Reinickendorf
Straße

Keine Mittelinsel auf dem Zabel-Krüger-Damm

Aufgrund des Busverkehrs kann keine Querungshilfe auf dem Zabel-Krüger-Damm bei der Einmündung Alt-Lübars gebaut werden.

Anwohner sagen, dass sich fast niemand an die vorgeschriebenen 50 km/h auf dem Zabel-Krüger-Damm hält und fordern daher eine Mittelinsel oder eine Ampel. Das Überquerung sei gefährlich.

Anwohner sagen, dass sich fast niemand an die vorgeschriebenen 50 km/h auf dem Zabel-Krüger-Damm hält und fordern daher eine Mittelinsel oder eine Ampel. Das Überquerung sei gefährlich.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Seit Jahren nimmt der Verkehr auf dem Zabel-Krüger-Damm zu. Auch immer mehr Lkw nutzen diese Straße, um auf die Autobahn A111 zu kommen. Die direkten Anwohner haben nun noch größere Probleme die viel befahrene Straße zu überqueren. Daher fordern sie eine Lösung vom Bezirk. Die wird so schnell allerdings nicht kommen.

Ende 2019 hatte Felix Lederle (Linke) in die Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht. In diesem hat er dem Bezirksamt empfohlen, „sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit eine sichere Überquerungsmöglichkeit auf dem Zabel-Krüger-Damm bei der Einmündung von Alt-Lübars eingerichtet wird.“

Die Antwort des Bezirksamtes klingt allerdings nicht vielversprechend. Nach einer Prüfung vor Ort mit der Arbeitsgruppe Fußgängerüberwege kommen die Zuständigen zum Entschluss, „dass eine Vorstreckung, die

es dem Fußgänger ermöglicht, bessere Einsicht in die Straße zu erhalten, nicht angelegt werden kann“. Zum Verständnis: Eine Vorstreckung ist eine punktuelle Fahrbahneinengung. Diese vorgezogenen Seitenräume verkürzen den Querungsweg und verbessern die Sicht zwischen Kraftfahrern und Fußgängern. Dabei wird der Bordstein bis auf die Linie zwischen der Fahrbahn und einem Parkstreifen vorgezogen.

Querungshilfe in Höhe der Titiseestraße kommt dieses Jahr

Eine Vorstreckung sei nach Angaben des Bezirksamtes aber ebenso nicht möglich wie der Bau einer Mittelinsel. Grund hierfür sei der Busverkehr der Linie 222 sowie der Verkehr anderer größerer Fahrzeuge. „Beim Abbiegen dieser Fahrzeuge in den Zabel-Krüger-Damm oder entgegengesetzt in die Straße Alt-Lübars ist eine Schleppkurve erforderlich, die beim Einbau von Vorstreckungen oder einer Mittelinsel bei einem Straßenquerschnitt von 10 Metern nicht mehr gegeben wäre“, heißt es in der Erklärung.

Tobias Büchner und Matthias Eigenbrodt, die gemeinsam die Bürgerinitiative Zabel-Krüger-Damm gegründet haben, haben kein Verständnis für die Entscheidung des Bezirksamtes. „Gerade in Alt-Lübars an der Eisdiele sollte es doch Kindern, Familien und Senioren möglich sein, die Straße sicher zu überqueren. Allein der LKW-Verkehr hat am Zabel-Krüger-Damm um 120 Prozent zugenommen. Die Zahl der Fußgängerüberwege um 0 Prozent“, wettern die beiden. Mit der Initiative fordern sie unter anderem sichere Überwege in Form von Ampeln, Mittelinseln oder Zebrastreifen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie einen Fahrradschutzstreifen. Bei einer bereits abgeschlossenen Online-Petition haben sie mehr als 1000 Unterschriften gesammelt.

Zumindest eine Querungshilfe auf dem Zabel-Krüger-Damm soll in diesem Jahr in Höhe der Titiseestraße kommen. Vor zwei Jahren gab es einen Ortstermin der Arbeitsgruppe „Förderung des Fußverkehrs/Querungshilfen“ der Senatsverwaltung. Diese hätte nach Angaben der Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) zur Sicherung des Fußverkehrs die Einrichtung einer einseitigen Gehwegvorstreckung beschlossen. Besonders dort ist diese Maßnahme auch nötig. Ohne ist es für die Schüler der Grundschule in den Rollbergen gefährlich, sagen Anwohner und Eltern.