Reinickendorf
Baumaßnahmen

Umbau Flughafen Tegel: Wohnungen in Holzbauweise entstehen

Das Areal des heutigen Flughafens in Tegel soll zum Modell für klimagerechtes Bauen werden. Die Vorbereitungen beginnen.

So soll der Park auf dem Gelände des heutigen Flughafens Tegel aussehen.

So soll der Park auf dem Gelände des heutigen Flughafens Tegel aussehen.

Foto: GM013 Giencke Mattelig Landschaftsarchitektur / das Berliner Büro GM013 Giencke Mattelig Landschaftsarchitektur

Berlin. Mit der nahenden Eröffnung des neuen Großflughafens in Schönefeld nehmen auch die Planungen für die Nachnutzung von Tegel Fahrt auf. „Weil die BER-Eröffnung näher rückt, haben wir Betriebstemperatur aufgenommen“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Freitag.

Die Entwicklung des riesigen Geländes ist das größte Bauprojekt des Senats in den kommenden Jahren – und eines der wirtschaftlichen Großvorhaben. Neben einem neuen Wissenschaftszentrum entstehen tausende neue Wohnungen. Mit dem sogenannten Schumacherquartier wird ein neuer Stadtteil im Südosten des Areals entstehen. Hier sollen mindestens 5000 Wohnungen gebaut werden. Die Vorbereitungen dazu laufen.

Flughafen Tegel: Baustart für erste Gebäude Ende 2020 geplant

„Wenn der BER wie geplant am 31. Oktober öffnet, schließt Tegel am 8. November“, sagte Lompscher. Zwar muss ein Teil des Flughafens im Stand-by-Modus bleiben, falls sich in Schönefeld Probleme ergeben, aber sofort nach der offiziellen Schließung werden die ersten Bodenproben auf dem Gelände entnommen, kündigte Lompscher an.

Bereits Ende dieses Jahres soll das Konzeptverfahren zur Vergabe der Grundstücke abgeschlossen sein. Im Mai 2021 soll dann die „Tegel Projekt GmbH“ das Gelände übernehmen und die Entwicklung managen. Im Sommer des gleichen Jahres ist dazu ein Tag der offenen Tür geplant. Baustart für die ersten Gebäude soll dann Ende des Jahres sein. Dazu gehört auch der Rückbau des Autobahnzubringers und die Festlegung der geplanten Tramstrecke. 2022 soll es dann mit dem Hochbau weiter gehen.

„Wir wollen hier auch Maßstäbe für den klimagerechten Neubau setzen“, sagte Lompscher. Das Wohnquartier soll zum Modell für den Wohnungsbau aus Holz werden. Dazu soll ein eigenes Cluster Holzbau mit eigenem Büro auf dem ehemaligen Flughafen eingerichtet werden. Am 12. Februar findet dazu eine Standortkonferenz im Kühlhaus in Kreuzberg statt, auf der sich Interessierte über den Stand der Planungen zur Entwicklung des Flughafengeländes informieren können.

Mindestens 5000 Gebäude sollen auf Flughafen-Gelände entstehen

Noch ist nicht endgültig geklärt, wie viele Wohnungen genau auf dem Gelände entstehen sollen. Mindestens 5000 sollen es sein, Lompscher hält auch 6000 für möglich. Das hänge auch von der verkehrlichen Anbindung des neuen Quartiers ab.

Neben dem Schumacherquartier sehen die Planungen vor, einen neuen Wissenschaftsstandort auf dem Gelände zu etablieren. Auch dazu sind die Planungen weit fortgeschritten. Nach der Schließung des Flughafens stehen auf dem Areal insgesamt 211 Hektar Projektgebiet und Raum für bis zu 1000 Unternehmen mit bis zu 20.000 Arbeitsplätzen zur Verfügung.

In das zentrale Flughafenterminal wird die Hochschule für Technik mit 2500 Studierenden einziehen. Insgesamt sollen bis zu 5000 Studenten den Campus besiedeln.

Die angrenzenden Flächen sind sowohl für Forschung und Entwicklung als auch für produzierendes Gewerbe vorgesehen. Auf dem Gelände steht darüber hinaus mit 82 Hektar die größte zusammenhängende innerstädtische Industriefläche Berlins zur Verfügung.

Wohl kein neues Stadion für Hertha BSC auf Flughafen-Gelände

Kaum Aussichten auf Erfolg haben nach Angaben der Stadtentwicklungssenatorin Pläne, das neue Stadion für Hertha BSC auf dem Areal unterzubringen. „Das ist schwer auf den übrigen Flächen zu erstellen“, sagte Lompscher. Zwar habe die Tegel Projekt GmbH den Auftrag, die Möglichkeiten dafür zu prüfen. Aber allein die benötigten Ausgleichsflächen für die Versiegelung des Bodens seien kaum zu realisieren, sagte Lompscher.