Reinickendorf
Busbahnhof

Busbahnhof Alt-Tegel wird vorerst nicht barrierefrei

SPD-Fraktion wünscht sich Leitsystem für Sehbehinderte. Bezirk kann das aber nicht aus eigener Tasche zahlen.

Die SPD-Fraktion fordert einen barrierefreien Ausbau des Busbahnhofs Alt-Tegel mit Leitsystemen für Sehbehinderte. Derzeit gibt es das noch nicht.

Die SPD-Fraktion fordert einen barrierefreien Ausbau des Busbahnhofs Alt-Tegel mit Leitsystemen für Sehbehinderte. Derzeit gibt es das noch nicht.

Foto: Kollmann, Susanne

Reinickendorf. Menschen mit einer Sehbehinderung haben es etwas schwerer, sich im Straßenverkehr zurecht zu finden. Leitstreifen auf den Bürgersteigen helfen ihnen dabei, den Weg zu finden und gefährliche Situationen zu vermeiden. Am Busbahnhof Alt-Tegel gibt es derartige Leitsysteme noch nicht. Die SPD-Fraktion hat das Bezirksamt daher aufgefordert, den Busknoten Alt-Tegel an der Berliner Straße auf beiden Seiten barrierefrei herzurichten. Doch so schnell wird dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen.

In einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) regen Marco Käber und Ulf Wilhelm (beide SPD) an, den barrierefreien Ausbau noch vor der anstehenden Streckensanierung der U6 zwischen den Bahnhöfen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel umzusetzen, damit der dann notwendige Schienenersatzverkehr entsprechend von behinderten Menschen besser genutzt werden könne.

Dieses Vorhaben scheint allerdings sehr aufwendig zu sein, wie der Antwort des Bezirksamtes zu entnehmen ist. Dort heißt es, dass „die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestellen am U-Bahnhof Alt-Tegel eine erhebliche bautechnische Herausforderung darstellt, die eine vollständige Umgestaltung des Straßenquerschnitts der Berliner Straße zwischen Bernstorffstraße und Schloßstraße / Am Tegeler Hafen nach sich zieht“. Das Problem sei, dass sich die Haltestelleninseln in der vorliegenden Geometrie nicht barrierefrei umgestalten lassen. Daher müsse eine Lösung gefunden werden, die dem Verkehrsbedarf des ÖPNV und der Barrierefreiheit gerecht würden.

Bahnhof Alt-Tegel: Bezirk kann barrierefreien Umbau nicht alleine zahlen

Doch damit nicht genug: Nach Angaben der zuständigen Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) würden die damit verbundenen umfangreichen Baumaßnahmen nicht nur die eigentliche Bushaltestelle betreffen, sondern auch die angrenzenden Fahrbahnen und die Gehwege. „Außerdem muss die gesamte Oberflächenentwässerung dann aufgrund der neuen Auftrittshöhen an den Bordsteinen neu geplant werden“, heißt es in der Antwort.

Da das Straßen- und Grünflächenamt keine Kapazitäten mehr habe, müssten externe Ingenieurbüros gebunden werden. Und das kostet eben Geld. Die Verantwortlichen schätzen, dass in den Umbau mehr als eine Million Euro investiert werden müsste. Und das könne der Bezirk nicht aus eigener Tasche leisten. Eine Lösung wäre das Sonderprogramm der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen.

Unabhängig von der Finanzierung ist auch der von der SPD gewünschte Zeitpunkt kaum umsetzbar. Käber und Wilhelm hätten gerne einen Umbau noch vor der anstehenden Streckensanierung der U6. Der startet voraussichtlich in einem Jahr, für das Bezirksamt aufgrund der anstehenden Leistungen nicht machbar.