Reinickendorf
Betrugsmasche

Wie ein Berliner von falschen Polizisten abgezockt wurde

Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus. In Heiligensee wurde ein Mann mit dieser Masche um 15.000 Euro erleichtert.

Eine Morgenpost-Leserin aus Heiligensee, die anonym bleiben möchte, berichtete, dass ihr Nachbar kürzlich von Trickbetrügen um 15.000 Euro und seine EC-Karte erleichtert worden sei.

Eine Morgenpost-Leserin aus Heiligensee, die anonym bleiben möchte, berichtete, dass ihr Nachbar kürzlich von Trickbetrügen um 15.000 Euro und seine EC-Karte erleichtert worden sei.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Berlin. In Berlin verbreitet sich eine kriminelle Masche. Trickbetrüger aus vorwiegend türkischen Call-Centern rufen bei Rentnerinnen und Rentnern an, geben sich als Polizisten aus und gaukeln ihnen vor, ihre Ersparnisse seien durch Kriminelle bedroht. Ein Kollege würde deshalb vorbeikommen und Wertgegenstände und Geld abholen und in Sicherheit bringen.

Eine Morgenpost-Leserin aus Heiligensee, die anonym bleiben möchte, berichtete, dass ihr Nachbar kürzlich von Trickbetrügen auf diese Art um 15.000 Euro und seine EC-Karte erleichtert worden sei. Die Anrufer hätten sich am Telefon als falsche Polizisten ausgegeben. Das Kuriose: Der Berliner Senior sei wegen des Anrufes misstrauisch geworden und habe die 110 gewählt.

Trickbetrug in Berlin - Polizei rät: Erst auflegen und dann die 110 wählen

Dort hätte man ihm gesagt, dass alles seine Richtigkeit habe. Er übergab die Ersparnisse und die EC-Karte schließlich an Komplizen der Telefonbetrüger. Erst später bemerkte er, dass sich auch hinter der 110 Betrüger verbargen. Sein Verdacht: Das Telefon wurde gehackt.

Beim Landeskriminalamt kennt man diese Masche, vermutet aber eine andere Ursache. Die Telefonbetrüger raten den ahnungslosen Senioren doch die 110 zu wählen, wenn sie misstrauisch seien. Viele Rentner würden aber vergessen aufzulegen und direkt die „110“ wählen. In der Leitung ist dann immer noch derselbe Trickbetrüger.

Die Morgenpost-Leserin aus Heiligensee berichtet, dass sehr viele Nachbarn in ihrer Eigenheimsiedlung schon Anrufer von Trickbetrügern bekommen hätte. Die meisten Anrufe kämen spät am Abend. Auch ihre Mutter, die in Kreuzberg wohnt sei schon kontaktiert worden – die habe allerdings direkt aufgelegt. „Der beste Schutz ist auflegen und von einem anderen Apparat die 110 anrufen“, rät die Morgenpost-Leserin.

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