Reinickendorf
Reinickendorf und Spandau

Neuer Radweg um Tegeler See soll Besucher anziehen

Derzeit wird ein Konzept für eine Route entwickelt, die durch Spandau und Reinickendorf führt. Schon im Dezember soll es fertig sein.

Der Tegeler See gehört zu den saubersten in ganz Berlin. Dafür sorgt die Oberflächenwasseraufbereitungsanlage der Berliner Wasserbetriebe in Tegel an der Buddestraße

Der Tegeler See gehört zu den saubersten in ganz Berlin. Dafür sorgt die Oberflächenwasseraufbereitungsanlage der Berliner Wasserbetriebe in Tegel an der Buddestraße

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Für den Tegeler See wird derzeit eine neue Radroute konzipiert, die durch die Bezirke Reinickendorf und Spandau führen soll. Es ist eine Reaktion auf das Berliner Tourismuskonzept 2018+, wonach Besucher der Stadt verstärkt in die Außenbezirke gelenkt werden sollen, die bislang weniger Touristen zählen. Von der Radroute „Rund um den Tegeler See“ verspricht man sich eine eben solche Wirkung.

Im Vergleich zu den Innenstadt-Bezirken ist die Zahl an Touristen in Spandau und Reinickendorf tatsächlich gering. Spandau zählte im vergangenen Jahr laut Visit Berlin rund 600.000 Übernachtungen, in Reinickendorf waren es etwa 500.000. Damit belegen sie im Bezirke-Ranking die Plätze neun und zehn. Zur Orientierung: Mitte zählte rund 13,5 Millionen Übernachtungen, auf Platz zwei folgte Charlottenburg-Wilmersdorf mit 6,6 Millionen.

Radweg rund um den Tegeler See fehlt zurzeit noch

Zusammen mit der Wirtschaftsförderung habe er im Zusammenhang mit dem Berliner Tourismuskonzept deshalb überlegt, welche Angebote es in Reinickendorf gibt und welche geschaffen werden können, um Besucher anzusprechen, sagt Wirtschaftsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD). „Da bietet sich der attraktive Bereich um den Tegeler See an, um ein fahrradorientiertes Angebot vorzuhalten.“ Bislang gibt es einen solchen Rundweg noch nicht.

Um das Konzept für die Route soll sich nun das Unternehmen „Quanz & Partner“ kümmern, das bereits an der Entwicklung von mehreren touristischen Radwegen in Steglitz-Zehlendorf beteiligt war, die in diesem Sommer eröffnet wurden. „Mit dem Konzept möchte ich eine gute Basis erhalten, um die Umsetzung der Route in den Folgejahren realisieren zu können“, erklärt Stadtrat Brockhausen.

Route soll über die Insel Eiswerder in Spandau führen

Inzwischen hat es auch erste Abstimmungsgespräche mit Spandau, konkret der dortigen Wirtschaftsförderung, gegeben, mit Blick auf die geplante Routenführung und die „Points of interest“, die sich rund um den See befinden – Orte also, die für Besucher von großem Interesse sein können und verstärkt beworben werden sollen.

Wo genau der Weg lang führt, wird erst noch während der Konzepterstellung festgelegt. Von Spandauer Seite würde man ihn aber gerne über die Insel Eiswerder führen, die vom Bezirk als besonderes touristisches Ziel eingeschätzt wird. Die Insel war früher ein bedeutender Militärstandort Preußens, Überreste davon finden sich noch heute. In einer der alten Hallen drehte außerdem der Produzent Atze Brauner mit seinen CCC Filmstudios zahlreiche Filme.

Wie Spandaus Wirtschaftsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) kürzlich auf eine Große Anfrage der Grünen-Fraktion erklärte, sollen außerdem die Gastronomiebetriebe um den See in den Blick genommen und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr geprüft werden. Am Ende solle ein Entwurf für die mögliche Beschilderung der Radroute entstehen.

23.000 Euro für das Konzept

Klar ist für Spandaus Stadtrat: „Das Projekt ist umfangreicher, als nur einen Radweg anzulegen. Die Touristen erwarten etwas Anspruchsvolles.“ Dazu gehören etwa ordentliche Hinweisschilder und Angebote entlang der Route. Deshalb wäre auch Zeit, genau wie Geld notwendig, um es ordentlich zu machen.

Die Erstellung des Konzepts wird vom Bezirk Reinickendorf erst einmal über die „Mittel für besondere touristische Projekte in den Bezirken“ von der Senatswirtschaftsverwaltung finanziert, rund 23.000 Euro sollen laut Stadtrat Brockhausen dafür investiert werden.

Beurteilt wird das Projekt aber auch in Spandau positiv. Im neuen Tourismuskonzept des Bezirks spielt auch der Radtourismus eine größere Rolle, hier will man etwa stärker mit dem Havelland zusammenarbeiten und den Havelland-Radweg bekannter machen. „Es wird von vielen unterschätzt, dass viele Touristen aufs Fahrrad umsteigen, um die Stadt zu erkunden, gerade in den Außenbezirken“, sagt Hanke. „Da müssen wir attraktiver sein.“

Das Potenzial sieht er beim Tegeler See, vor allem wenn Radfahrer möglichst nah am Wasser entlang fahren können. In die Erstellung des Konzepts will sich Spandau deshalb weiter einbringen. „Man kann nur in Zusammenarbeit viel erreichen“, sagt der Stadtrat. Immerhin verfolgen beide Bezirke dasselbe Ziel. Und Touristen machen nicht an den Bezirksgrenzen halt.

Konzept für Radrundweg soll im Dezember vorliegen

Lange soll es dabei nicht dauern, bis das Konzept für die Radroute um den Tegeler See steht: „Mit der Vorlage eines Konzeptes ist bereits im Dezember 2019 zu rechnen“, sagt Brockhausen. Dass der Radweg aber wirklich eingerichtet wird, ist damit aber noch nicht gesagt. „In Abhängigkeit der zu erwartenden Kosten für die Umsetzung des Konzeptes wird das Bezirksamt Reinickendorf prüfen, ob bzw. wann die Fahrradroute tatsächlich eingerichtet werden kann.“

Spandaus Stadtrat Hanke erklärte, er habe auch bereits ein Gespräch mit dem Tourismus-Marketing-Unternehmen Visit Berlin geführt, um Unterstützung während des Projekts und bei der späteren Bewerbung zu bekommen.