Reinickendorf
Umwelt

Gräben in Heiligensee werden gründlicher gereinigt

Wenn die Gräben nicht gesäubert werden, läuft das Wasser nicht ab und überflutet Keller. So gründlich war der Senat aber nicht immer.

Diese Gräben in Heiligensee verstopfen schnell, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Diese Gräben in Heiligensee verstopfen schnell, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Ein starker Regenguss und die Menschen in Heiligensee müssen hoffen, dass ihr Keller nicht wieder unter Wasser steht. Das Problem ist das ansteigende Grundwasser in Kombination mit den teilweise verstopften Gräben, durch die das Regenwasser nicht in den Nieder Neuendorfer See fließen kann.

Oft haben die Anwohner geklagt, auch eine Bürgerinitiative gegründet, um beim Senat Gehör zu finden. Sie bemängeln die seltene Reinigung der Gräben. Nun gibt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf Anfrage des Abgeordneten Stephan Schmidt (CDU) bekannt, wie oft wo gereinigt wird.

„Die Durchlässe und Verunreinigungsschwerpunkte der Gräben in Heiligensee werden wöchentlich gereinigt. Darüber hinaus findet monatlich eine Komplettreinigung statt. Im Sommer sowie im Herbst dieses Jahres wurden die Gräben gemäht. Die Sohl- und Grundräumung wird seit Anfang November durchgeführt“, schreibt der Senat in seiner Antwort. Die Fertigstellung solle bis Mitte Dezember erfolgen.

Anlangen werden Instand gesetzt

Eschengraben, Wiesengraben, Lindengraben, Haselgraben, Birkengraben, Erlengraben samt Teich, Weidengraben – es gibt eine Menge zu tun in Heiligensee. Neben der Grundräumung der Gräben werden Verkehrssicherungsmaßnahmen an Bäumen wie Totholzentfernung, Schnittmaßnahmen gemäß Festlegung des Baumgutachters vorgenommen, sagt ein Sprecher des Senats. „Sofern erforderlich, werden Instandsetzungen an den Anlagen ausgeführt“, heißt es.

Um beispielsweise Böschungen des Wiesengrabens gegen zukünftige Erosion durch Regen und Wind zu schützen, wird derzeit ein Wildzaun errichtet und im Bereich der Böschungsoberkante eine Wildhecke aus einheimischen Hundsrosen gepflanzt.

Gutachten über das Entwässerungssystem kommt 2020

Auf das Gutachten zu den hydraulischen Untersuchungen des Grabensystems müssen die Anwohner allerdings noch warten – das wird derzeit von den Berliner Wasserbetrieben mit Unterstützung der zuständigen Abteilungen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erstellt. Ergebnisse der Untersuchungen sind im ersten Quartal 2020 zu erwarten, heißt es. Schmidt forderte das gesamte Entwässerungssystem auf den Prüfstand zu stellen und dieses gutachterlich prüfen zu lassen.

Schmidt plant Veranstaltung mit Bürgern und Fachleuten

Stephan Schmidt ist mit den Zwischenergebnissen zufrieden. „Die umfangreiche Auflistung der einzelnen Arbeiten an den Gräben allein aus diesem Jahr belegt, dass frühere Aussagen zu Zustand, ausgeführten Reinigungsarbeiten und Pflegeturnus schlicht unzutreffend waren“, sagt er. Heißt: Es wurde seltener gereinigt als gesagt wurde. „Das zeigt mir, dass meine ständigen Nachfragen und Kontrollen notwendig sind, damit das Thema nicht ganz plötzlich wieder in Vergessenheit gerät“, sagt Schmidt weiter.

Völlig unbefriedigend hingegen sind die Aussagen über die Beteiligung der betroffenen Anwohner. Die wird der Senat nämlich nicht mit einbeziehen. Schmidt plant daher eine eigene Veranstaltung für das Frühjahr 2020, zu der Fachleute eingeladen werden, die sich mit den Bürgern austauschen sollen.