Reinickendorf
Sperrmüllentsorgung

In Reinickendorf-Ost landet der Müll wieder auf der Straße

Zweimal hat Stadtrat Maack eine Aktion mit der BSR gestartet. Gebracht hat es nichts. Jetzt setzt er auf eine Aufklärungskampagne.

Überall im Bezirk wird Sperrmüll, aber auch Bauschutt, illegal abgeladen.

Überall im Bezirk wird Sperrmüll, aber auch Bauschutt, illegal abgeladen.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. In einigen Ortsteilen Reinickendorfs sieht es manchmal aus wie auf einem Schlachtfeld. Besonders beliebt sind Straßenränder, Grünabschnitte oder Waldstücke, um Sofagarnituren, Fernseher, Autoreifen oder Schränke loszuwerden. Die ordnungsgemäße Entsorgungsmöglichkeit bei der BSR scheinen einige Menschen nicht zu kennen und aus Bequemlichkeit zu ignorieren. Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD) hat sich daher etwas überlegt, um das Problem der illegalen Sperrmüllablagerungen zu reduzieren.

Illegale Entsorgungen haben zugenommen

Zweimal hat Maack zusammen mit der BSR am Schäfersee in Reinickendorf-Ost einen Tag auserkoren, an dem alle Menschen ihren Sperrmüll kostenfrei in den dortigen Container werfen können. Auch wenn viele Menschen das Angebot genutzt haben, wie sich jetzt herausstellte, haben die Aktionen nur einen kurzfristigen Erfolg gebracht. „Die Müllmeldungen steigen konstant und die Sauberkeit wird immer schlechter - in der ganzen Stadt. Ich habe mir daher was überlegt, muss aber nach den Auswertungen auch eingestehen, dass das Problem nicht abgenommen, sondern eher zugenommen hat“, sagt der Ordnungsstadtrat.

Aufgrund des wenigen Geldes, sind alle Ideen nicht umsetzbar

Aufgeben will er nicht, nur sei es nicht einfach aufgrund der Geldknappheit in der Bezirkskasse, eine weitere Aktion auf die Beine zu stellen – die Kooperation mit der BSR koste viel Geld. „Wir müssen uns überlegen, wie wir das Geld sinnvoll ausgeben“, sagt Maack, der sich vorstellen könne, die Sperrmüll-Sammelaktion einmal im Jahr zu organisieren. Zudem sagt er, müsse man im Falle weiterer Aktionen wie in Reinickendorf-Ost auch die anderen Ortsteile mit einbeziehen. „Es geht nicht, dass nur was in Reinickendorf-Ost gemacht wird, obwohl es da große Probleme gibt, und die anderen Kieze gehen leer aus“, findet der Stadtrat. Doch dafür fehle derzeit das nötige Geld.

Kostenfreie Sperrmüllabholung ist keine Option

Die Möglichkeit einer kostenfreien Sperrmüllabholung, wie es in einigen Gemeinden üblich ist, sei keine Option. „Diese Option haben wir auch der BSR vorgeschlagen, die rät aber davon ab“, sagt Maack und erklärt: „Die Möbel werden ordentlich an den Straßenrand gestellt, dann kommen Lkw und sammeln das ein, was sie auf den ersten Blick verwerten können. Teilweise wird schon vor Ort einiges auseinandergebaut und auf der Straße verteilt. Beim zweiten Blick scheinen die Gegenstände doch nicht mehr so verwertbar und werden dann irgendwo entsorgt.“ Dann sehe es im Bezirk letztendlich noch schlimmer aus als jetzt.

Derzeit entwickelt das Ordnungsamt eine Aufklärungskampagne, um die Menschen zu sensibilisieren, den Sperrmüll, aber auch den Hausmüll, nicht einfach auf die Straße zu werfen.