Reinickendorf
Kurt-Schumacher-Platz

Anwohner freuen sich: Endlich Ruhe in Tegel

Anwohner haben die Schließung des Flughafens Tegel herbeigesehnt. Nun können sie sich ohne Störung auf dem Balkon unterhalten.

Reinickendorf. Fragt man kurz nach der Schließung des Flughafens Tegel mal die rund um den Kurt-Schumacher-Platz lebenden Menschen, wie es ihnen mit der plötzlichen Ruhe geht, blickt man durchweg in erleichterte Gesichter. „Endlich, es wurde wirklich Zeit“, so der Tenor.

Renate Plumhof kann ihr Glück noch gar nicht fassen. Vor acht Jahren sei sie aus einer ruhigen Gegend in die Nähe des Kurt-Schumacher-Platzes gezogen. „Damals sagten sie, der Flughafen würde bald schließen“, erinnert sie sich. Dass es so lange dauert, hätte sie nicht gedacht. „Ich merke besonders morgens, dass keine Flugzeuge über mir hinweg fliegen.“ Ihre Bekannte Gertrud Prelz stimmt zu. „Im Sommer konnte ich wegen dem Lärm nicht den ganzen Tag das Fenster geöffnet lassen“, sagt sie. Die beiden erhoffen sich durch die Tegel-Schließung nun auch eine Verbesserung der Luft.

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Kein Flugzeug unterbricht mehr Gespräche

Auch die Mitarbeiter des „Altberliner Imbisses am Kutschi“ freuen sich über die Schließung. „Ich habe teilweise nicht verstanden, was die Kunden essen möchten“, sagt eine Mitarbeiterin, die selbst seit 25 Jahren am Kutschi, wie der Kurz-Schumacher-Platz von den Anwohnern genannt wird, lebt. „Ständig mussten wir innehalten und den Satz neu beginnen“, sagt die Frau. Sie freut sich schon darauf, im nächsten Sommer mit Freunden im Garten zu grillen und die Ruhe zu genießen – soweit es durch die Corona-Regeln möglich ist. „Ich habe einfach genug vom Lärm.“

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Bei der Frage, wie es ihm nach der Schließung des Flughafens geht, grinst Manfred Joswiak. „Es ist einfach nur schön. Auch meine Mutter freut sich sehr. Sie wohnt am Franz-Neumann-Platz. Dort war es auch immer sehr laut“, weiß er. Bei den tieffliegenden Flugzeugen war ihm auch nicht immer wohl. Er habe sich oft gefragt, was wohl passiere, wenn es ein Flugzeug mal nicht bis zum Rollfeld schaffe. „Zum Glück ist ja immer alles gut gegangen“, sagt Joswiak. Wie alle befragten Anwohner, freut er sich, dass nun endlich Ruhe rundum den Kurt-Schumacher-Platz einkehrt und er sich mit seinem Gegenüber unterhalten kann, ohne ständig vom Fluglärm unterbrochen zu werden.