Reinickendorf
Umgestaltung

So wird der Franz-Neumann-Platz bald aussehen

Senat und Bezirk hatten einen Wettbewerb für die Umgestaltung des Platzes ausgeschrieben. Der Sieger steht fest, 2021 starten die Arbeiten.

So sieht der Entwurf für den neuen Franz-Neumann-Platz aus. Anfang 2021 soll der Umbau beginnen

So sieht der Entwurf für den neuen Franz-Neumann-Platz aus. Anfang 2021 soll der Umbau beginnen

Foto: Grieger Harzer Landschaftsarchitekten GbR, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

Reinickendorf. Nach intensiven Beratungen steht der Sieger des Wettbewerbs zur Umgestaltung des Franz-Neumann-Platztes fest: Grieger Harzer Landschaftsarchitekten GbR aus Berlin haben es geschafft, sich gegen 22 weitere Entwürfe aus ganz Europa durchzusetzen. Der zweite Platz ging an Franz Reschke, Landschaftsarchitektur GmbH und der dritte Platz an Hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, auch beides Büros aus Berlin.

Dr. Sandra Obermeyer von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist sich sicher: „Dieser Entwurf ist Stadtplatz und Garten in einem. Er bietet Sitzen im Grünen, aber auch Lebendiges an einem offen sonnigen Platzbereich. Die Kunst des bestehenden Brunnens wird würdig integriert, was den AnwohnerInnen wichtig ist. Die Ziele der Städtebauförderung können mit dem Entwurf umgesetzt werden.“ Rüdiger Zech, Leiter des Reinickendorfer Straßen- und Grünflächenamtes, hebt hervor: „Der grüne Stadtplatz stellt eine erlebbare Verbindung zum Schäfersee her und bezieht zur Orientierung Markt- und Residenzstraße bewusst ein.“

Franz-Neumann-Platz erhält neue Identität

Im März dieses Jahres waren Planungsbüros durch einen Aufruf der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und des Bezirksamtes Reinickendorf aufgefordert, ihre Ideen einzureichen. Ziel der

Umgestaltung ist es, einen atmosphärischen, lebendigen, zukunftsfähigen und charakterstarken Stadtraum zu schaffen, der multifunktionale Nutzungen weitestgehend konfliktfrei bedienen kann. Eine hohe Aufenthaltsqualität soll zum Verweilen am Beginn der Residenzstraße als Geschäftszentrum einladen. Gleichwohl mussten die Bewerber mit den Herausforderungen des Klimaschutzes und des Lärmimmissionsschutzes umgehen. Die Ausgestaltung eines Erscheinungsbildes, das die Identität des Franz-Neumann-Platzes als Auftakt der Residenzstraße herausarbeitet, war die zentrale Aufgabe.

Und das haben die Mitarbeiter des Büros Grieger Harzer Landschaftsarchitekten GbR nach Auffassung der Jury am besten umgesetzt. „Die Entwurfsverfasser und -verfasserinnen beschränken sich auf wenige Entwurfselemente und eine einfache Grunddisposition. Vorgeschlagen wird eine Zweiteilung der Platzfläche: Zu den Platzrändern hin angeordnete ‚grüne Kissen‘ fassen eine steinern geprägte Platzmitte ein“, heißt es in der Würdigung des Preisgerichtes. Trotz dieser zurückhaltenden Setzung gelinge es eine Vielfalt unterschiedlicher Raumsituationen zu generieren. „Dazu gehören sowohl kleinteilige und verschattete Bereiche sowie auch offene und sonnenexponierte Flächen. Damit verbunden entstehen zudem unterschiedliche Nutzungsangebote“, heißt es in der Begründung weiter.

Ein Platz für unterschiedliche Sozialgruppen

Die Platzfläche werde durch einen einheitlichen Belag bestimmt, der von der Markstraße bis Randbebauung reiche. Eine Gruppe aus „Rasenkissen“ fasse die Platzränder ein. Bewusst beziehe der Entwurf damit die Markstraße als städtischen Raum mit ein. Durch die unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche würden nach Auffassung der Jury das Nebeneinander unterschiedlicher Sozialgruppen vereinfacht – die Berliner Help Stiftung kümmert sich dort um die obdachlosen Menschen und teilt täglich eine warme Mahlzeit aus.

Den bekannten Brunnen in der Mitte des Platzes wird es in Zukunft so nicht mehr geben. Vielmehr werden begehbare Wasserflächen installiert. Die drei Bronzefiguren sollen sich in den neuen Kontext einfügen. Auch an Fläche für die Außengastronomie wurde gedacht.

Der Franz-Neumann-Platz, der nach dem ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der Berliner Arbeiterwohlfahrt aus Berlin benannt wurde, befindet sich im Fördergebiet Aktives Zentrum Residenzstraße, mit dessen Hilfe die Residenzstraße als Einkaufsstraße und ihr näheres Umfeld belebt und aufgewertet werden sollen. Aus diesem Programm werden zur Umsetzung 1,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die bauliche Umgestaltung des Stadtplatzes soll voraussichtlich ab 2021 beginnen.