Reinickendorf
Bauprojekt

Das Areal der Cité Foch nimmt langsam Gestalt an

Auf der Brachfläche, auf der einst französische Familien lebten, werden derzeit mehr als 200 Wohnungen gebaut.

Die BPD Immobilienentwicklung realisiert mehr als 300 Wohnungen auf dem Areal Cité Foch.

Die BPD Immobilienentwicklung realisiert mehr als 300 Wohnungen auf dem Areal Cité Foch.

Foto: BPD Immobilienentwicklung

Berlin. Die einst hochmoderne Cité Foch in Wittenau mit Einkaufszentrum und Schwimmbad, wo seit den 50er-Jahren französische Soldaten und Zivilangestellte mit ihren Familien lebten, verfiel nach dem Abzug 1994 nach und nach. Mit dem Projekt „fleur de Berlin“ soll die Gegend wiederbelebt werden.

90 Mietwohnungen, von denen 30 Wohnungen öffentlich gefördert wurden, und eine Kita hat die BPD Immobilienentwicklung GmbH mit Unterstützung der Kondor Wessels Wohnen Berlin GmbH zwischen der Avenue Charles de Gaulle und der Rue Montesquieu bereits realisiert.

Jetzt folgen Abschnitt zwei und drei mit 241 Eigentumswohnungen zwischen zwei bis fünf Zimmern und Wohnflächen von 48 Quadratmetern bis 140 Quadratmetern in fünf Gebäuden samt der Außenanlagen. Die Fertigstellung des gesamtes Wohnquartiers ist für 2023/24 geplant. 90 Eigentumswohnungen sind bereits verkauft.

Cité Foch mit guter Anbindung zum S-Bahnhof

„Es war mutig, die brachliegende Fläche zu erwerben. Wir sind aber überzeugt, dass unser Projekt funktioniert“, sagt BPD-Niederlassungsleiter Berlin Carsten Hartwig. Für ihn sei es nicht nur wichtig, wieder

Bewegung in das Quartier zu bringen, sondern auch bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Pro Quadratmeter müssten weniger als 5000 Euro gezahlt werden. „Wir sagen auch Projekte ab, wenn die Grundstücke zu teuer sind. Wir bauen keine Luxus-Eigentumswohnungen“, versichert Hartwig.

Aufgrund der guten Anbindung zum S-Bahnhof Waidmannslust, dem Einkaufszentrum Nordmeile, dem Steinbergpark als Naherholungsgebiet und dem Strandbad Lübars sei die Cité Foch besonders geeignet.

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BPD möchte gerne mehr in Reinickendorf bauen

Wenn es nach Carsten Hartwig geht, war die Cité Foch nicht das letzte Projekt im Bezirk Reinickendorf. „Wir entwickeln gerne zusammen mit den Kommunen neue Quartiere.“ Er schätzt die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt. Das habe sich auch bei dem ersten größeren Projekt „Hermsdorfer Beletage“ an der Ulmenstraße in Hermsdorf gezeigt, in der 112 Eigentumswohnungen entstehen. Die ersten Käufer sind bereits eingezogen. Im nächsten Jahr werden alle Wohnungen bewohnt sein.

Bezirk freut sich über modernes Wohnquartier

„Wir freuen uns, dass sich durch ‚fleur de berlin‘ die Wohnsituation in unserem Bezirk weiter verbessert und in die Cité Foch wieder Leben einzieht. Die einst größte Wohnsiedlung der französischen Schutzkräfte in Berlin war nach dem Abzug der Streitkräfte zunehmend dem Verfall ausgesetzt.

Diese Entwicklung wurde nun gestoppt“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD) und ergänzt: „In enger Zusammenarbeit mit uns realisieren BPD und Kondor Wessels ein modernes und großzügig angelegtes Wohnquartier in einem parkähnlichen Gelände, das nicht nur im Bezirk, sondern in ganz Berlin Maßstäbe setzen wird.“

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BImA will auf dem Nachbargrundstück 1350 Wohnungen bauen

Nicht nur die BPD Immobilienentwicklung GmbH verwirklicht sich auf dem Areal der Cité Foch, auch die BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) will dort bauen. Wann, ist allerdings noch unklar. „Die BImA kann derzeit noch nicht abschätzen, wann die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für den Wohnungsbau auf ihren Grundstücken geschaffen werden, da diese unter das Planungsrecht der Stadt fallen“, sagte der Sprecher der Bundesanstalt, Thorsten Grützner. Das Bezirksamt Reinickendorf geht bei der neuen Siedlung in der Cité Foch von einem Baustart 2021 oder 2022 aus.

In der Cité Foch wäre Platz für etwa 1350 zusätzliche Haushalte. Die Wohnungen sind lediglich Bundesbeamten in Berliner Ministerien und Bundesbehörden vorbehalten. Grützner betont dennoch die Bedeutung des Vorhabens: „Das entlastet in vollem Umfang den Berliner Wohnungsmarkt.“ Jeder Staatsdiener, der in einer Beamtenwohnung unterkäme, so die Theorie, belege eine Wohnung weniger auf dem freien Markt.