Reinickendorf
Familienfarm Lübars

Bis Sommer 2020 bleiben Tiere bei der Familienfarm Lübars

40.000 Euro waren auf dem Konto, bis eine 18.000-Euro-Spende wieder zurückgenommen wurde. Die Familienfarm braucht weiter Hilfe.

Bis zum Sommer bleiben die Tiere auf der Familienfarm Lübars. Was danach passiert, bleibt abzuwarten.

Bis zum Sommer bleiben die Tiere auf der Familienfarm Lübars. Was danach passiert, bleibt abzuwarten.

Foto: Familienfarm Lübars

Berlin. Mit ihrem Spendenaufruf hat die Alte Fasanerie, bei den meisten wohl besser bekannt als Familienfarm Lübars, für ordentlich Aufsehen gesorgt. Knapp 170.000 Euro mussten sie in zwei Wochen zusammenbekommen, damit sie die 120 Tiere des Hofes nicht abgeben müssen. Stichtag ist der 20. Dezember. Von der Zielsumme ist die Farm allerdings noch weit entfernt.

20.000 Euro sind bislang auf dem Konto eingegangen. „Das ist natürlich nicht annähernd das, was wir brauchen“, sagt Helmut Wegner, Leiter des Elisabethstifts, das die Alte Fasanerie betreibt. Er freut sich dennoch sehr über die Anteilnahme der Reinickendorfer, die mutmachenden Anrufe und die Briefe. Fakt ist, dass das Elisabethstift als privater Träger nicht mehr die komplette Summe für Pflege, Futter, Tierarztkosten und Reparaturarbeiten selbst aufbringen kann. „Wir brauchen Hilfe.“ Es wäre machbar, sagt Wegner, wenn jeder Reinickendorfer einen Euro pro Jahr spenden würde – es leben circa 265.000 Menschen im Bezirk. Oder Firmen den Hof finanziell unterstützen würden.

Einzelspende in Höhe von 18.000 Euro wurde zurückgenommen

Besonders tragisch: Zu Beginn der Aktion ist eine Einzelspende in Höhe von 18.000 Euro auf der Internetplattform betterplace.org eingegangen – auch dort hatte die Alte Fasanerie um Unterstützung gebeten. Genau eine Woche später war die Summe wieder weg. „Auf der Plattform ist es möglich, seine Spende wieder zurückzunehmen. Wir wissen auch gar nicht, wer es war. Es gibt keinen Kontakt, keinen Schriftverkehr“, sagt Wegner. Sonst wären es jetzt bereits knapp 40.000 Euro.

Doch was heißt das jetzt für die Tiere? „Bis zum Sommer 2020 werden wir auf jeden Fall noch alle dort sein“, verspricht Helmut Wegner, „auch wenn wir dadurch ins Minus rutschen.“ Den Tierpflegern sei die Idee gekommen, einen Förderverein zu gründen. Das wolle Wegner gleich im Januar in die Wege leiten. Dann könnten Besucher auch einen Dauerauftrag einrichten und die Alte Fasanerie eine Spendenquittung ausstellen. Wegner rechnet damit, dass es bis Ostern den Förderverein gibt. Ansonsten können Interessenten auch an das Elisabethstift spenden mit dem Verwendungszweck „Alte Fasanerie“. „Das geht zu einhundert Prozent dorthin“, versichert der Leiter des Elisabethstifts.

Verkaufen der Tiere ist noch kein Thema

Ans Verkaufen einzelner Tiere denkt Helmut Wegner jetzt noch nicht. „So schnell werden wir nicht aufgeben“, sagt er. Je mehr finanzielle Unterstützung käme, desto länger könnten die Tiere dort bleiben. Nicht nur für die Besucher wollen Wegner und die Mitarbeiter alles versuchen, um die Tiere zu behalten. Sondern auch für diejenigen, die mit Hilfe von Schafen, Ziegen, Minischweinen, Ponys, Alpakas, Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Fasane und Tauben wieder Verantwortung lernen oder sich nach einem Burnout erholen. Oft sind die Tiere auch eine Brücke zwischen Betroffenen und den Mitarbeitern.

Wer spenden möchte:

Es besteht die Möglichkeit, die Alte Fasanerie finanziell zu unterstützen, aber auch durch eine Tierpatenschaft. Mehr Informationen gibt es hier: Tel. (030) 81 72 91 50 (Mo–Fr 10–14 Uhr), info@elisabethstift-berlin.de oder auf www.alte-fasanerie-luebars.de. Dort stehen auch die Daten für eine Spende.