Reinickendorf
Bildung

Bildungssenatorin schreibt den Scharfenberg-Schülern

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Dirk Krampitz
Ausriss aus der Antwort von Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) auf den Offenen Brief der Schüler der Schulfarm Insel Scharfenberg

Ausriss aus der Antwort von Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) auf den Offenen Brief der Schüler der Schulfarm Insel Scharfenberg

Foto: Dirk Krampitz

In dem Streit um die Neubesetzung des Schulleiter-Postens der Schulfarm hat sich Senatorin Busse nun direkt an die Schüler gewandt.

Berlin. Für Anrede und Abschiedsgruß hat die Senatorin zur breiten Feder gegriffen. Mit blauer Tinte schreibt Astrid-Sabine Busse: „Liebe Schülerinnen, liebe Schüler“. Ein bisschen verrutscht die Pädagogin und SPD-Politikerin nach unten bei ihrer Antwort an die Lernenden der Schulfarm Insel Scharfenberg.

Die hatten sich vor gut zwei Wochen in ihrer Not direkt an die Bildungssenatorin gewandt. Denn ihr derzeitiger Schulleiter Matthias Völzke wurde vor zwei Jahren nur kommissarisch eingesetzt. Die Schüler wollen ihn behalten. Denn Völzke hat die Schule, die lange ohne Führung war, wieder in geordnetes Fahrwasser gebracht. Nun wurde die Stelle mit Besoldungsstufe A16 neu ausgeschrieben. Auch Völzke hat sich beworben, er liegt aber nur bei Stufe E13.

Im Brief äußert die Senatorin erst einmal ihre Freude darüber, dass die Schüler sich engagieren und für ihre Schule einsetzten. Und sie lobt auch den aktuellen Schulleiter: „Es steht außer Frage, dass Herr Völzke sich seit Aufnahme seiner Interimstätigkeit angesichts der herausfordernden Situation, in der er die Schulleitung übernommen hat, Verdienste erworben hat.“ Doch nach den warmen Worten kommt die Senatorin zum Kern ihrer Antwort und da beruft sie sich auf Grundgesetz und Laufbahnrecht.

Die Verwaltung befürchtet Klagen

„Das Gesetz verpflichtet uns, darauf zu achten, dass das im Grundgesetz festgelegte Gebot der Bestenauslese bei der Auswahl des Schulleiters bzw. der Schulleiterin beachtet wird ...“ Derjenige, der am besten geeignet ist, habe die Stelle zu bekommen. Abgesehen vom Fairness-Gedanken spielt wohl auch die Angst vor einer Klage eine Rolle. Denn wenn ein abgelehnter Bewerber mit formal besserer Qualifikation klagen würde, würde er vor Gericht gewinnen.

Theoretische Gesetzestexte und formale Eignung interessieren die Schüler jedoch weniger als die Praxis. Warum ein Pädagoge, der in der Not gut genug war und zwei Jahre lang zur Zufriedenheit auch der Schulverwaltung die Schule geleitet hat, nicht ausgewählt wird, will den Kindern und Jugendlichen nicht in den Kopf. Und auch die Schulkonferenz hält zu Völzke und hat dem Vernehmen nach einen pragmatischen Vorschlag gemacht: Man solle die Stelle doch einfach für Besoldungsstufe E13 ausschreiben.

Das Gremium wartet allerdings noch auf eine Antwort auf sein Schreiben.

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