Reinickendorf
Familienfarm Lübars

Viele Spenden für die Tiere der Familienfarm Lübars

Die Alte Fasanerie braucht bis zum 20. Dezember 170.000 Euro. Sonst muss sie ihre Tiere abgeben. Auch Tierpatenschaften sind möglich.

Damit Alpaka Rodney auch weiterhin auf der Familienfarm Lübars bleiben kann, werden Spenden benötigt.

Damit Alpaka Rodney auch weiterhin auf der Familienfarm Lübars bleiben kann, werden Spenden benötigt.

Foto: BM

Erst vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass die Alte Fasanerie, besser bekannt als Familienfarm Lübars, ihre 120 Tiere abgeben muss, wenn sie es nicht schafft, bis zum 20. Dezember 170.000 Euro zu bekommen (die Morgenpost berichtete). „Kurz danach ging eine Spende nach der anderen ein“, sagt Hofleiter Daniel Meißner, „es ist toll, dass uns so viele Menschen unterstützen. Die Spendenbereitschaft ist wirklich groß.“ Bis vergangenen Montag waren bereits 25.000 Euro auf dem Konto, davon eine Einzelspende in Höhe von 18.000 Euro.

Viele Menschen schließen Tierpatenschaft ab

„Die Bargeldspenden haben wir noch nicht gezählt. Derzeit bin ich damit beschäftigt, die ganzen Anrufe entgegenzunehmen“, sagt Meißner. Anstatt zu spenden, würden viele Menschen lieber eine Tierpatenschaft abschließen. „Damit ist uns sehr geholfen, und es ist wie bares Geld zu sehen. Außerdem haben die Paten dann eine persönliche Beziehung zu dem Tier“, sagt der Hofleiter.

Jeden Tag könnte man in der Alten Fasanerie nach Schafen, Ziegen, Minischweinen, Ponys, Alpakas, Hühnern, Enten, Gänsen, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Fasanen und Tauben sehen. Eine Patenschaft für eine Maus kostet beispielsweise 40 Euro pro Jahr, bei einem Pony ist man mit 100 Euro dabei. Damit seien Futter und Pflege abgedeckt.

Finanzielle Unterstützung endet im Juni 2020

Viel hatte das Elisabethstift – eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung und Träger einer Schule, eines Kinderheims, Kitas und der Fasanerie – versucht, um die Kosten für die Tiere zu decken: Werbung für Tierpatenschaften, Anträge auf Fördermittel, Vermietung und Verpachtung der Räumlichkeiten, Verkauf von eigenen Erzeugnissen – aber nichts half.

Das Bezirksamt unterstützt zwar die pädagogische Arbeit, und durch den Europäischen Sozialfonds konnte das Projekt „Individuelles Strukturtraining“ gefördert werden. Aber: Das Programm endet im Juni 2020, und die Tiere sind nicht in der finanziellen Unterstützung mit inbegriffen – durch Pflege, Futter und Tierarztkosten käme diese hohe Summe zusammen. Und Eintritt nehmen die Verantwortlichen nach wie vor nicht – zumal ein erhebliche Summe genommen werden müsste, um die Kosten zu decken. „Wir möchten ein Ort für alle Menschen sein und bleiben“, sagt Meißner.

Tiere als Verbindung zwischen Pädagogen und hilfebedürftigen Menschen

Die Tiere sind sehr beliebt bei Familien mit Kindern. Sie erfüllen aber noch einen anderen Zweck: Sie sind oft eine Verbindung zwischen Pädagogen und den Menschen, denen dort dabei geholfen wird, wieder in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden oder nach einem Burn-out wieder Fuß zu fassen.

Doch was passiert mit den Spenden, wenn die 170.000 Euro nicht zusammenkommen? „Jeder Euro trägt für den Erhalt der Tiere bei. Je mehr Spenden eingehen, desto länger können die Tiere bei uns bleiben“, sagt Meißner.

Wer spenden möchte:

Mehr Informationen über die Alte Fasanerie gibt es unter Tel. (030) 81 72 91 50 (Mo–Fr 10–14 Uhr), info@elisabethstift-berlin.de oder auf http://www.alte-fasanerie-luebars.de. Dort stehen auch die Daten für eine Spende.