Reinickendorf
Strandbad Tegel

Tag der offenen Tür im Strandbad Tegel

Der neue Betreiber möchte das Konzept mit den Badegästen erarbeiten. Ideen können am 3. und 4. Oktober vorgestellt werden.

Bis das Strandbad Tegel geöffnet werden kann, muss noch einiges getan werden.

Bis das Strandbad Tegel geöffnet werden kann, muss noch einiges getan werden.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Kaum hat sich der neue Betreiber des Strandbades Tegel vorgestellt, geht es voran: Die Initiative Nachbarschaft/Moabit e.V. lädt alle zum Tag der offenen Tür ein und möchte mit den zukünftigen Badegästen ins Gespräch kommen. Denn das Konzept sieht vor, auf die Wünsche einzugehen und unter dem Motto „Strandbad Tegelsee – Zentrum für Erholung und Kultur“ ein etwas anderes Strandbad zu werden.

Am kommenden Wochenende (3. und 4. Oktober, 11-18 Uhr, Eintritt frei) werden nach vier Jahren offiziell die Pforten geöffnet – auch wenn in diesem Jahr kein Badebetrieb mehr stattfindet. „Wir wollen uns vorstellen, mit den Leuten ins Gespräch kommen und zuhören“ so Marina Naprushkina, die Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft. „Denn unzählige Briefe und Mailanfragen haben uns in den letzten Wochen erreicht, ein phantastisches Feedback, was uns zeigt, dass sich die Leute über die bevorstehende Wiedereröffnung freuen“.

Bibliothek und Schwimmkurse im zukünftigen Strandbad Tegel

Bis es soweit ist und das Strandbad Tegel 2021 öffnen kann, muss allerdings eine Menge umgebaut und umgestaltet werden. Denn das Gelände sieht derzeit alles andere als einladend aus. Durch die Unterstützung der Berliner Familie Jil Bentley und Klaus Kögler kann der gemeinnützige Verein die Investition in Höhe von knapp einer Million Euro tätigen. Denn so viel wird nötig sein, um unter anderem die Abwasserrohre auszutauschen und die Gebäude wieder instand zu setzen – neu gebaut werden darf nicht, sagt die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die im Auftrag der Berliner Bäder-Betriebe einen neuen Betreiber gesucht hat.

Was das neue Konzept bis jetzt schon vorsieht: „Wir möchten eine Strand-Bibliothek mit Lesungen anbieten sowie Sportangebote für Kinder und Jugendliche“, verrät Marina Naprushkina von der Nachbarschaftsinitiative. Kostenfreie Schwimmkurse sind geplant und auch eine Kooperation mit umliegenden Schulen – am kommenden Wochenende wird sich die Schwimmabteilung des TV Waidmannslust vorstellen, die ab nächstem Sommer die Schwimmkurse anbieten wird. Auch das Restaurant wird reaktiviert, dieses Mal aber mit ausschließlich vegetarischer Küche. Der Betreiber möchte einen gesundheitlichen Akzent setzen. Im Gegensatz zum Strandbad soll das Restaurant das komplette Jahr geöffnet sein.

Strandbad Tegel: Ideen für An- und Abreise gesucht

Fest steht auch, dass es kein teures Spaßbad sein soll, der Eintritt für Kinder und Jugendliche ist frei, der für Erwachsene erschwinglich. Alles weitere soll mit den Badegästen entwickelt werden. „Wer also sich, seinen Verein oder seine Initiative mit einem Angebot einbringen möchte, das neue Programm des Strandbades zu gestalten, der ist herzlich eingeladen zu kommen“, heißt es in der Einladung für kommendes Wochenende, „und natürlich alle Neugierigen, die nach Jahren mal wieder einen Blick in ihr Strandbad werfen wollen.“ An beiden Tagen wird ab 16 Uhr die Veranstaltung mit Sasha Waltz & Guests auch musikalisch untermalt.

Nicht nur Ideen für das Strandbad werden gesucht, sondern auch was die An- und Abreise betrifft. Der Betreiber habe zwar eine Idee, doch bevor nichts fix ist, wolle man sich dazu noch nicht äußern, heißt es. Das Problem besteht nämlich darin, dass das Strandbad Tegel zwar schön gelegen ist, bis vor die Tür aber leider kein Bus fährt, Parkplätze sind auch rar. Und wer sein Auto an den Wegesrand stellt, muss damit rechnen, abgeschleppt zu werden, zumindest weist ein Schild zu Beginn des Trinkwasserschutzgebietes darauf hin. Und zu Fuß ist es von der nächstgelegenen Bushaltestelle locker ein Kilometer – bei Hitze mit Gepäck und Kindern ein Kraftakt.

Badebetrieb im Strandbad Tegel soll im Mai 2021 starten

Der Badebetrieb soll, so der jetzige Stand, im Mai 2021 starten und mindestens bis Ende August möglich sein. Allerdings unter der Voraussetzung, dass alle noch ausstehenden behördlichen Genehmigungen bis dahin erteilt worden sind und auch die Witterung die Erdarbeiten nicht behindert. „Wir sind bereits mit einer Baufirma für die Verlegung der doppelwandigen Rohre im Gespräch, die schon öfter in Naturschutzgebieten gearbeitet hat und sich mit den Vorgaben auskennt“, versichert Marina Naprushkina. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen.