Reinickendorf
Grundschule

Nach Diebstahl: Fohlen-Statue kommt zurück

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60 Jahre stand die Bronze-Plastik in Form eines Fohlens vor der Renée-Sintenis-Grundschule in Frohnau. Nach einem Diebstahl wird sie nun zurückkehren.

60 Jahre stand die Bronze-Plastik in Form eines Fohlens vor der Renée-Sintenis-Grundschule in Frohnau. Nach einem Diebstahl wird sie nun zurückkehren.

Foto: Steffen Pletl

Vor einem Jahr wurde vor der Renée-Sintenis-Grundschule die Bronze-Plastik gestohlen. Viele Spenden ermöglichen die Rückkehr.

Berlin. Es war ein Schock für die Lehrer, Schüler und auch die Eltern, als ihr Wahrzeichen vor der Frohnauer Renée-Sintenis-Grundschule entwendet wurde. Nun die gute Nachricht: Die Fohlen-Statue wird neu gegossen. Möglich machen das viele Spender. Vor der Schule wird sie aber nicht mehr stehen.

Mehr als 42.500 Euro sind zusammengekommen. So viel ist auch nötig, da Guss, Transport, Aufstellung und Sicherung gegen einen erneuten Diebstahl viel Geld kosten. Die Grundschule konnte die ursprüngliche Gießerei Noack bereits für einen Abguss gewinnen, weil die Form noch vorrätig ist.

Dass es einen Ersatz für die Skulptur geben würde, war einige Monate nicht klar – Künstlerin Renée Sintenis hatte nämlich kurz vor ihrem Tod 1965 beschlossen, dass kein Abdruck mehr von einer ihrer Figuren hergestellt werden darf. Weil es sich im Fall in Frohnau aber um einen Ersatz handelt, sei das möglich, heißt es seitens der Grundschule.

Das „Große stehende Fohlen“ stand 60 Jahre vor der Renée-Sintenis-Grundschule

„Wir sind von der Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft überwältigt und bedanken uns von ganzem Herzen bei den vielen Spendern. Wir freuen uns auf die Rückkehr unseres Fohlens, der jetzt nichts mehr im Wege steht“, sagt Schulleiterin Kerstin Dzembritzki, die sich auch im Namen der Schüler, Eltern und Lehrer bedankt.

60 Jahre war die Bronze-Plastik der Mittelpunkt vieler Fotos. Neben dem ideellen und künstlerischen Wert stelle das Fohlen auch „einen entscheidenden Bezug“ zwischen Schule und Namensgeberin her. Es sei nicht nur das Fohlen, sondern auch ein Stück Frohnau sowie ein Teil der Kunst und Kultur der Grundschule gestohlen worden, sagte die Schulleiterin damals.

Das „Große stehende Fohlen“, wie die Plastik in der Fachwelt genannt wird, ist eine der letzten in Bronze gegossenen Arbeiten von Renée Sintenis in jenen Jahren, herrschte um 1940 doch ein Mangel an diesem für den Krieg benötigten Material.

Renée-Sintenis-Grundschule gestaltet Dankeskarten und Urkunden für die Spender

Das neue Fohlen soll in Zukunft im Foyer der Schule aufgestellt werden, um einen erneuten Diebstahl zu verhindern. Als Termin für die feierliche Enthüllung wird November dieses Jahres angestrebt. Dann erhalten alle Spender auch kleine Präsente. Die Initiatoren haben sich nämlich für alle Geldgeber etwas überlegt: So bekommt jeder eine von Schülerinnen und Schülern gestaltete Dankeskarte und wird zur Einweihungsfeier eingeladen. Ab einer Spende von 400 Euro gibt es eine Urkunde mit einer Briefmarke „Renée‑Sintenis“, auf der das Fohlen abgebildet ist. Ab 1000 Euro wird der Name, soweit gewünscht, auf einer Tafel erwähnt.

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