Reinickendorf
Bauprojekt

Am Tegeler See entsteht eine Anlage für betreutes Wohnen

Die Klage eines Anwohners gegen den Bezirk hatte die Bauarbeiten verzögert. Die 42 Wohnungen sollen im Spätsommer fertig sein.

Ein Schandfleck weniger: In der Wilkestraße am Tegeler See entstehen 45 Wohnungen für Senioren und ein Café.

Ein Schandfleck weniger: In der Wilkestraße am Tegeler See entstehen 45 Wohnungen für Senioren und ein Café.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. An der Wilkestraße am Tegeler See wird fleißig gebaut. Dass dem so ist, ist keine Selbstverständlichkeit, denn lange war dort eine Brachfläche. Das seit Jahren leerstehende Hotel samt der Grünanlage war ein Schandfleck für den sonst so gepflegten Bereich rundum den Tegeler See. Jetzt ist klar: Dort wird eine Anlage für betreutes Wohnen entstehen und auch etwas für Anwohner und Passanten.

Geplant sind 45 seniorengerechte Wohnungen in dem ehemaligen Hotel und eine Gewerbeeinheit wie ein Café. Zudem soll ein Gemeinschaftsbereich entstehen, damit beispielsweise Yoga und Lesungen stattfinden können. Betreiber der Anlage wird die Curata-Unternehmensgruppe, die deutschlandweit soziale Dienstleistungen in der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung für aktuell rund 3400 Pflegebedürftige anbietet.

Spezielle Technik soll Senioren den Alltag erleichtern

„Die barrierefreien Mietwohnungen sind zwischen 30 und 58 Quadratmeter groß, werden seniorengerecht

gebaut und durch eine Smart Assistance Technik sicher ausgestattet“, sagt Thorsten Mohr, Geschäftsführer von Curata. Also technische Feinheiten, die den Senioren den Alltag erleichtern und Sicherheit bieten wie eine Abschaltautomatik für elektrische Geräte, eine eine zentrale Stromabschaltung beim Verlassen der Wohnung oder einen Notrufknopf. „Wir möchten den Mietern ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in unserer Wohnanlage ermöglichen“, so Mohr. Ein Concierge wird die Mieter dabei unterstützen.

Café auch für Anwohner nutzbar

Bezüglich der Gewerbeeinheit spricht der Geschäftsführer derzeit noch mit Anbietern. Fest steht aber, dass dort ein Café oder ein Bistro betrieben werden soll, das nicht nur die Mieter, sondern alle Anwohner und Passanten nutzen können. Auch der Gemeinschaftsraum ist nicht nur für die Senioren gedacht. „Wir möchten Veranstaltungen anbieten, die die Menschen im Quartier zusammenbringen“, sagt Mohr. Wie teuer die Wohnungen sein werden, kann der Geschäftsführer noch nicht beziffern. Eine Fertigstellung ist für Spätsommer 2020 geplant. Es gibt nach Angaben Mohrs zwar schon eine Warteliste, derzeit sind aber noch keine Wohnungen vermietet. Weitere Informationen gibt es auf www.curata.de.

Anwohner hat die Klage letztendlich zurückgezogen

Der Grund, warum dort trotz langer Planung lange keine Bauarbeiter auf dem Grundstück am Tegeler See anrückten, war eine Klage. Ein Nachbar habe gegen das Projekt geklagt, weshalb der Grundstückseigentümer die Planungen ruhen ließ, sagte ein Bezirkssprecher. Das Verfahren hat der Bezirk in erster Instanz gewonnen, die Klage in zweiter Instanz hat der Kläger zurückgezogen. Aufgrund des Zeitverzugs mussten sämtliche Bauleistungen neu ausgeschrieben und Angebote eingeholt werden.