Reinickendorf
Bürgeramt

Schlaue Ausweisautomaten in Reinickendorfer Bürgerämtern

Durch drei neue Ausweisautomaten arbeiten die Bürgerämter ab sofort effizienter. Es werden Foto, Fingerabdruck und Unterschrift erfasst

Bezirksstadtrat Sebastian Maack (l.) und Roman Skwirawski (Leiter der Bürgerämter in Reinickendorf) präsentieren den neuen Ausweisautomat.

Bezirksstadtrat Sebastian Maack (l.) und Roman Skwirawski (Leiter der Bürgerämter in Reinickendorf) präsentieren den neuen Ausweisautomat.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Lange hat Bezirksstadtrat Sebastian Maack (AfD) auf die neuen Ausweisautomaten gewartet, nun konnte er einen im Bürgeramt in der Teichstraße in Reinickendorf-Ost präsentieren. Und der kann sich sehen lassen. Insgesamt drei Jahre sind von der Idee bis zur jetzt möglichen Nutzung vergangen. „Das lag an dem umfangreichen Datenschutzprüfungsprozess“, erklärte Maack, der sichtlich froh ist, das Gerät im Foyer des Bürgeramtes präsentieren zu können. Denn der erspart seinen rund 40 Mitarbeitern im Bürgeramt Zeit.

Ausweisautomat macht biometrische Fotos nach allen Vorgaben

Und so funktioniert der Ausweisautomat: Zunächst kann zwischen den Sprachen deutsch, englisch, spanisch, französisch, russisch und türkisch gewählt werden. Als nächstes gibt man Geburtstag und -monat an, die dann als Identifikationsnummer (ID) hinterlegt werden. Dann folgt die Auswahl des Dokumentes – möglich sind: Personalausweis, Reisepass (auch vorläufige), Kinderausweis und elektronischer Aufenthaltstitel.

Dann wird man gebeten sich auf die Markierung zu stellen, damit das Foto gemacht werden kann. Der Automat erfasst durch nach oben und unten fahren automatisch die passende Größe, sagt, wenn das Bild nicht verwendet werden kann – so kann sich der Kunde sicher sein, ein biometrisches Bild zu bekommen.

Auch Rollstuhlfahrer können den Automaten nutzen. „Das Foto entspricht der Vorgabe. Es kommt öfter vor, dass der Berater den Kunden wegschicken muss, wenn das Foto nicht passt“, sagte Maack. Zeit, die somit auch der Kunde spart. Und auch Geld, wenn das Foto neu gemacht werden muss.

Durch Automaten spart Kunde Zeit beim Bürgerberater

Nach dem Bild – man hat übrigens so viele Versuche, bis man selbst auch zufrieden ist – folgt der Fingerabdruck. Das kann auch Zeit kosten. Gerade in der jetzigen Zeit, in der viel Desinfektionsmittel und Handcreme genutzt werden. Im Anschluss muss nur noch unterschrieben werden. Dann gehts zum gebuchten Termin bei einem Bürgerberater, der diese Daten anhand der ID aufruft und das Foto mit der realen Person sowie den Fingerabdruck überprüft. „Die Überprüfung dauert nicht so lange wie die Erfassung“, erklärte der Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten.

Es folgen eine Unterschrift und die Bezahlung, die direkt vor Ort getätigt werden kann. Für denjenigen, der den Automaten nutzen möchte, ist es ratsam einen Zeitpuffer vor dem online gebuchten Termin einzuplanen.

„In allen vier Reinickendorfer Bürgerämtern erstellen wir circa 900 bis 1100 Ausweise pro Monat“, schätzte der Leiter der Bürgerämter, Roman Skwirawski. Pro Ausweis könnten bis zu zehn Minuten eingespart werden. „Durch die Corona-Pandemie hat sich einiges in den Bürgerämtern angestaut. Durch die Automaten sind wir viel effizienter und können einiges aufholen“, sagte Maack.

Bezirk musste für Ausweisautomaten kein Geld zahlen

Gekostet hat der Automat dem Bezirk nichts. Die Firma Speed Biometrics hat alle Automaten aufgestellt. Sie finanzieren sich aus den fünf Euro, die der Kunde extra zahlen muss. „Das Geld rentiert sich, wenn man ohnehin noch ein Foto machen muss“, sagte Maack. Natürlich bestehe nach wie vor die Möglichkeit, den kompletten Ausweis bei einem Mitarbeiter zu beantragen. In Reinickendorf gibt es nun drei Ausweisautomaten in den großen Bürgerämtern – Heiligensee gehört nicht dazu: Einen an der Teichstraße, einen im Bürgeramt Tegel und den dritten im Rathaus am Eichborndamm.