Reinickendorf
Markthalle

Keine Markthalle in Tegel für sechs Monate

Nur drei von 25 Standbetreibern waren an der vom Bezirksamt vorgeschlagenen Ausweichfläche interessiert - das ist finanziell nicht umsetzbar.

Zwischen der Karolinenstraße und Am Tegeler Hafen hat der Bezirk den Standbetreibern eine Fläche angeboten.

Zwischen der Karolinenstraße und Am Tegeler Hafen hat der Bezirk den Standbetreibern eine Fläche angeboten.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Obwohl bekannt wurde, dass die Markthalle Tegel zum Ende dieses Jahres ihre Pforten schließt, war es doch eine gute Nachricht, dass der Bezirk den Standbetreibern eine Alternative auf einer Fläche zwischen der Karolinenstraße und Am Tegeler Hafen vorgeschlagen hatte. So könnten die langjährigen Kunden zumindest das Angebot weiterhin wahrnehmen, bis die neue Markthalle im Tegel-Quartier eröffnet. Allerdings hat fast kein Marktbetreiber das Angebot angenommen. Heißt: Ab Januar gibt es dort keinen Markt mehr.

Ein Mieter wird seinen Stand weiter betreiben

„Von den 25 Marktbetreibern haben nur drei Interesse geäußert. Das ist für den Bezirk finanziell nicht darstellbar. Damit sind unsere Möglichkeiten, die Marktbetreiber zu unterstützen, erschöpft“, sagte Frank Balzer (CDU) in der Bezirksverordnetenversammlung auf Anfrage von Deniz Seyhun (Linke). Einer der Mieter betreibt nach Angaben Balzers auf dem Gelände der HGHI Holding GmbH, die das Tegel-Quartier neu bauen, Anfang des nächstes Jahres seinen Stand. Um welches Angebot es sich handelt, ließ er offen. Auch die HGHI hält sich bedeckt. „Wir haben mit allen Markthallenmietern partnerschaftliche Lösungen diesbezüglich gefunden. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass wir nicht auf Details eingehen können“, antwortete Geschäftsführer Harald Huth.

Die neue Markthalle soll Mitte 2020 öffnen

Fakt ist, dass die Schließung laut Harald Huth durch die derzeitige Belastung durch die Baumaßnahmen unumgänglich ist. „Das Hertie-Haus muss abgerissen werden, und die Beeinträchtigungen auf den derzeitigen Umsatz für die Mieter sind schon äußerst hoch und würden noch stärker werden, wenn wir das weiterführen würden“, sagte der Inhaber.

Während einige Mieter die Zeit überbrücken können, weil sie ihre Mitarbeiter an anderen Standorten einsetzen können, so wissen Marktbetreiber wie Lothar Gersch nicht, wie es weitergeht. Er hat einen kleinen Lotto-Laden. Das Problem: Zum einen weiß er nicht, ob er die Zeit mit seinem Ersparten überbrücken kann, zum anderen muss er seine Lotto-Lizenz neu beantragen.

Die neue Markthalle wird im Tegel-Center Süd mit Ausgang zur Grußdorfstraße neu eröffnet. Das soll, so der derzeitige Stand, Mitte 2020 sein.