Reinickendorf
Schule

Bezirkselternausschuss: Digitalen Unterricht vorantreiben

Der Bezirkselternausschuss befürchtet, dass trotz des Digitalpaktes noch lange kein zeitgemäßer Unterricht an Schulen stattfindet.

Für den Bezirkselternausschuss ist das Arbeiten mit Laptops und Tablets ein zeitgemäßer Unterricht. Ob jede Schule das realisieren kann, bleibt abzuwarten.

Für den Bezirkselternausschuss ist das Arbeiten mit Laptops und Tablets ein zeitgemäßer Unterricht. Ob jede Schule das realisieren kann, bleibt abzuwarten.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Reinickendorf. 257 Millionen Euro aus dem Digitalpakt Schule stehen dem Land Berlin in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung. Ziel ist der Ausbau und Aufbau der digitalen IT-Infrastruktur in den Schulen. Der Bezirkselternausschuss in Reinickendorf begrüßt die Umsetzung des Digitalpaktes als Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem sei noch viel zu tun, um den Schülern einen zeitgemäßen Unterricht zu ermöglichen.

„Unter zeitgemäßem Unterricht verstehen wir, dass auch im Unterricht die Mittel der Zeit angewendet werden und die sind heute digital. Vor allem interaktive Lernanwendungen könnten im Unterricht einen echten Mehrwert bieten“, sagt Harald Voß, Vorsitzender des Bezirkselternausschusses Schule in Reinickendorf. Die Schüler würden zeitnah erfahren, ob die Lösung richtig oder falsch ist. „Derzeit erhalten die Schüler eine Leistungsrückmeldung oft erst am Ende eines Themenkomplexes über einen Test oder eine Klassenarbeit“, sagt Voß.

Neben der Hardware-Ausstattung kommt es auf die Inhalte an

Im Senatsbeschluss heißt es, dass durch den Digitalpakt die Beschaffung von Standardschulservern, strukturierter LAN-Vernetzung sowie der Ausbau des WLAN bald beginnen kann. „Neben der Hardware-Ausstattung kommt es vor allem auch auf die Inhalte an. Schulen sollten mit der Erstellung eines Medienkonzeptes nicht alleine gelassen werden. So sollte die Senatsverwaltung ihre Leitkompetenzwahrnehmen und für die inhaltliche Gestaltung eines digitalisierten Unterrichts Leitlinien vorgeben, an denen sich die Schulen orientieren können“, sagt der Bezirkselternausschuss.

Die Mitglieder des Ausschusses regen an für Inhalteanbieter und Schulbuchverlage beispielsweise über ein geeignetes Abrechnungssystem Anreize zu schaffen, um neue, digitale und auch interaktive Inhalte zu entwickeln, die über die reine Digitalisierung des Schulbuches hinausgingen. So könnte das physische Schulbuch langfristig ersetzt werden können. „Schulen sollten verpflichtet werden, in mindestens 25 Prozent des Unterrichts digitale Lehr- und Lernmittel zu nutzen“, heißt es. Daher fordert der Bezirkselternausschuss eine Vollausstattung der Schulen mit digitalen Endgeräten.

Bezirkselternausschuss: Nutzung eigener Geräte sollte geprüft werden

Der im Digitalpakt vorgesehene Anteil für Endgeräte ist jedoch auf 25.000 Euro pro Schule gedeckelt – je nach gewähltem Endgerät reicht diese Summe nicht einmal für einen Klassensatz. Weitere Geräte müssten die Schulen dann aus ihrem eigenen Etat finanzieren. „Unsere große Befürchtung ist, dass dies gerade am Anfang nicht in ausreichendem Maße geschieht, weil nach wie vor physische Schulbücher in unveränderter Größenordnung geordert werden und interaktive Lernanwendungen, die einen wirklichen Mehrwert für die Unterrichtsgestaltung bieten, nur in geringer Zahl zur Verfügung stehen und dann meist zusätzlich zu den bisherigen Schulbüchern aus dem gleichen Etat finanziert werden müssen“, sagt Harald Voß. Deshalb sollte auch geprüft werden, inwieweit Schüler ihre eigenen Geräte mitnehmen könnten.

Der Bezirkselternausschuss hat die Bedenken bereits an den Landeselternausschuss übermittelt. Der wird zeitnah über das Thema Digitalisierung an Schulen beraten.