Reinickendorf
Unterstützung für Vereine

Bezirk überlegt, wie er Plastikmüll verringern kann

Auf Veranstaltungen werden meist Einweggeschirr oder Plastikbecher verwendet. Der Bezirk will der Umweltbelastung entgegenwirken.

Nach dem Münchener Vorbild möchte David Jahn (FDP) so ein Geschirrspülmobil auch in Reinickendorf etablieren.

Nach dem Münchener Vorbild möchte David Jahn (FDP) so ein Geschirrspülmobil auch in Reinickendorf etablieren.

Foto: David Jahn

Reinickendorf. Auf großen Veranstaltungen, Kiezfesten oder Aktionen in Vereinen wird meist allerhand an Speisen und Getränken angeboten. Oftmals wird das auf Einweggeschirr oder in Plastikbechern ausgegeben. Das ist zwar einfach, weil es umgehend entsorgt werden kann, doch auch schädlich für die Umwelt.

David Jahn (FDP) hat sich etwas überlegt, um der Umweltbelastung entgegenzuwirken – ein Geschirrspülwagen würde seiner Meinung nach das Problem lösen.

„Ein Geschirrwagen hat Geschirr und Besteck auf einem Anhänger und liefert einen Geschirrspüler mit, der alles in wenigen Minuten spült. Es entsteht kein Müll und die Organisatoren müssen den Wagen nur reservieren und haben damit alles organisiert“, beschreibt David Jahn das Konzept.

Denn Einweggeschirr zu kaufen sei nicht nur belastend für die Umwelt, sondern auch mit viel Aufwand verbunden, weil alles im Vorfeld gekauft werden müsse. „Außerdem muss anschließend auch der ganze Müll noch entsorgt werden“, sagt er.

Als Vorlage dienst ein Konzept aus München

Als Vorlage nimmt er das „Geschirrmobil“, das er in München gesehen hat. Dort vermietet ein Verein den Wagen im Rahmen einer Kooperation mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb München. Der Verein wirbt damit, dass kein Abspülen von Hand erfolgen muss, die Kosten für die Müllentsorgung entfallen und der Platz sauber bleibt, da Porzellanteller selten auf dem Boden abgestellt würden.

120 Gedecke seien laut Beschreibung des Vereins enthalten, auf Nachfrage werde auch mehr geliefert. Für einen Tag kostet das Geschirrmobil 170 Euro, zwei Tage 215 Euro und für das gesamte Wochenende sind es 250 Euro, bei jeder Ausleihe müssen 100 Euro Kaution gezahlt werden. Im Preis enthalten sind der An- und Abtransport durch den Verein, Auf- und Abbau, eine Einweisung, Kabel und Leitungen (für Strom, Wasser und Abwasser) sowie Spülmittel.

David Jahn stellt sich vor, dass der Bezirk Reinickendorf das Konzept kopiert, einen solchen Wagen kauft und ebenfalls durch einen Verein betreiben lässt. Der zuständige Bezirksstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) zieht die Anschaffung eines Geschirrspülwagens nicht in Betracht.

„Der Vorschlag, bei Sportfesten oder anderen Veranstaltungen künftig auf Plastik zu verzichten oder zumindest Plastik der Umwelt zuliebe einzuschränken, ist gut. Allerdings wird das Bezirksamt keinen eigenen Geschirrwagen dafür anschaffen.

Es gibt schließlich Firmen, die solche Dienstleistungen anbieten und bei denen man problemlos jederzeit Geschirrwagen mieten kann. Ich halte es für falsch, wenn der Bezirk auf diesem Weg eine Konkurrenz zu den Unternehmen darstellen würde. Grundsätzlich sollte sich die Verwaltung bei privatwirtschaftlichem Handeln zurück halten.“

Geschirrspülmobil soll gerade kleinen Vereinen helfen

David Jahn ist über die Aussage enttäuscht. „Mir ist kein Unternehmen bekannt, das so ein Angebot im Bezirk anbietet.“ Organisatoren von Großveranstaltungen wie dem Tegeler Hafenfest könnten sich einen derartigen Service leisten – dort gibt es nach Angaben des Bezirksamtes aufgrund komplizierter Gegebenheiten der Wasserversorgung eine Mischvariante zwischen Einweg- und Mehrweggeschirr, man arbeite aber derzeit an einer Lösung mit externen Dienstleitern an einer ausschließlichen Mehrwegbecherversionen.

„Ich fände es sinnvoll, das Geschirrspülmobil auch Sportvereinen mit geringen finanziellen Mitteln zu ermöglichen“, sagt er. Aufgeben will er nicht und weiter versuchen, das Bezirksamt von dem Geschirrspülwagen zu überzeugen.