Reinickendorf
Little Home

THW-Jugend baut drittes „Little Home“ in Reinickendorf

Die Holzhäuser bieten Obdachlosen Sicherheit. Initiator würde gerne mehr aufstellen, es fehlt der Platz auf bezirklichen Flächen.

Das dritte Little Home in Reinickendorf steht. Das THW hat das Projekt übernommen, um seinen jugendlichen Mitgliedern beim Bau des Holzhauses handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln.

Das dritte Little Home in Reinickendorf steht. Das THW hat das Projekt übernommen, um seinen jugendlichen Mitgliedern beim Bau des Holzhauses handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln.

Foto: Bezirksamt Reinickendorf

Reinickendorf. Eigene vier Wände, ein Dach über dem Kopf, keine Angst mehr überfallen zu werden: Ein zuvor obdachloser Mann vom Franz-Neumann-Platz hat es geschafft und durfte in ein „Little Home“ (kleines Zuhause) ziehen. Es ist nun das dritte dieser Art im Bezirk Reinickendorf und steht auf einem Hofgelände an der Breitkopfstraße.

Norbert Raeder (parteilos, für CDU) ist im Bezirk der Initiator für das Bauen und Aufstellen der kleinen Häuschen. In einer Obdachlosenzeitung hat er von dem Projekt gelesen, sofort war für ihn klar: „Das brauchen wir auch.“

Raeder engagiert sich seit nunmehr 20 Jahren im Kiez für die Obdachlosen am Franz-Neumann-Platz, unterstützt dort die Helfer der Berliner Help Stiftung, die die obdachlosen Menschen unter anderem mit Essen versorgt und ihnen hilft, zurück auf den Weg zu kommen. Die „Little Homes“ sind der erste Schritt dahin. Sie sind als eine Übergangslösung gedacht, quasi eine Station zwischen dem Leben auf der Straße und einer festen Unterkunft. Bei einigen haben es die Helfer nach Angaben Raeders bereits geschafft, eine eigene Wohnung zu vermitteln.

THW-Jugend hat neustes „Little Home“ gebaut

Die 1400 Euro, die das Material des Häuschens kostet, kommen aus Spenden, den Aufbau übernehmen

ehrenamtliche Helfer. Oder, wie beim neusten Projekt, das technische Hilfswerk (THW). Denn das hat das Projekt genutzt, um seinen jugendlichen Mitgliedern beim Bau des Holzhauses handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln.

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) hat sich selbst die Entstehung des Hauses angesehen und dankte allen Beteiligten für ihr großes soziales Engagement für Menschen, die auf der Straße leben und denen es aus verschiedenen Gründen nicht gut geht. „Durch das Dach über dem Kopf gelingt es, mit ehrenamtlicher Unterstützung und der Hilfe vieler anderer Akteure wieder einen Neustart in ein besseres Leben zu finden. So wurde es bereits möglich, einige Menschen wieder in festen Wohnraum zu vermitteln.“

Plätze für die nächsten „Little Homes“ werden gesucht

Die ursprüngliche Idee stammt vom Kölner Verein „Little Home“, der ehrenamtlich deutschlandweit mobile Holzhütten auf einer Grundfläche von circa drei Quadratmetern für und mit Obdachlosen baut. Sie haben im Inneren eine Matratze, ein Regal, ein Erste-Hilfe-Set, Feuerlöscher, Rauchmelder, eine Arbeitsfläche mit einem Waschbecken sowie eine Campingtoilette.

Norbert Raeder würde gerne noch mehr solcher Häuser bauen und aufstellen lassen, allerdings gibt es auf bezirklicher Seite derzeit keinen geeigneten Platz mehr. „Wenn also jemand einen Platz auf seinem Grundstück zur Verfügung stellen kann, wäre das toll“, sagt Raeder. Ein Vorteil: „Ich weiß, dass so schon Einbrüche in eine Gartenanlage verhindert werden konnten, weil auch nachts jemand vor Ort ist“, sagt Raeder, der sich auch sicher ist, dass dort, wo das kleine Haus steht, weniger Müll illegal abgeladen wird.

Wer eine Fläche für das drei Quadratmeter große Haus zur Verfügung stellen kann oder für ein Haus spenden möchte, meldet sich direkt bei Norbert Raeder in der Gaststätte Kastanienwäldchen, Residenzstraße 109 oder unter kastanienwaeldchen@web.de.