumme von 350.000 Euro.

Hilfe für den Problemkiez

Symbolisch übergeben hat das kostbare Stück Pappe Ülker Radziwill (SPD), Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung: „Der FACE Campus ist ein zentrales Projekt im Quartiersmanagement Titiseestraße. Die Städtebauförderung leistet hier mit dem Programm Sozialer Zusammenhalt einen wichtigen Beitrag, um die in der Siedlung dringend benötigten Räumlichkeiten für das Familienzentrum und die Kita auszubauen.“

Die Rollbergesiedlung gilt als Problemkiez, die Kinderarmut liegt in der Siedlung seit mehr als zehn Jahren bei über 60 Prozent. Das FACE Familienzentrum hat am Standort Rollberge seit 2018 mit zwei Mitarbeiterinnen in einem kleinen Laden in der Titiseestraße 3. Vom großen Neubau versprechen sich alle Beteiligten eine positive Auswirkung auf den ganzen Kiez. „Wir unterstützen die Bewohner:innen in der Rollberge-Siedlung bereits mit Angeboten und können ihnen mit dem großen Neubau eine bessere Perspektive für ihren Lebensalltag geben. Deshalb freuen wir uns sehr über die Fördermittel für diese wichtige Kontaktstelle für soziale Arbeit vor Ort“, so Superintendent des Kirchenkreises Reinickendorf Volker Lübke.

Kinder Club und Bewegungsförderung

Im rund 750 Quadratmeter großen Familienzentrum werden dann „Frühe Hilfen“ – niederschwellige Angebote für Eltern ab der Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahre – angeboten. Darüber hinaus gibt es für Kinder im Grundschulalter den „Kinder Club“ u.a. mit offener Arbeit, Hausaufgabenhilfe und Bewegungsspielen. Der 90 Quadratmeter große Mehrzweckraum steht u.a. den Bewohner:innen des Quartiers für Versammlungen zur Verfügung. Die rund 630 Quadratmeter große Kita, die Platz für 80 Kinder hat, wird den Fokus auf Sprach- und Bewegungsförderung legen.

Rund sieben Millionen Euro investiert der Kirchenkreis in den Bau nicht nur von Familienzentrum und Kita, sondern auch von 125 Wohnungen. Von den Kosten werden rund 4,8 Millionen durch Förderungen und Kofinanzierung abgedeckt. Den größten Anteil machen dabei die 3,8 Millionen Euro aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ der Senatsbauverwaltung aus.

Die Bauarbeiten haben Mitte September begonnen. Die Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme ist im Frühjahr 2026 geplant.

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