Reinickendorf
Verkehr

CDU fordert einen Mobilitätspunkt für Reinickendorf

In Reinickendorf könnte ein Knotenpunkt für Mietautos, -roller und -räder entstehen, um den Umstieg auf Bus und Bahn zu vereinfachen.

Am S-Bahnhof Schönhauser Allee hat die BVG im Juni 2019 einen Mobilitätshub in Betrieb genommen. An dieser Station sollen Fahrgäste auf Fahrräder, Roller und Mietwagen umsteigen.

Am S-Bahnhof Schönhauser Allee hat die BVG im Juni 2019 einen Mobilitätshub in Betrieb genommen. An dieser Station sollen Fahrgäste auf Fahrräder, Roller und Mietwagen umsteigen.

Foto: Thomas Schubert

Reinickendorf. Könnte es in Reinickendorf auch bald einen Mobilitätspunkt geben? Das zumindest wünscht sich die CDU-Fraktion mit ihrem Antrag, den sie im Verkehrsausschuss vorgetragen haben. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert zu prüfen, ob der Bernhard-Lichtenberg-Platz dafür infrage kommt.

Dort könnte dann eine Umsteigemöglichkeit zwischen verschiedenen Verkehrsträgern entstehen – wie beispielsweise vom Bus oder der U-Bahn auf das Mietauto, den Elektroroller oder das Leihfahrrad. Der Antrag sieht vor, dass die Mittel für eine externe Voruntersuchung aus dem Bezirkshaushalt bereitgestellt werden.

„Wir möchten mit dem Mobilitätshub als Außenbezirk nicht hinten anstehen“, sagt der Bezirksverordnete Frank Marten, der den Antrag gemeinsam mit Tobias Siesmayer eingebracht hat. Damit verweist Marten auf die bereits gestarteten Projekte der BVG am U-Bahnhof Prinzenstraße in Kreuzberg, an der S+U-Bahnstation Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg sowie am U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz in Charlottenburg. Dort kann man mit Hilfe der App „Jelbi“ schauen, welche Fortbewegungsmöglichkeiten derzeit an beiden Stationen verfügbar ist – unterschiedliche Anbieter sind dort vereint.

Kurzum: Wenn man sonst online schauen musste, wo entweder ein Leihrad oder ein Mietwagen gerade in der Nähe verfügbar ist, gibt es jetzt eine Sammelstelle, in der alles vertreten ist.

Standort soll auch mit Ladestationen und Fahrradboxen ausgestattet werden

Den Bernhard-Lichtenberg-Platz hat die CDU-Fraktion bewusst ausgewählt. „Wir glauben, dass hier mit dem U-Bahnhof Holzhauser Straße der U6 und den Bussen 133 und X33 nach Spandau eine gute Stelle wäre, ein Angebot zum Umsteigen von Rad oder Auto auf Bahn und Bus zu machen. Das Ganze sollte den modernsten Ansprüchen genügen, mit Ladestationen und Fahrradboxen ausgestattet sein und natürlich auch für E-Scooter nutzbar. Hier kann ebenfalls ein Anlaufpunkt für Car-Sharing entstehen, den wir in Reinickendorf gut gebrauchen könnten“, findet Marten.

Er ist sich sicher, dass das Angebot gerade bei jungen Leuten gut ankommen wird. Bislang haben die Bezirkspolitiker sich vergebens bei den Car-Sharing-Unternehmen eingesetzt. Der Außenbezirk sei nicht attraktiv, hieß es damals immer. Mittlerweile gibt es die Möglichkeit von der Innenstadt aus in den Osten Reinickendorfs bis zur Antonienstraße mit Mietautos zu fahren und sie dort auch abzumelden – denn fahren kann man mit den Autos überall hin, nur kann man sie nicht abmelden und muss fortlaufend zahlen.

BVG äußert sich positiv

Frank Marten freut sich, dass der Antrag bereits einstimmig im Verkehrsausschuss beschlossen wurde. Als nächstes müssen noch die Bezirksverordneten zustimmen, dann kann die Prüfung beauftragt werden. „Ich bin mir sicher, dass die Idee auch dort großen Anklang bekommen wird“, sagt Marten und ergänzt: „So verstehen wir die Verkehrswende: Vernetzungen zu schaffen, wohnortnahe Angebote zu machen und nicht die Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen. Ich bin sehr auf das Ergebnis der Prüfung gespannt.“

Zwar hat die BVG noch keine Anfrage des Bezirks bezüglich einer Prüfung erhalten, doch auf Anfrage der Berliner Morgenpost äußerte sich Pressesprecher Jannes Schwentu im Falle eines Prüfauftrages sehr positiv. „Grundsätzlich freuen wir uns über alle Initiativen, die gemeinsam mit uns die umweltfreundliche Mobilität in Berlin voranbringen wollen. Wir sind offen für Vorschläge und führen auch bereits in mehreren Bezirken gute und konstruktive Gespräche über weitere Standorte. Sollte uns auf offiziellem Weg eine Anfrage erreichen, werden wir die Idee selbstverständlich prüfen.“