Reinickendorf
Waldseeviertel

Verkehrsgutachten für Waldseeviertel verschiebt sich

In der BVV wurde die Prüfung einer temporären Schließung der Schildower Straße beschlossen. Umsetzung scheitert derzeit an Corona.

Geht es nach dem Wunsch einiger Anwohner, sollen hier auf der Schildower Straße zukünftig keine Autos mehr entlang fahren dürfen.

Geht es nach dem Wunsch einiger Anwohner, sollen hier auf der Schildower Straße zukünftig keine Autos mehr entlang fahren dürfen.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative dafür, dass die Straßen im Waldseeviertel an der Grenze zu Brandenburg für den Autoverkehr gesperrt werden. Zu viele Pendler würden das Viertel in Hermsdorf nutzen, um in die Berliner Innenstadt zu fahren. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat bereits beschlossen, dass das Bezirksamt eine temporäre Sperrung der Schildower Straße und der Elsestraße an der Grenze zu Brandenburg prüfen soll. Doch wann das sein wird, steht noch nicht fest.

„Im März sollte die Verkehrszählung beginnen, durch Corona steht die Prüfung derzeit allerdings still“, sagt Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU), die ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben hat. Doch eine Verkehrszählung müsse unter alltäglichen Bedingungen erfolgen. Nur so könnten die Gutachter feststellen, wohin der Verkehr nach der Sperrung verdrängt werde. „Natürlich kommt es darauf an, wie sich die Situation wegen dem Coronavirus entwickelt. Aber ich hoffe, dass die Zählung nach den Sommerferien umgesetzt werden kann“, sagt Schultze-Berndt.

Mögliche Belastung der Nebenstraßen muss überprüft werden

Der Verkehr wird dann zwei bis drei Wochen gezählt. Sollte der gewünschte Zeitplan eingehalten werden können, würde im Herbst das Ergebnis feststehen – also: wie viele Pkw durch die Schildower Straße (die Hauptstraße des Viertels) fahren und, wohin der Verkehr nach der Schließung fließen würde. Das sei nach Angaben der Bezirksstadträtin wichtig zu betrachten, denn was passiere, wenn die B96 komplett verstopft und sich der Verkehr kilometerweit staut. Dann suchen sich viele Fahrer andere Ausweichstraßen und das Problem wäre dann nur verlagert worden – bereits jetzt würden sich auch die Anwohner in der Olafstraße über den Verkehr beschweren, weiß Schultze-Berndt.

Schultze-Berndt ist sehr daran gelegen den BVV-Beschluss zu erfüllen. Trotzdem sei eine gründliche Prüfung der temporären Sperrung unter der Einhaltung aller Vorgaben sehr wichtig. Die umliegenden Gemeinden in Brandenburg stehen dem Vorhaben nämlich kritisch gegenüber, wollen eine Sperrung in jedem Fall vermeiden. Sollte dann bei der Planung der Verkehrsprüfung oder auch währenddessen ein Fehler unterlaufen, könnte dieser Fall vor Gericht angefochten werden. Und das möchte das Bezirksamt in jedem Fall vermeiden.