Reinickendorf
Verkehr

Waldseeviertel: Verbindungsstraßen kurz vor Sperrung

Um den Verkehr im Waldseeviertel zu beruhigen, sollen zwei Verbindungsstraßen gesperrt werden. Das beschloss die BVV.

Im Waldseeviertel in Hermsdorf gibt es jeden Morgen und jeden Abend unter der Woche ein Verkehrschaos. Und das, obwohl der Bezirk schon Schikanen eingebaut hat, wie verengte Straßen.

Im Waldseeviertel in Hermsdorf gibt es jeden Morgen und jeden Abend unter der Woche ein Verkehrschaos. Und das, obwohl der Bezirk schon Schikanen eingebaut hat, wie verengte Straßen.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Um den Verkehr im Waldseeviertel in Berlin-Hermsdorf zu beruhigen, sollen zwei Verbindungsstraßen zwischen dem Ortsteil und der Stadt Glienicke (Landkreis Oberhavel) gesperrt werden. Ein entsprechendes Ersuchen an das Bezirksamt Reinickendorf wurde am Mittwochabend von einer breiten Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen, wie die dortige SPD-Fraktion am Donnerstag mitteilte.

In dem Ersuchen steht, dass in der Schildower Straße und der Elsestraße am Ortsausgang sogenannte temporäre Modalfilter aufgestellt werden sollen. Als Beispiel werden massive Blumenkübel genannt. Die Auswirkungen auf den Verkehr sollten geprüft werden.

Anwohner kämpfen seit Jahren gegen den Berufsverkehr in ihrem Viertel. Eigentlich sollten Pendler die B96 benutzen, wie Michael Ortmann, ein Sprecher der Initiative „Schildower Straße“ berichtete. Doch über die Schildower Straße würden sie einen Kilometer sparen. Auch durch ein Geschwindigkeitslimit von 30 Kilometer pro Stunde und dem Ausbau mehrerer Kreuzungen an der B96 konnte die Lage nicht verbessert werden. Bis zu 6400 Autos rollen laut Ortmann durchschnittlich täglich durch die Straße rollen. Das habe die Polizei gemessen.

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SPD Reinickendorf kritisiert Zeitplan

Glienickes Bürgermeister Hans Oberlack bedauerte den Entschluss. In einer Mitteilung der Gemeinde Glienicke/Nordbahn vom Donnerstag wurde davor gewarnt, dass die Stadt im Falle einer Sperrung nur noch über die B96 zu erreichen sei. Die Gemeindevertretung habe zwar bereits beschlossen, im Falle einer Schließung rechtliche Schritte einzuleiten, „aber zunächst sollten wir miteinander reden“, wurde der Vorsitzende Uwe Klein zitiert.

Die SPD in Reinickendorf kritisierte den Zeitplan für den Test. „Diese notwendigen Messungen sind natürlich in der Corona-Krise schwer zu realisieren und könnten grob verfälschende Ergebnisse liefern“, hieß es in der Mitteilung vom Donnerstag. Wer so einschneidende Maßnahmen treffen wolle, brauche aber eine objektive Datengrundlage. Die Partei enthielt sich bei der Abstimmung, wie Ortmann sagte.