Reinickendorf
Kirche

29. Februar - Den geschenkten Tag sinnvoll nutzen

Vikar Günter Hänsel hat sich Übungen überlegt, wie man trotz Termindruck innehalten kann. Das möchte er in Frohnau zeigen.

Vikar Günter Hänsel von der Johanneskirche in Frohnau möchte den Menschen Tipps an die Hand geben, wie sie zu sich selbst finden und für einen Moment innehalten können, um Kraft zu tanken.

Vikar Günter Hänsel von der Johanneskirche in Frohnau möchte den Menschen Tipps an die Hand geben, wie sie zu sich selbst finden und für einen Moment innehalten können, um Kraft zu tanken.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. „Wir leben mittlerweile in einer lauten Welt, in der fast jeder das Gefühl hat, immer höher, schneller und weiter sein zu müssen als seine Mitmenschen und dabei Dinge wie Erschöpfung und Schlaflosigkeit in Kauf nimmt“, sagt Günter Hänsel. „Dabei sehnen sich die meisten nach Ruhe.“ Der Vikar in der Johanneskirche in Frohnau hat sich daher etwas überlegt, wie er mithilfe der Kirche diesen Menschen helfen kann.

„Das Ziel ist es, die Stille zu entdecken und für einen Moment innezuhalten“, sagt der 26 Jahre alte Vikar. Und am besten eigne sich dafür der „geschenkte Tag“ – also der 29. Februar, der auch noch ein Sonnabend ist. Als Beginn der Fastenzeit könne man diesen Tag als Besinnung nutzen. Dafür hat er in der evangelischen Kirche Frohnau ein Programm entwickelt, bei dem er den Besuchern zeigt, wie sie kleine Momente des Innehaltens in den Alltag integrieren können.

Umfangreiches Programm aus Meditation, Tanz und Gesang

Ab 11 Uhr am Sonnabend (29. Februar) bis Sonntag 11 Uhr (1. März) gibt es ein Angebot aus Meditation, Tanz, Gesang, Atemtechniken und Pilgern. Günter Hänsel sagt ausdrücklich, dass das Angebot nicht nur für gläubige Kirchgänger ist, auch wenn das eine oder andere Gebet eine Rolle spielen wird. „Jeder kann kommen und gehen, wann er möchte, sich das Angebot nur ansehen oder mitmachen“, sagt der Vikar. Nur weil es ein Angebot der Kirche ist, ginge es aber nicht die ganze Zeit um Gott. Das kostenfreie Programm sei umfangreich, so dass jeder etwas für sich mitnehmen könne.

Die Idee für diesen Tag hatte Günter Hänsel, weil es ihm selbst einmal so erging und er bei vielen Menschen mitbekommt, wie gestresst sie teilweise sind. Er hat für sich ein Kloster entdeckt, in das er seit fünf Jahren zweimal im Jahr für eine Woche einkehrt. Dort hat er gelernt, zu sich zu finden. Seit dem bindet er kleine Rituale in den Alltag ein. „Wenn um 12 Uhr die Glocken läuten, bleibe ich stehen, besinne mich auf mich selbst und nehme meinen Atem wahr“, erzählt Hänsel, „das ist entlastend“. Er gesteht, dass es ihm auch nicht immer gelinge runterzufahren, er aber gemerkt habe, dass Wiederholungen Sicherheit geben.

Günter Hänsel will zeitgemäß sein und schauen, was die Menschen bewegt und was man so als Kirche tun kann. „Für mich ist es wichtig zuzuhören und nah bei den Menschen zu sein“, sagt der 26 Jährige. Und das wird er auch am 29. Februar in der Johanneskirche tun.

Veranstaltungsort: Johanneskirche, Zeltinger Platz 18, 13465 Berlin, Gemeindesaal der Kirchengemeinde Frohnau, Eingang links neben der Kirche