Reinickendorf
Wittenau

Spritzen auf KaBoN-Gelände gefunden – Parkbänke abmontiert

Das Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik scheint zu verwahrlosen. Zuständige schieben sich die Schuld zu.

Das Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik scheint zu verwahrlosen. Weil Spritzen gefunden wurden, wurden die Bänke abmontiert.

Das Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik scheint zu verwahrlosen. Weil Spritzen gefunden wurden, wurden die Bänke abmontiert.

Foto: Privat

Berlin. Die Scheiben eines Vans sind eingeschlagen, das Innere ist komplett vermüllt. Nicht weit entfernt liegen Pappteller, Tüten und Taschentücher in den Gebüschen verteilt. Auch Spritzen wurden gefunden. Das Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN) scheint zu verwahrlosen. Einen Verantwortlichen scheint es derzeit aber nicht zu geben. Zumindest schieben sich das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und Vivantes gegenseitig die Schuld zu.

Das Gelände an der Oranienburger Straße im Ortsteil Wittenau wurde komplett von dem Krankenhausbetreiber Vivantes betrieben. Mittlerweile wird es zum größten Teil durch das Land Berlin genutzt – für Flüchtlingsunterkünfte und das Ankunftszentrum. Da der Bereich um die Sternenhäuser als potenzieller Wohnungsbaustandort gesehen wird, soll dieser von der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau AG angekauft werden. Die verbleibenden Flächen sollen an das Land Berlin verkauft werden. Die Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH nutzt nach eigenen Angaben das Gelände daher nur noch im geringen Umfang.

Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik: Senat teilt Eindruck zunehmender Verschmutzung

Aufgrund dieser Situation scheint auch die Zuständigkeit für das circa 45 Hektar große Gelände mit seinem teilweise waldähnlichen Park derzeit nicht ganz klar zu sein. Die Bezirksverordneten Tobias Siesmayer und Björn Wohlert (beide CDU) haben daher dem Bezirksamt empfohlen, „sich bei Vivantes und dem Senat dafür einzusetzen, dass bis zum Verkauf des gesamten oder von Teilen des Grundstücks der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die zunehmende Vermüllung, illegales Kohlegrillen und Geruchsbelästigungen aufgrund einer unzureichenden Baum- und Gehölzpflege einzudämmen“, heißt es in dem Antrag.

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt den Eindruck, dass in den vergangenen Monaten verstärkt Feste und andere Zusammenkünfte auf dem KaBoN-Gelände stattgefunden hätten und es in diesem Zusammenhang zu einem Anstieg von Verschmutzungen gekommen sei. „Dies ist jedoch nicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Ankunftszentrums zurückzuführen, die dort nur wenige Tage untergebracht sind“, heißt es. Vielmehr vermute man externe Personen. Zwar sei vor Ort kein Drogenkonsum beobachtet worden, jedoch seien häufiger Spritzen im Umfeld der Parkbänke aufgefunden worden. Als Konsequenz wurden diese dann abmontiert.

Vivantes und LAF sagen, sie würden Bereiche auf dem KaBoN-Gelände kontrollieren

Nach Angaben des Senats werde das Ankunftszentrums bewacht. Somit sei die Anzahl der externen Besucher sowie auch die illegalen Ablagerungen bereits etwas zurückgegangen. Ein Sprecher der Senatsverwaltung betont aber auch, dass das LAF für Aufgaben wie Grünflächenpflege, Baum- und Strauchschnitt sowie die Beseitigung von Verschmutzungen nicht verantwortlich ist und für Vivantes in die Ersatzvornahme gegangen sei. Das liege daran, dass seit der Inbetriebnahme des Ankunftszentrums im April 2019 keine Bestreifung des Geländes mehr durch einen von Vivantes beauftragten Sicherheitsdienst stattfinde. Dem gegenüber steht die Aussage von Vivantes, dass weiterhin die Sichtbereiche kontrolliert und Verschmutzungen beseitigt beziehungsweise deren Beseitigung beauftragt würden. Auch um Grünpflegemaßnahmen werde sich noch gekümmert.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass das KaBoN-Gelände seit Jahren verwildert und sich niemand verantwortlich fühlt. Der Senat sollte endlich durchgreifen, dazu muss er den Eigentümer und die Mieter zu gemeinsamen Maßnahmen für mehr Sauberkeit und Ordnung verpflichten. Das Zuständigkeits-Pingpong muss im Interesse der Bürger beendet werden“, fordern Björn Wohlert und die Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner, die beide für Wittenau zuständig sind. Denn Anwohner hätten sich über den Zustand auch schon beschwert.