Reinickendorf
Sanierung

Brücke an der Mühle in Tegel bleibt weiterhin gesperrt

Bei Arbeiten wurde die Brücke beschädigt. Mehrere Pläne des Verursachers waren unzureichend. Der nächste Versuch startet im Frühjahr.

Die Fußgängerbrücke an der Mühle in Tegel bleibt bis zum Sommer definitiv gesperrt.

Die Fußgängerbrücke an der Mühle in Tegel bleibt bis zum Sommer definitiv gesperrt.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Die Fußgängerbrücke an der Mühle in Tegel, die das Schlossviertel entlang der Gabrielenstraße und den Park hinter der Humboldt-Bibliothek verbindet, wird auch in den kommenden Monaten nicht nutzbar sein. Das ergab eine Anfrage an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Bei Bauarbeiten der Wohnhäuser und Tiefgaragen auf der Humboldtinsel wurde die so genannte Klappmühle an der Humboldtmühle beschädigt. Bei den Gründungsarbeiten für die Tiefgarage haben sich die Uferwand und das Auflager der Fußgängerbrücke – also die Konstruktionen, auf denen die Pfeiler und Widerlager ruhen – zum Wasser geneigt, so dass die Klappbrücke beim Schließen nicht mehr abgelegt werden konnte, beziehungsweise beim Heben klemmte, sagt eine Sprecherin der Senatsumweltverwaltung. Der Schadensverursacher ist der Investor. Dieser ist demnach für die Reparatur verantwortlich und hat auch die Kosten zu tragen.

Der Fall erinnert ein wenig an die Spandauer Wasserstadtbrücke, die beim Bau des Hochhauses „Deck One“ absackte – erst wenn sie repariert ist, kann weitergearbeitet werden. Wie auch in Tegel könnte dabei viel Zeit verstreichen.

Unzureichende Planungsunterlagen sind Grund für Verzögerung

Der Grund für die Verzögerungen der Instandsetzung der Brücke an der Mühle in Tegel sind die unzureichenden Planungsunterlagen, die der Investor dem Senat vorgelegt hatte. Im November 2018 wurde vom Investor eine erste Entwurfsplanung vorgelegt. Diese konnte nicht genehmigt werden, wie auch die korrigierte Versionen im April 2019.

Im Anschluss daran haben sich Senat, Investor, Planer und ausführende Baufirma darauf verständigt, dass bis Ende August 2019 eine erweiterte Entwurfsplanung vorlegt werden soll. Doch auch diese entsprach nicht den Anforderungen. Eine Nutzung bis Ende 2019 war für die Reinickendorfer daher ausgeschlossen.

Instandsetzung der Brücke an der Mühle im Frühjahr möglich

„Die überarbeiteten Planungsunterlagen zur Instandsetzung der Brücke beabsichtigt der Schadensverursacher Anfang Februar 2020 bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz einzureichen“, sagt die Senatssprecherin. Sollte dann die Prüfung erfolgreich verlaufen und eine Freigabe der Unterlagen durch die Senatsverwaltung erfolgen, könnte mit der Instandsetzung in diesem Frühjahr begonnen werden.

Die würde schätzungsweise drei Monate dauern. Zum neuen Schuljahr nach den Sommerferien könnten die Schüler des Montessori Campus am Tegeler Forst die Abkürzung wieder nutzen. Wenn denn dieses Mal die Unterlagen den Anforderungen entsprechen.

Anwohner sind genervt und fordern eine schnelle Lösung

Der erneute Verzug sorgt bei Anwohnern und Felix Schönebeck vom Verein I love Tegel e.V. gleichermaßen für Unmut – Schönebeck setzt sich seit langer Zeit für die Wiedereröffnung ein. „Seit Jahren ist die Fußgängerbrücke gesperrt und schon wieder gibt es eine Verzögerung. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht von Anwohnern mit diesem Thema konfrontiert werde. Das Thema bewegt die Menschen im Kiez.

Die Brücke ist nicht nur eine kurze Verbindung zwischen Alt-Tegel, dem Schlossviertel und der Malche, sondern auch ein sicherer Schulweg für Kinder. Sowohl dem Investor als auch dem Senat ist das scheinbar egal. Ich habe überhaupt kein Verständnis mehr dafür. Das grenzt an Arbeitsverweigerung“, sagt Schönebeck.

Ersatzvornahme ist laut Senat keine Option: Es besteht keine Gefahr

Dem Senat scheinen die Hände gebunden, zumindest ist eine Ersatzvornahme nach Angaben der Senatsumweltverwaltung keine Option – in diesem Fall würde der Senat die Instandsetzung anstelle des Handlungspflichtigen auf dessen Kosten in Auftrag geben.

„Die Ersatzvornahme ist ein Mittel zur Vollstreckung gerichtlicher oder behördlicher Anordnungen. Da es sich bei der Instandsetzung um eine privatrechtliche nachbarschaftsrechtliche Angelegenheit handelt und alle Parteien stets ein Interesse an einer sachlichen Zusammenarbeit zeigen, ist eine Ersatzvornahme nicht zur schnelleren Umsetzung geeignet, zumal keine unmittelbare Gefahrenlage besteht“, sagt die Senatssprecherin und ergänzt: „Uns ist sehr daran gelegen, dass die Fußgängerbrücke so bald wie möglich wieder genutzt werden kann.“