Reinickendorf
Bürgerinitiative

Bürger fordern mehr Sicherheit auf dem Zabel-Krüger-Damm

Die Verkehrssituation sei gefährlich, sagen Anwohner. Mit einer Petition will eine Bürgerinitiative auf das Problem aufmerksam machen.

Durch Lkw und Busse müssen Autos ausweichen. Diese Situation sei für Fußgänger und Radfahrer auf dem Zabel-Krüger-Damm gefährlich, sagen Anwohner.

Durch Lkw und Busse müssen Autos ausweichen. Diese Situation sei für Fußgänger und Radfahrer auf dem Zabel-Krüger-Damm gefährlich, sagen Anwohner.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Gerade während des Berufsverkehrs ist einiges los auf dem Zabel-Krüger-Damm. Ob Lkw, Auto, Busse, Radfahrer oder Fußgänger – alle wollen möglichst schnell an ihr Ziel. Und dabei kommt es häufiger zu gefährlichen Situationen, wie Anwohner berichten. Viele hätten Probleme, die Straße zu überqueren, warteten teilweise mehrere Minuten. Mit dem Fahrrad traut sich zu den verkehrsreichsten Zeiten kaum jemand zu fahren. Matthias Eigenbrodt und Tobias Büchner wollen das jetzt ändern und haben mit der von ihnen gegründeten Bürgerinitiative eine Petition gestartet.

Die beiden engagierten Anwohner leben seit mehreren Jahren am Zabel-Krüger-Damm – eine circa drei Kilometer lange Straße, die durch die Ortsteile Waidmannslust und Lübars führt und als Verbindung

zwischen dem Märkischen Viertel und der B96 beziehungsweise der Autobahn 111 genutzt wird. Daher bekommen sie täglich mit, was sich auf der Straße abspielt. „Der Verkehr hat deutlich zugenommen. Besonders Lkw nutzen diese Straße wesentlich öfter“, bemerkt Matthias Eigenbrodt.

Lkw halten kaum Sicherheitsabstand zu Fahrradfahrern

Das belegen Zahlen der Verkehrslenkung Berlin, die alle fünf Jahre eine Verkehrszählung durchführen – die von 2019 ist noch nicht ausgewertet. So fuhren im Jahr 2009 täglich zwischen 6.800 und 15.100 Pkw und 100 bis 200 Lkw über den Zabel-Krüger-Damm. Im Jahr 2014 waren es zwischen 7.400 und 17.800 Pkw und zwischen 1.000 und 2.300 Lkw täglich. Bei den Lkw ist das ein Anstieg von 120 Prozent. „Und das sind 40 Tonner, die hier durchfahren“, sagt Tobias Büchner. Er selbst habe auf dem Fahrrad bereits öfter die Situation erlebt, dass er von Lkw überholt worden sei, diese aber kaum einen Sicherheitsabstand einhalten würden. „Das ist echt gefährlich.“

Bürgerinitiative „Zabel-Krüger-Damm“ fordert Tempo 30

Je mehr Fahrzeuge die Straße nutzen, desto höher ist auch der Lärmpegel. „Wenn hier ein Lkw nach dem anderen durchfährt, dann ist das sehr laut. Am schlimmsten sind aber die Motorräder im Sommer, wenn die richtig aufdrehen“, sagt Büchner, der mit Frau und Sohn direkt am Zabel-Krüger-Damm wohnt. Am schlimmsten seien aber die Fahrzeuge, die deutlich zu schnell fahren, „weil hier auch Grundschulen und Kindergärten sind“, sagen die Anwohner.

Die Bürgerinitiative fordert für die Verlangsamung und Verminderung des Verkehrs am Zabel-Krüger-Damm in Lübars und Waidmannslust sowie zur Verringerung der Gefahren für Fußgänger und Radfahrer

daher folgende Maßnahmen: einen durchgehenden Tempo-30-Bereich von Alt-Lübars, Zabel-Krüger-Damm und Waidmannsluster Damm; einen Fahrradschutzstreifen auf dem Zabel-Krüger-Damm; mehr Fußgängerampeln oder Zebra-Streifen; regelmäßige Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen. „Es ist wirklich schwierig, die Straße zu überqueren, weil niemand einen passieren lässt. Mehr Zebrastreifen oder eine Mittelinsel würden das deutlich erleichtern“, meint Eigenbrodt.

Fahrradstreifen statt Parkplatz entlang des Zabel-Krüger-Damms

Im Vergleich zum Waidmannsluster Damm, für den auch eine Bürgerinitiative eine Verbesserung der Verkehrssituation fordert, sei der Zabel-Krüger-Damm so breit, dass ein Fahrradstreifen angelegt werden könnte. „Die Autos müssen nicht auf der Straße parken, sie könnten zwischen den Bäumen stehen. Der Gehweg würde näher an die Grundstücke gelagert und schön wäre auf der Straße Platz für einen Fahrradweg auf beiden Seiten“, sagen die beiden Anwohner. Dadurch würden Parkplätze zwar wegfallen, „aber es kann nicht sein, dass mehr Wert auf kostenfreies Parken am Straßenrand gelegt wird, als auf die Sicherheit“, betont Büchner.

Um zu verdeutlichen, dass sich nicht nur die beiden eine Lösung wünschen, haben sie eine Online-Petition gestartet. Von den benötigten 2200 Unterschriften seien bereits 400 online eingegangen und knapp 300 an den Haustüren gesammelt worden. Diese sollen dann der Bezirksverordnetenversammlung überreicht werden, an die sich die Petition richtet. Dort soll das Thema zeitnah besprochen werden.