Reinickendorf
Centre Bagatelle

„Die Malerei ist immer mein Halt gewesen“

Uta Schwarz-Korth zeigt ihre Bilder im Centre Bagatelle. Das bekannte Kulturhaus hätte es ohne engagierte Bürger nicht gegeben.

Uta Schwarz-Korth präsentiert ihre Öl-Bilder im Centre Bagatelle. Sie hat sich auf Kleidung spezialisiert.

Uta Schwarz-Korth präsentiert ihre Öl-Bilder im Centre Bagatelle. Sie hat sich auf Kleidung spezialisiert.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Mitten in Frohnau am Zeltinger Platz steht sie, die weiße Villa aus dem Jahr 1925, in der so viel rundum Kunst und Kultur passiert. Ob Konzerte, Vorträge oder Ausstellungen – das Centre Bagatelle hat sich im Laufe der Jahre zu einer Institution entwickelt. Seit 25 Jahren gibt es das Kulturhaus, fast wäre es aber nicht dazu gekommen. Umso mehr freuen sich die Gründungsmitglieder, das Jubiläum feiern zu können – und das mit einer Ausstellung ihres langjährigen Mitgliedes Uta Schwarz-Korth, die in diesem Jahr ebenfalls etwas Großes zu feiern hatte: ihren 80. Geburtstag.

An die Anfänge kann sich Ulrich Kockelkorn noch gut erinnern. „Damals waren hier die Franzosen

stationiert und hatten hier ihren Rückzugsort von Politik und Kaserne. Sie haben dem Haus auch den Namen gegeben“, sagt er. Benannt nach dem Lustschlösschen Chateau Bagatelle in der Nähe von Paris. Die Franzosen waren es auch, die Kultur in Frohnau etablierten. Sie öffneten in den späten 80ern das Haus für die Bürger und vermittelten französische Kultur. Nach dem Abzug im Jahr 1994 sollte das auf Wunsch der Franzosen so bleiben – der Kunstverein Centre Bagatelle war geboren.

Verein kauft die Villa für eine Millionen Euro

Bis zum Jahr 2005 konnte der Verein zahlreiche Ausstellungen organisieren und Künstler fördern, so wie es die sieben Gründungsmitglieder beschlossen hatten. Doch das Haus gehörte dem Bezirk und der wollte die Villa verkaufen. Schnell gründete sich die Bürgerinitiative „Rettet das Centre Bagatelle“. Der Einsatz hatte Erfolg: Für eine Millionen Euro kaufte der neu gegründete Verein „Kulturhaus Centre Bagatelle e.V.“ die Villa und konnte von nun an frei entscheiden. „Das schaffen wir aber nur, in dem die Vereinsmitglieder ehrenamtlich zum Beispiel den Garten pflegen und bei den Veranstaltungen das Catering machen“, sagt Kockelkorn. Durch die Beiträge der 850 Mitglieder, die Veranstaltungen und Spenden sei es möglich, das Kulturhaus zu betreiben.

Schwerpunkt liegt auf Bekleidungsstücke

So wie die aktuelle Ausstellung von Uta Schwarz-Korth. Zu sehen sind Berliner Stadtlandschaften, Stillleben, einzelne Bekleidungsstücke und Schaufensterbilder – auf Kleidung hat die 80 Jährige ihren Schwerpunkte gesetzt. Dieser ist in der Zeit entstanden, als ihre drei Kinder noch klein waren. „Ich habe als

Kunstlehrerin unter anderem am Humboldt Gymnasium gearbeitet, musste aber krankheitsbedingt aufhören“, erinnert sich die Künstlerin, die eine Ausbildung zur Malerin absolviert hat. Nichts tun kommt für sie aber nicht infrage, „ich habe ein eigenes Atelier gesucht und mir überlegt, mit was ich anfangen kann. Da ist mir Kleidung eingefallen. Die habe ich ja viel gewaschen und repariert“, sagt sie.

Am 6. November referiert Künstlerin über ihre Arbeit

Uta Schwarz-Korth malt ihre Ölbilder realistisch, holt sich Inspirationen entweder von eigenen Fotos, Zeitungsausschnitten oder baut Stillleben auf. Das Atelier im Wedding hat sie nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2006 nach 20 Jahren aufgegeben, jetzt malt sie viermal die Woche in ihrem Haus in Hermsdorf. „Ich habe feste Zeiten, das brauche ich“, sagt Schwarz-Korth. An eine Zeit, die Pinsel für immer liegen zu lassen, denkt sie nicht. So lange sie kann, will sie malen – „die Malerei war immer mein Halt. Besonders in schweren Zeiten“.

Wer mehr über Uta Schwarz-Korth erfahren möchte, hat am 6. November die Möglichkeit. Ab 19.30 Uhr wird die Künstlerin im Centre Bagatelle, Zeltinger Straße 6, über ihre Werke sprechen und Fragen zu ihrer Tätigkeit als Malerin beantworten. Die Werke sind noch bis zum 19. Januar 2021 zu sehen, jeden Dienstag und Freitag zwischen 16.30 und 18 Uhr sind die Pforten des Kulturhauses für Jedermann geöffnet.