Reinickendorf
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CDU will Schadstoff-Mobil gegen illegale Müllberge

Die CDU in Reinickendorf empfiehlt die Einführung eines Schadstoff-Mobils. Die BSR sieht den Wunsch skeptisch.

So ein Schadstoff-Mobil wie in Brandenburg könnte den illegalen Müll in Wäldern verhindern, sagt die CDU Reinickendorf.

So ein Schadstoff-Mobil wie in Brandenburg könnte den illegalen Müll in Wäldern verhindern, sagt die CDU Reinickendorf.

Foto: Stadtverwaltung Hohen Neuendorf

Reinickendorf. Farben, Lacke, Altöl, Chemikalien, Batterien – die Menschen werfen heutzutage häufig ihren Müll an Straßenränder oder in den Wald, weil ihnen die nächste Annahmestelle zu weit weg ist oder die Entsorgung zu teuer. Die illegale Entsorgung von Müll und Bauschutt ist auch in Reinickendorf zu einem Problem geworden. Deshalb soll nun ein so genanntes Schadstoff-Mobil Abhilfe schaffen, da es noch keine Schadstoffsammelstelle im Bezirk gibt.

Nach Angaben von Felix Schönebeck (CDU), der einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht hat, könnte das ein Vorbild für ganz Berlin sein. „Wir wollen, dass es in Reinickendorf künftig bürgerfreundliche Möglichkeiten zur umweltgerechten Entsorgung von gefährlichen Schadstoffen gibt. Dafür soll ein Schadstoff-Mobil an verschiedenen Orten im Bezirk zu festen Intervallen den Bürgern für die Entsorgung von Schadstoffen zur Verfügung stehen“, erklärt der Bezirksverordnete.

Das Problem der illegalen Entsorgung würde sich auch dadurch verschärfen, weil es im Bezirk kein öffentliches Angebot zur fachgerechten Entsorgung von Schadstoffen gibt. „Wir müssen lebensnahe Antworten auf dieses Problem finden, damit Schadstoffe nicht mehr im Hausmüll oder in der Umwelt landen, sondern ordnungsgemäß entsorgt werden“, sagt Schönebeck.

BSR: Unseriöse Gewerbetreibende nutzen kein Schadstoff-Mobil

Die nächste Möglichkeit für Reinickendorfer, ihre Schadstoffe bezirksnah entsorgen zu können, sind die Recyclinghöfe Behmstraße und Brunsbütteler Damm. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) kennt das Problem und überarbeitet derzeit auch vor dem Hintergrund des Berliner Abfallwirtschaftskonzepts (AWK) die Recyclinghofkonzeption – dies betrifft unter anderem die Themen Annahmespektrum und Öffnungszeiten.

Was das Schadstoffmobil betrifft, ist man bei der BSR allerdings skeptisch. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich Probleme mit illegalen Schadstoffablagerungen durch ein Schadstoff-Mobil nachhaltig lösen lassen. Denn vermutlich sind auch in Reinickendorf für viele illegale Ablagerungen unseriöse Gewerbetreibende verantwortlich, die gewerbliche Entsorgungskosten sparen wollen – zu Lasten von Umwelt und Steuerzahlern“, sagt ein BSR-Sprecher. Mit einem Schadstoffmobil sei solchen Umweltsündern und Umweltkriminellen nicht beizukommen. „Hier hilft nur die konsequente Anwendung des Ordnungsrechts beziehungsweise des Umweltstrafrechts“, heißt es weiter. Ob Reinickendorf ein Schadstoff-Mobil bekommt, bleibt also abzuwarten.