Reinickendorf
Grundschule

Wegen Denkmalschutz: Container statt Schulneubau

Wegen Denkmalschutz der Weißen Stadt kann die Grundschule in Reinickendorf-Ost erst 2025 gebaut werden. Container sollen Zeit überbrücken.

Auf dem Grundstück Arosa Allee/Thurgauer Straße soll eine neue Grundschule entstehen. Durch das Denkmal "Weiße Stadt" im Hintergrund gibt es allerdings Probleme.

Auf dem Grundstück Arosa Allee/Thurgauer Straße soll eine neue Grundschule entstehen. Durch das Denkmal "Weiße Stadt" im Hintergrund gibt es allerdings Probleme.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. So langsam scheint Bewegung in den Grundschulneubau in Reinickendorf-Ost zu kommen. Zumindest gibt es mittlerweile einen vagen Zeitplan. So könnten in dem Gebäude die ersten Kinder im Schuljahr 2025/26 unterrichtet werden. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen werden allerdings in zwei Jahren Räume gebraucht. Container sollen die Lösung sein.

Vor gut einer Woche haben sich zahlreiche Vertreter aus Senat, Bezirk und dem Landesdenkmalamt getroffen. Denn der Bau einer neuen Grundschule ist dringend erforderlich, wenn man die Grundschüler wohnortnah unterrichten möchte. Bereits in zwei bis drei Jahren gibt es zu wenige Plätze. Deshalb hat der Bezirk vor sieben Jahren den Bau der Grundschule beantragt. Das größte Problem an dem Vorhaben: Die Fläche liegt genau in der Pufferzone der Siedlung „Weiße Stadt“, die 2008 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Seitdem gelten besondere Anforderungen an die Baumaßnahme, die auf dem Gelände Aroser Allee/ Thurgauer Straße realisiert werden soll – Neubauten, Umbauten und städtebauliche Planungen in diesem Bereich müssen engmaschig mit den Denkmalbehörden abgestimmt werden. Und die waren sich nicht immer einig. Den Status des Welterbes möchte nämlich niemand verlieren. Deshalb dauert die Planung auch so lange.

Äußeres Erscheinungsbild der Schule muss zur „Weißen Stadt“ passen

Die Verantwortlichen sind nun nach Angaben des Bezirksstadtrates Tobias Dollase (parteilos, für CDU) so verfahren, dass für den Schulneubau ein Wettbewerbs- und ein Vergabeverfahren unter Einbindung des Deutschen Nationalkomitees (International Council on Monuments and Sites – ICOMOS) durchgeführt werden soll. Ob das Schulgebäude in Holzbauweise, in konventioneller Bauweise oder als Modulbau errichtet werde, sei unter denkmalpflegerischen Aspekten nicht relevant. Das äußere Erscheinungsbild sei dabei maßgeblich, heißt es. Eine Realisierung in Holz- oder Modulbauweise hätte aber zeitliche Vorteile – Planungs- und die Bauzeit würden nur 9 bis 12 Monate betragen.

Unterricht in temporären Gebäuden bei der Jugendfreizeiteinrichtung Fuchsbau

Die gute Nachricht: Der Senat hat der Finanzierung bereits zugestimmt – die Kosten des Baus belaufen sich nach jetzigem Stand auf circa 46,8 Millionen Euro. Wenn die neue Grundschule einmal steht, werden dort 432 Kinder unterrichtet. Einst waren vier Züge geplant, das wurde bereits auf drei reduziert. Der fehlende werde nach Angaben Dollases an der Till-Eulenspiegel-Grundschule untergebracht.

Auch wenn es in der Planung vorwärts zu gehen scheint, hilft das dem Bezirk jetzt nicht. Denn bereits im Schuljahr 2022/2023 müssen die erforderlichen Schulplätze zur Verfügung stehen. Jetzt sollen auf dem Teilgrundstück der Jugendfreizeiteinrichtung Fuchsbau temporäre Schulgebäude als Filiale der Grundschule am Schäfersee aufgestellt werden.