Reinickendorf
Polizei

Polizeiwache in Tegel wird vorerst nicht sicherer

Gelände und Fahrzeuge sind für Jedermann zugänglich. BVV-Antrag fordert Videokameras und Schutzgitter. Senat ändert das nicht.

Die Polizeiwache in Tegel an der Berliner Straße kann den Sicherheitsstandards nicht mehr standhalten. Laut Senat wird sich aber nicht viel ändern.

Die Polizeiwache in Tegel an der Berliner Straße kann den Sicherheitsstandards nicht mehr standhalten. Laut Senat wird sich aber nicht viel ändern.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Die Polizeiwache in Tegel soll sicherer werden, findet der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) und hat daher Ende vergangenen Jahres einen Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht, der einstimmig beschlossen wurde. Das Bezirksamt setzte sich daraufhin beim Senat ein, gebracht hat es aber scheinbar nichts: Denn wie der Senat nun mitteilt, wird nicht viel am Gebäude der Polizeiwache an der Berliner Straße verändert.

Offenes Gelände, ungeschützte Fahrzeuge, unkontrollierbarer Zugang – die denkmalgeschützte Polizeiwache in Tegel nahe der Borsighallen, die 1940 als Verwaltungsgebäude für Borsig errichtet wurde, entspricht schon länger nicht mehr den gestiegenen Sicherheitsanforderungen. Auch die Gewerkschaft der Polizei sprach bereits von „massiven Sicherheitsproblemen“ auf dem Polizeiabschnitt 11. Das Gelände biete eine 360 Grad Angriffsfläche, es gebe keine Fensterschutzgitter und für jeden frei zugängliche Dienstfahrzeuge.

Zwar hatte ein Sprecher der Polizei gesagt, dass es auf dem Gelände bislang keinerlei Sachbeschädigungen an Polizeifahrzeugen gegeben habe. Gleichzeitig hieß es aber auch, dass die Beamten keine Alternativen hätten, ihre Dienstwagen sicherer abzustellen. Schönebeck hatte daher unter anderem vorgeschlagenen den Bereich einzuzäunen und den Innen- und Außenbereich mit Kameras zu überwachen – immer unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.

Senat: Besucherströme im Eingangsbereich des Polizeigebäudes werden getrennt

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport ist nach einer Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass „im Hinblick auf die Sicherheit im Gebäude des Polizeiabschnitts 11 geplant ist, die Besucherströme im Eingangsbereich zwischen dem Abschnitt und dem Bürgerbüro zu trennen.“ Verantwortlich für die polizeilichen Liegenschaften ist die BIM GmbH als Immobiliendienstleister des Landes. Dieses schließt auch Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten ein, die im Vorfeld zwischen der BIM GmbH, der Polizei und dem Senat abgestimmt werden.

Mit dieser vom Senat geplanten Veränderung würde nur eine der vielen konkreten Forderungen aus dem Antrag berücksichtigt werden. Schönebeck zeigt sich verärgert: „Das Polizeigelände in Tegel ist weiterhin von allen Seiten frei zugänglich. Die Einsatzfahrzeuge sind zu jeder Zeit für Dritte zugänglich. Es besteht immer die Gefahr, dass sich fremde Personen an den Einsatzfahrzeugen zu schaffen machen. Die Polizeibeamten müssen sich immer darauf verlassen können, dass auf die Einsatzfahrzeuge im Ernstfall Verlass ist. Das ist derzeit nicht der Fall.“ Für ihn wäre es schon ein Anfang, wenn die alten Holztüren durch ordentliche Türen ersetzt würden.

Sicherheitsmängel: Polizeiabschnitt 11 bekommt kein neues Gebäude

Sollte es nicht möglich sein, das Polizeigebäude sicherer zu machen, wurde in einem weiteren BVV-Antrag der FDP-Fraktion der Vorschlag geäußert, „dass das bisherige Dienstgebäude der Polizei (Abschnitt 11) in Tegel durch ein neues Dienstgebäude in naher Umgebung ersetzt wird.“ Doch auch das wird nicht passieren. Planungen gibt es diesbezüglich derzeit nicht, heißt es aus Behörde von SPD-Innensenator Andreas Geisel.

Schönebeck reicht das nicht. Wie er sagt, will er sich weiterhin mit allen Mitteln für die Polizeibeamten in Tegel stark machen, bis endlich spürbare Verbesserungen auf dem Polizeiabschnitt erfolgen.