Reinickendorf
Rathaus

Mieterberatung des Bezirks wird gut angenommen

Durch mehr Werbung wird die Beratung rege genutzt. Im vergangenen Jahr nutzte das Angebot kaum jemand. Dadurch verfielen 100.000 Euro.

Zweimal pro Woche gibt es die Beratung im Rathaus am Eichborndamm.

Zweimal pro Woche gibt es die Beratung im Rathaus am Eichborndamm.

Foto: Foto: David Heerde

Reinickendorf.. „Seit dem 15. Mai 2019 gibt es in Reinickendorf die berlinweit mieterfreundlichste Mieterberatung“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Zumindest die Zahlen belegen, dass die Mieterberatung von den Reinickendorfern mittlerweile gut angenommen wird.

Im Juli dieses Jahres haben 103 Menschen das Angebot in Anspruch genommen – im Vergleich zum Vormonat wurden viermal mehr Termine gebucht. Auch die Gesamtzahlen steigen nach Angaben des Bezirksamtes: Im Jahr 2018 gab es 301 Termine, im Jahr 2019 bis einschließlich Juli bereits 287. Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD) ist über das Angebot und die Nachfrage begeistert: „Die neue Mieterberatung unter der Regie des Heimatvereins Reinickendorf ist ein Musterbeispiel für bürgernahe Politik. Die Beratung kommt zu den Bürgerinnen und Bürgern und das möglichst zur Wunschzeit. Gerade für Familien und Berufstätige ist das ein enormer Vorteil.“

Neues Angebot in der Teichstraße

Im Rahmen des Bündnisses für Wohnungsneubau und Mieterberatung in Berlin bietet der Bezirk, neben den bekannten Terminen im Rathaus Reinickendorf und im Fontanehaus im Märkischen Viertel, zusätzliche Termine überall verteilt im Bezirk in öffentlichen Räumen an. Kürzlich kam ein neuer Standort hinzu: Alle zwei Wochen gibt in den geraden Wochen das Angebot donnerstags von 14 bis 17 Uhr in der Teichstraße 65, Haus 1, Raum 109. Im vergangenen Jahr gab es die kostenfreie Mieterberatung an gerade einmal einem Tag pro Woche für zwei Stunden im Rathaus.

Stadtrat hat Geld für Beratung verfallen lassen

Dass jetzt mehr Termine angeboten werden, könnte auch daran liegen, dass im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass Bezirksstadtrat Sebastian Maack (AfD) den Großteil des Geldes, das der Senat für die Beratung zur Verfügung stellt, nicht in Anspruch genommen hat. „Er hat es verfallen lassen“, sagten SPD, Linke und Grüne. Durch das Bündnis für Wohnungsneubau und Mieterberatung, das 2018 zwischen den zwölf Bezirken und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen geschlossen wurde, stehen jedem Bezirk 100.000 Euro im Jahr für die Mieterberatung zur Verfügung. Außerdem haben die Fraktionen von SPD, Grünen und Linke in Reinickendorf im Rahmen der Verhandlungen über den Doppelhaushalt eine Verdreifachung der bezirklichen Mittel für die Beratung auf 15.000 Euro für die Jahre 2018 und 2019 durchgesetzt.

Angebot wurde 2018 kaum genutzt

Felix Lederle (Linke) forderte damals, das Beratungsangebot auf weitere Standorte in Reinickendorf- Ost und -West auszudehnen, wie etwa in den Büros der Quartiersmanagements. „Das Angebot wird nicht genutzt. Von 40 Terminen wurden fünf gebucht“, bilanzierte hingegen Stadtrat Maack, der sich zu diesem Zeitpunkt nicht erklären konnte, warum das Angebot von den Bürgern nicht angenommen wurde. Man müsse daher die Sinnhaftigkeit der Forderung infrage stellen, noch mehr Standorte anzubieten, sagte er.

Wie die Linken kritisierte auch die SPD die mangelnde Werbung und Ausschilderung. „Kurioserweise befindet sich am vorgesehenen Beratungsraum im Rathaus lediglich ein Verweis auf Rentenberatung, die Mieterberatung wird nicht erwähnt“, sagte Marco Käber (SPD). Stadtrat Maack kündigte daraufhin an, das Angebot stärker zu bewerben und dann die Beratung bei höherer Nachfrage anzupassen. Das scheint ja jetzt funktioniert zu haben.

Die ortsgebundenen Sprechzeiten sind:

Rathaus Reinickendorf: Montag 13– 15 Uhr, Mittwoch 16.30 – 18.30 Uhr im Raum 22

Bürgeramt Märkisches Viertel: Donnerstag 14 – 16 Uhr

Teichstraße 65, Haus 1: Donnerstag 14 – 17 Uhr (gerade Wochen)

Die dezentralen Sprechzeiten sind:

Montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr in öffentlichen Räumen, in der Regel in der Nähe des Kunden. Wo genau der nächste Termin stattfindet, erfährt man unter (030) 21 45 82 722. Unter der Rufnummer werden auch die Termine für die dezentralen, aber auch die ortsgebundenen Sprechzeiten vergeben.