Blaualgen-Sorge

Badeverbot am Tegeler See: Gefahr für Kinder und Hunde

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Philipp Blanke und Charlotte Bauer
Eine Hündin läuft nach einem Bad im Tegeler See in Richtung Ufer.

Eine Hündin läuft nach einem Bad im Tegeler See in Richtung Ufer.

Foto: dpa

Laut Bezirksamt ist ein Hund wohl an einer Vergiftung mit Blaualgentoxinen gestorben. Ein weiterer zeigte Vergiftungssymptome.

Berlin. Nun also doch! Wegen gefährlicher Blaualgen ist das Baden im Tegeler See in Reinickendorf ab sofort verboten. Auch Hunde dürfen nicht mehr an die Badestellen mitgenommen werden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) am Montagnachmittag mit.

„Die toxinbildenden Blaualgen sind giftig und können vor allem für Hunde und Kinder, die gerne im Sand spielen, gefährlich werden“, sagte dazu Silvia Kostner, Pressesprecherin des Lagesos. Der Kontakt mit ans Ufer geschwemmten Algen sei unbedingt zu vermeiden. Zwei Hunde seien bereits an dem Gift gestorben, dass sie von den Algenresten abgeleckt haben. „Deshalb warnen wir präventiv.“ Am Mittwoch sollen neue Werte genommen und bis Freitag ausgewertet werden. „Wir hoffen natürlich, dass wir dann auch wieder Entwarnung geben können“, sagt Kostner. Viel könne man bis dahin nicht machen. Die Uferstellen sollen nun im ersten Schritt fachmännisch von den angespülten Algenresten gereinig werden. Doch das Problem ist, dass kontinuierlich neue Pflanzen ans Land gespült werden. Das Auftreten der Blaualgen komme daher, dass das Wasser noch zu kalt sei, erklärt Kostner. Normalerweise trete es häufig im Mai auf, was jedoch noch nicht so schlimm sei, weil zu dem Zeitpunkt noch keine Badesaison ist.

Doch wegen der langanhaltenden kühleren Temperaturen in diesem Jahr betrage die Wassertemperatur im Tegeler See gerade mal um die 16 Grad Celsius, was ziemlich kühl für diese Jahreszeit sei. Wenn das Wasser wärmer wird, ab einer Wassertemperatur von mehr als 20 Grad, ziehen die Blaualgen von alleine wieder weg, sagt Kostner. „Wir hoffen, dass dies schnell passiert und wir wieder entwarnen können.“

Im Jahr 2017 hatte der Tod von mehreren Hunden Schlagzeilen gemacht, die sich am Tegeler See aufgehalten hatten und bei denen das Gift Anatoxin A nachgewiesen worden war. Die das Gift produzierende Blaualgenart namens Cyanobakterium Tychonema ist eigentlich aus kalten, klaren und nährstoffarmen Gewässern Kanadas und Skandinaviens bekannt.

( Charlotte Bauer )