Reinickendorf
Country Musik

Familientreffen der Country-Fans in Reinickendorf

Von Freitag bis Sonntag kommen tausende Country-Fans im Fontane-Haus auf ihre Kosten. 500 Musiker und Aussteller präsentieren sich.

Das Fontane-Haus im Märkischen Viertel steht am Wochenende ganz im Zeichen der Country Musik.

Das Fontane-Haus im Märkischen Viertel steht am Wochenende ganz im Zeichen der Country Musik.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. An diesem Wochenende pilgern wieder Tausende Fans der Country-Musik bekleidet mit Cowboy-Hüten und den passenden Stiefeln in den Norden Berlins. Zum mittlerweile zehnten Mal organisiert Frank Lange das so genannte „Country Music Meeting“ im Fontane-Haus im Märkischen Viertel. Und das wird von Jahr zu Jahr größer. Kamen zu Beginn der Veranstaltung ein paar Hundert Menschen, sind es mittlerweile mehr als 3000 Gäste. Und wer meint, dass es ein Treffen der älteren Generationen ist, der wird an diesem Wochenende eines besseren belehrt. Die Besucher sind zwischen 20 und 80 Jahren alt, aber auch viele Kinder begleiten ihre Eltern und Großeltern.

„Wir werden nicht nur immer größer, sondern auch internationaler. In diesem Jahr sind 17 Nationen dabei“, sagt Frank Lange hörbar stolz. Es haben sich bereits Musiker aus Ländern wie Schweden, Dänemark, Italien, Niederlande, Polen, Großbritannien, Island, den Färöer-Inseln, Australien, Kanada und natürlich aus der Country-Hochburg USA angekündigt. Auch auch die Country-Fans kommen nicht alle nur aus Berlin. In den vergangenen Jahren sind auch Reisebusse aus Dänemark vorgefahren.

Beim Country Music Meeting gibt es Workshops zum Line Dance

Drei Tage – vom 7. bis 9. Februar – werden mehr als 500 Musiker mit 90 Gruppen, als Duo oder Solo mit einem jeweils 45 minütigen Auftritt auf einer der fünf Bühnen auftreten. Auf der kleinsten, sie heißt „Locker vom Hocker“, gibt es keine Verstärker. Darunter sind Künstler wie Mark Stuart von den Bastard Sons of Johnny Cash, Larry Schuba & Western Union, die Deutschen Rock & Pop Preis Gewinner 2019, Ive & T. Bo, The Thompson Brothers, Mark Eden, Ramblin Boots, Taneytown, Padraic „Tiny“ McNeela, The Twang, Music Road Pilots, Jannet Bodewes & Countryline, Stevie Simpson, De Waltons, Big S, Sentiment Fall, Axel O. und Hallur Joensen.

Wer keine Lust hat, nur der Musik zu lauschen, sondern tanzen möchte wie die Profis, der kann sich beispielsweise die Schritte des Line Dance in einem der vielen Workshops beibringen lassen. Sechs Lehrer zeigen wie es geht, helfen aber auch dabei die verschiedenen Rhythmen zu fühlen und ausdrucksstark zu tanzen. Auch Kurse für fortgeschrittene Tänzer werden in der ersten Etage im Fontane-Haus das gesamte Wochenende über angeboten.

Aussteller bieten Hüte, Stiefel, Kleidung und Schmuck zum Kauf im Fontanehaus an

Neben dem opulenten Musikprogramm gibt es auch einiges zu bestaunen und zu kaufen. Etliche Aussteller werden ihre Waren auf 4500 Quadratmeter präsentieren – von Cowboystiefeln, Hüten, Tanzbekleidung bis Figuren ist alles dabei. Wer also noch kein passendes Outfit für die Veranstaltung hat, wird im Fontane-Haus auf jeden Fall fündig. Und damit das neue Kleidungsstück nicht ein Jahr lang im Schrank hängt (das nächste Country Music Meeting im Fontane-Haus steht für das Wochenende 5.-7. Februar 2021 bereits fest), informieren Veranstalter anderer Festivals, was bei ihnen so geboten wird – dabei sind unter anderem Vertreter des Midland Festivals in Dänemark, des internationalen Bühler Bluegrass Festivals und der Westernstadt High Chaparral in Schweden. Auch ein Barber wird anwesend sein, um den Herren den Bart in Form zu bringen. US-amerikanische Speisen und Getränke runden das Programm ab.

Ein großes Country-Familientreffen im Fontane-Haus

Seit knapp 20 Jahren betreibt Frank Lange den American Western Saloon an der Königshorster Straße direkt neben dem Fontane-Haus. Zwar bietet er dort auch eine Küche mit typischen Speisen an, die man aus dem USA Urlaub kennt wie Burger, Rippchen oder Hähnchenflügel, sowie Live-Musik und Line Dance-Kurse, aber er hatte damals den Wunsch etwas zu organisieren, an dem mehr Menschen teilhaben können – das war vor zehn Jahren. Die anfängliche Messe hat sich mittlerweile zu einem großen, internationalen Treffen der County-Fans entwickelt. „Im Laufe der Zeit lernt man viele Menschen auf der ganzen Welt kennen“, sagt Lange und liefert damit die Erklärung für die bunte Mischung der Aussteller und Musiker. Ein dreiviertel Jahr investiert er jedes Mal in die ausgefeilte Planung. All die Arbeit lohne sich aber jedes Jahr immer wieder aufs Neue. Denn es sei mittlerweile wie ein großes Familientreffen.