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Warum es den Igeln in Berlin schlechter geht

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Ein Igel schaut aus der Schale einer Waage. In der Igelstation Berlin-Hermsdorf kümmern sich Ehrenamtliche liebevoll um die Versorgung kranker und verletzter Tiere.

Ein Igel schaut aus der Schale einer Waage. In der Igelstation Berlin-Hermsdorf kümmern sich Ehrenamtliche liebevoll um die Versorgung kranker und verletzter Tiere.

Foto: Ingolf König-Jablonski/dpa-Zentralbild/ZB

In der Igelstation kümmern sich Ehrenamtliche um die Vierbeiner. Eine Pflegerin erklärt, warum sich die Lage für die Igel verschlimmert

Berlin. In Berlin verschlimmert sich die Lage von Igeln nach Einschätzung der Auffangstation in Hermsdorf zunehmend. „Die Tiere werden kränker, finden keine Nahrung und ihr Lebensraum wird zum Beispiel durch den Straßenbau eingeengt“, sagte Gabriele Gaede vom Verein Arbeitskreis Igelschutz Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Zudem würden infolge des Klimawandels viele Insekten sterben, von denen sich Igel ernährten. Dazu kämen Begleiterscheinungen des eingeengten Lebensraums der Tiere. „Besonders Mähroboter fügen den Tieren ganz, ganz schlimme Verletzungen zu“, so Gaede.

In der Auffangstation werden die stacheligen Vierbeiner aufgepäppelt und danach wieder ausgewildert. Rund 80 Igel pflegt Gaede nach eigenen Angaben täglich. Im Laufe des Winters werden weitere Tiere dazukommen, die in der Station überwintern. Erst im Frühling können sie wieder ausgewildert werden, wie sie erklärte. Die Igelpflegerin kann zwar nicht genau sagen, wie viele es in diesem Jahr wohl noch werden, aber nach ihrer Einschätzung werden es von Jahr zu Jahr mehr.

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Igel kommen im Frühling abgemagert aus ihren Unterschlupfen

Im Frühling und Herbst werden die meisten Igel in die Station gebracht. Laut Gaede sind die Tiere im Herbst vermehrt auf Nahrungssuche, weil sie sich Fettreserven für den Winterschlaf anfuttern müssen. Im Frühling hingegen kommen sie abgemagert aus ihren Unterschlupfen. Deshalb seien sie in diesen Jahreszeiten für die Menschen in ihren Gärten oder beim Spazieren sichtbarer.

Nach Angaben von Berlins Landestierschutzbeauftragten, Kathrin Herrmann, gehören Igel gemäß Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten wildlebenden Tierarten. „Für die Igel bedeutet das, dass sie nicht beunruhigt, ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen“, so Herrmann. Zudem sei es nicht erlaubt, die Lebensstätte der Tiere ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Die ehrenamtliche Arbeit der Auffangstation ist laut Herrmann unerlässlich für die Versorgung und Aufrechterhaltung der Igelpopulation in der Hauptstadt.

( dpa )