Reinickendorf
Lärmschutz

Veitstraße gesperrt: Anwohner setzen Sanierung durch

Bis zu 67 Dezibel wurden an der Veitstraße gemessen. Jetzt wird neuer Asphalt aufgetragen.

Die Veitstraße in Tegel bekommt eine neue Fahrbahn. Die Lärmbelastung war sehr hoch.

Die Veitstraße in Tegel bekommt eine neue Fahrbahn. Die Lärmbelastung war sehr hoch.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Ein Auto nach dem anderen biegt auf die Veitstraße in Tegel ein. Die Straße ist für viele eine wichtige Verbindung nach Siemensstadt und Spandau. Für die Menschen, die dort leben, sind die vielen Autofahrer ein Graus, weil sich kaum jemand an die vorgeschriebenen Tempo 50 hält und es sehr laut werden kann.

Denn zum Teil besteht der Straßenbelag noch aus alten Betonplatten, die das Geräusch der Reifen deutlich steigern. Damit ist jetzt aber Schluss. Denn die Veitstraße ist in Höhe des Seniorenwohnheims bis zum Medebacher Weg gesperrt. Grund dafür sind anstehende Sanierungsarbeiten, für die sich die Anwohner selbst eingesetzt haben.

In der Veitstraße wurden bis zu 67 Dezibel gemessen

Im Rahmen des Wettbewerbs „Berlin wird leiser“ der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz haben die Anwohner ihr Anliegen eingereicht. Sie forderten zu der bereits bestehenden nächtlichen Tempo-30-Zone auch tagsüber eine einzurichten, regelmäßige Kontrollen der Geschwindigkeit, eine Erneuerung des alten und lauten Fahrbahnbelages und eine Fußgängerampel anstatt des Zebrastreifens.

Vom Senat erhielt die Initiative eine „Positivbewertung“. In der Begründung heißt es, dass eine Lärmbelastung an der Veitstraße mit bis zu LDEN = 67 Dezibel (eine Messung über 24 Stunden) und Lnight = 57 Dezibel (eine Messung von 22-6 Uhr) vorliegt.

„Im etwa 380 Meter langen Abschnitt zwischen der Berliner Straße und dem Medebacher Weg führt der schlechte Zustand des Asphalts zu einer erhöhten Lärmerzeugung. Im anschließenden etwa 280 Meter langen Abschnitt vom Medebacher- bis zum Eisenhammer Weg besteht die Fahrbahn aus lärmerhöhenden Betonplatten“, heißt es in der Begründung des Senats.

Neuer Asphalt soll den Lärm deutlich senken

Das Straßen- und Grünflächenamt Reinickendorf wird die Fahrbahnfläche instandsetzen. Die Sanierung kostet rund 280.323 Euro und wird aus dem Sonderprogramm „Lärmminderung“ des Senats finanziert. Das Bezirksamt sah auch vorher bereits den Sanierungsbedarf, musste aufgrund begrenzter Haushaltsmittel und anderer Vorhaben mit einem größeren Sanierungsbedarf das Projekt aber bislang zurückstellen.

Nach Angaben des Bezirksamtes ist geplant, die vorhandene Fahrbahnfläche bis zum Grund abzunehmen und in Asphaltbauweise neu aufzutragen. Für beide Abschnitte ist eine besonders lärmarme Fahrbahnoberfläche vorgesehen, die gegenüber einem konventionellen Asphalt den Krach nochmals um zwei Dezibel absenkt. Die Gehwege sind von der Baumaßnahme nicht betroffen, heißt es. Und auch die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr sei jederzeit sichergestellt.

Eine Umfahrung während der Baumaßnahme ist möglich

Die Erneuerung der Fahrbahn wird in zwei Bauabschnitten erfolgen. Der erste Abschnitt ist von der Veitstraße 6A in Höhe des Seniorenwohnheims bis zum Medebacher Weg eingerichtet, der zweite von der Berliner Straße am Feuerwehrmuseum bis zur Veitstraße 6.

Im Bereich der Baumaßnahmen wird die Veitstraße voraussichtlich bis zum 31. Mai 2020 voll gesperrt sein. Es besteht die Möglichkeit der Umfahrung: Während des ersten Abschnitts kann über die Berliner Straße, Schlieperstraße und den Medebacher Weg beziehungsweise über den Eisenhammerweg gefahren werden. Während der Arbeiten im zweiten Bauabschnitt ist die Umfahrung der Baustelle über Berliner Straße, Schlieperstraße und die Treskowstraße möglich.

Der angrenzende Abschnitt bis zum Eisenhammer Weg soll nach Fertigstellung 2020 instand gesetzt werden. Ob an der Veitstraße künftig auch tagsüber nur mit Tempo 30 gefahren werden darf und ob die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger durch einen Tausch des Zebrastreifens mit einer Ampelanlage Realität wird, wird zwischen den zuständigen Behörden noch beraten.