Reinickendorf
Illegale Müllentsorgung

Lkw-Ladungen mit Bauschutt am Flughafensee entsorgt

Die illegale Müllentsorgung in Reinickendorf hat ein neues Ausmaß erreicht. Die CDU fordert eine personelle Verstärkung des Forstamtes.

Am Flughafensee im Landschaftsschutzgebiet wurde Bauschutt entsorgt. Die Täter zu ermitteln, bleibt meist erfolglos.

Am Flughafensee im Landschaftsschutzgebiet wurde Bauschutt entsorgt. Die Täter zu ermitteln, bleibt meist erfolglos.

Foto: Privat

Berlin. Es will einfach kein Ende nehmen: Schon wieder wurde illegal Bauschutt abgeladen. Dieses Mal am Flughafensee, einem Landschaftsschutzgebiet. Zwar wird der Müll zeitnah entfernt, doch es ist eine Frage der Zeit, wann die nächste Ladung nicht ordnungsgemäß entsorgt wird. Eine Lösung könnte die personelle Aufstockung des Forstamtes sein.

Viele dürften noch die Bilder vor Augen haben, als etliche blaue Säcke entlang der Konradshöher Straße lagen, einiges an Schutt auch im angrenzenden Tegeler Forst.

Der jetzige Fall soll aber eine neue Dimension erreicht haben. Ralf Hoyer von der „Bürgerinitiative Flughafensee“ schätzt die Menge auf rund drei Lkw-Ladungen. Eternit, Holzlatten, Dämmwolle, Dachpappe, Steinplatten, Erdaushub sowie Säcke mit Sondermüll – vor Ort wurde nahezu die komplette Bandbreite an Baumaterial entdeckt. Der Fall wurde bereits dem Ordnungsamt und dem Forstamt Tegel gemeldet.

Ermittlungen bleiben ohne Erfolg

Das Problem ist allerdings, dass die Täter nie gesehen werden. Sonst könnte man sie auf frischer Tat ertappen. Da in der Regel keine Namen oder Adressen in den Säcken zu finden sind, bleibt die Ermittlung ohne Erfolg. Nach dem Landeswaldgesetz sind zunächst die Berliner Forsten für die Abwehr von Gefahren, zur Beseitigung von Störungen und zur Verfolgung von rechtswidrigen Handlungen zuständig. In seltenen Fällen ermittelt die Polizei.

Der Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) ist sich sicher, dass eine angemessene personelle

Ausstattung des Forstamts Tegel helfen könnte, diesem stärker werdenden Problem zu begegnen. „Die illegale Entsorgung von Müll und Schutt stellt eine Gefahr für die Natur und ein Ärgernis für uns Bürger dar. Die Berliner Forsten sind gesetzlich als Ordnungsbehörde für den Forstschutz zuständig. Dann muss der Senat die Forstämter aber auch in die Lage versetzen, diese Aufgaben wahrnehmen zu können. Davon sind wir aktuell meilenweit entfernt. Hier besteht dringend Handlungsbedarf“, erklärt Schönebeck.

Entscheidung vom Senat über BVV-Antrag steht noch aus

In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat Schönebeck daher einen Antrag eingebracht, der das Forstamt personell stärken soll. Dieser wurde einstimmig beschlossen. Darin fordert er, „dass das Forstamt Tegel personell dergestalt ausgestattet wird, dass es seine Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrnehmen kann. Insbesondere sind hierbei Stellen zu schaffen, die die Gefahrenabwehr und Verfolgung von rechtswidrigen Handlungen nach dem Landeswaldgesetz gewährleistet, um der vermehrt auftretenden Vermüllung in den Reinickendorfer Forsten entgegenzuwirken“. Abzuwarten bleibt jedoch, ob und wie die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz diesen Beschluss umsetzen wird.