Reinickendorf
Flughafensee

Bezirk gibt neues Konzept für Flughafensee in Auftrag

Nach der Schließung des Flughafens Tegel soll das Gebiet neu gestaltet werden. So auch der Bereich rundum den Flughafensee.

Der Flughafensee in Tegel soll neu gestaltet werden.

Der Flughafensee in Tegel soll neu gestaltet werden.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Reinickendorf. Ein halbes Jahr nach Eröffnung des neuen internationalen Flughafens BER wird der Flughafen Tegel geschlossen – nach jetzigem Stand im Mai 2021. Auf dem Areal mit einer Größe von fast 500 Hektar wird sich in den folgenden Jahren viel verändern. Neben einem Forschungs- und Industriepark entstehen viele Wohnungen und Grünanlagen. Im Zuge dessen soll auch das Gebiet rundum den angrenzenden Flughafensee entwickelt werden, der sich in einer Randlage zwischen Flughafen, Justizvollzugsanstalt Tegel und Waldflächen des Tegeler Forstes befindet. Der Bezirk Reinickendorf hat nun eine Ausschreibung für ein neues Konzept für den Flughafensee veröffentlicht. Das Konzept muss bis zum Sommer 2021 vorliegen.

Die Ausschreibung richtet sich deutlich an Büros oder Arbeitsgemeinschaften mehrerer Büros, die die Themenbereiche Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Umweltplanung oder vergleichbare Fachrichtungen abdecken. Denn ganz so einfach ist eine Neugestaltung rundum den Flughafensee, der durch die Neugestaltung des ehemaligen Flughafengeländes zu einem zentralen Punkt wird, nämlich nicht. Es müssen nämlich auch Schutzzonen und –maßnahmen definiert werden, die dazu dienen Flora und Fauna am und im See vor unkontrollierter Freizeitnutzung zu schützen. Der Naturschutz erfordert einen sensiblen Umgang, schließlich betreut der Naturschutzbund dort das Vogelschutzreservat.

Der ruhende Verkehr muss in der Planung für den Flughafensee berücksichtigt werden

In erster Linie geht es um die Gestaltung der Uferbereiche, der Badestelle, die Neuordnung und Gestaltung der Erschließung des Flughafensees sowie den Naturschutz und die Umweltbildung. So soll eine Infrastruktur zur Wasseraufbereitung geschaffen werden, um die Wasserqualität im See zu verbessern.

Weiter müssen sich die Büros auch Gedanken zum ruhenden Verkehr machen, denn gerade in den Sommermonaten parken die Badegäste in den schmalen Straßen der Siedlung Waldidyll – eine Belastung für die Anwohner. Auch eine Einbindung in das übergeordnete Fuß- und Radwegenetz sowie in das übergeordnete ÖPNV-Netz gehört zu den Kriterien. Ebenso wie Vorschläge zur Schaffung von generationenübergreifenden Freizeit- und Bewegungsangeboten.

Die Anwohner sind in die Planungen des Flughafensees mit einzubeziehen

Östlich an den Flughafensee grenzt ein Grundstück der Bundesnetzagentur, welches im Rahmen der Analyse und bei der Betrachtung möglicher Flächen einbezogen werden soll. Wie im Konzept beschrieben, ist zu untersuchen, ob und wenn ja, in welcher Weise das Grundstück oder Teile davon für die unterschiedlichen Belange am Flughafensee genutzt werden können. Westlich geht der Untersuchungsbereich in die Jungfernheide über und ist über Waldwege an die Bernauer Straße und den Tegeler See angebunden. Eine fußgänger- und radfahrerfreundliche Anbindung ist auch hier zu prüfen und gegebenenfalls Qualifizierungsvorschläge zu machen.

Was dem Bezirksamt bei der Ausschreibung sehr wichtig ist: Besonders Anwohnerinnen und Anwohner sollen mit in die Planungen eingebunden werden. Genauso wie die bezirklichen Fachämter, die Senatsverwaltungen für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie Stadtentwicklung und Wohnen mit ihren nachgeordneten Einrichtungen und weitere fachliche Beteiligte und Träger wie Naturschutzverbände.