Reinickendorf
Feuerwehrmuseum

Rettungswagen ist zurück am Feuerwehrmuseum

Die Lackierung des historischen Fahrzeugs verlief einwandfrei. Nur die Wiedereröffnung des Museums selbst wird immer weiter verschoben.

Der Rettungswagen am Feuerwehrmuseum in Tegel wird alle fünf Jahre aufgrund der Witterungsverhältnisse neu lackiert.

Der Rettungswagen am Feuerwehrmuseum in Tegel wird alle fünf Jahre aufgrund der Witterungsverhältnisse neu lackiert.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Eines der Wahrzeichen des Feuerwehrmuseums in Tegel ist zurück an seinem Platz: der Rettungswagen. Das historische Fahrzeug war knapp ein halbes Jahr weg. Zum einen, um es neu lackieren zu lassen, was ein aufwendiger Prozess ist. Zum anderen auch, um es aufzurüsten. Neben den Witterungsverhältnissen, denen das Fahrzeug täglich ausgeliefert ist, kommt es nicht selten zu Vandalismus.

Doch bevor das gute Stück wieder an der Eckwand des Museum in der Veitstraße stehen kann, waren einige Feuerwehrmänner des Technischen Dienstes damit beschäftigt, den Wagen so zu präparieren, dass dieser mithilfe eines Krans auf die andere Seite des Zauns gehoben werden kann. Dafür musste der Bürgersteig abgesperrt werden, schließlich bringt der Wagen trotz ausgebautem Motor immer noch 900 Kilogramm auf die Waage.

Für viele Passanten war der fliegende Rettungswagen ein begehrtes Fotomotiv. „Das ist jetzt auch ein Risiko, weil die Männer in Alarmbereitschaft sind. Wenn etwas passiert, rücken sie ab und der Wagen bleibt auf dem Bürgersteig stehen“, sagt Stefan Sträubig, Leiter des Feuerwehrmuseums. Die Sorge blieb aber unbegründet, der Rettungswagen konnte ordnungsgemäß montiert werden.

Neue Lackierung ist ein aufwendiger Prozess

„Sieben Schichten Lack sind da jetzt drauf“, sagt Sträubig. Auf eine Schicht weißen Lacks folgt eine rote. „Das ist eine Tagesleuchtfarbe, die wird heute aber nicht mehr verwendet.“ Das läge daran, weil die Tagesleuchtfarbe, wie der Name verrät, nachts nicht geleuchtet hat. Und, weil es durch die heute reflektierende Folie auf weißem Untergrund einfacher sei, den Wagen nach Abziehen der Folie wieder zu verkaufen.

Was viele Passanten vermutlich nicht wissen: Im Innenraum des halben Fahrzeugs aus dem Jahr 1989 sind noch die originalen Schränke verbaut. „Die sieht zwar niemand, sie dienen aber der Stabilität“, sagt der Museumsleiter. Und bei der musste ohnehin nachgerüstet werden. Eine Unterkonstruktion wurde ebenfalls eingebaut. „Wenn da der Wind drauf prallte, war die eine Wand ganz wabbelig“, erinnert sich Sträubig

Sträubigs Idee waren beide Wahrzeichen: der Rettungswagen und der Helikopter. Seit 2001 leitet der 58- Jährige das Feuerwehrmuseum.

Rettungswagen wurde schon öfter beschädigt

Gegen den Vandalismus können die Mitarbeiter des Feuerwehrmuseums nicht allzu viel tun. Kratzer, Schmierereien, abgebrochene Seitenspiegel und ein fehlender Mercedesstern – der Rettungswagen hat schon einiges mitgemacht.

„Es ist schon erstaunlich, zu was Leute bereit sind, obwohl der Bereich an der Kreuzung gut einsehbar ist“, sagt Sträubig. Er hofft, dass die Menschen in Zukunft mehr Verständnis aufbringen.

In circa fünf Jahren wird der Rettungswagen durch die Sonneneinstrahlung wieder lackiert werden müssen. „Außer, es findet sich ein Sponsor, der eine Überdachung zur Verfügung stellt. Leider fehlt uns dafür das Geld“, bedauert Sträubig.

Museum eröffnet voraussichtlich kommenden März

Ein weitaus größeres Sorgenkind ist aber das Feuerwehrmuseum selbst. Vor knapp zwei Jahren mussten die Türen für den großen barrierefreien Umbau schließen. Geplant war die Wiedereröffnung vergangenen März. „Wenn alles glatt läuft, können wir im kommenden März eröffnen“, hofft der Leiter.

Grund für die einjährige Verspätung waren Komplikationen, die erst im Laufe der Arbeiten sichtbar wurden wie Rohre und Leitungen, die aufwendig verlegt werden musten. Immerhin: Der Aufzug ist eingebaut und fahrbereit und auch die behindertengerechte Toilette ist voll funktionsfähig. Jetzt fehlen noch Überwachungskameras und einige Kleinigkeiten, versichert Sträubig, der eine Neuigkeit in petto hat: „Wir entwickeln gerade einen Audioguide, den Besucher mit ihrem Handy über unser Wlan bedienen können.“

Trotz der Schließung findet die Konzertreihe „Musik im Museum“ immer noch statt. Für den Auftritt von Sofia Talvik, eine Mischung aus Americana, Folk und schwedischen Einflüssen, am 11. und 18. Dezember gibt es noch Karten auf der Internetseite www.eventtime@feuerwehrmuseum-berlin.de oder telefonisch unter (030) 38710933.