Reinickendorf
Festival

Mehr als 20.000 Besucher beim Schlagerolymp in Lübars

Am Sonnabend wird in Lübars zu Schlager getanzt, geschunkelt und mitgesungen. Elf Stunden lang sorgen 26 Künstler für Stimmung.

Mitch Keller singt beim Schlagerolymp in Lübars.

Mitch Keller singt beim Schlagerolymp in Lübars.

Foto: DAVIDS/Brigitte Dummer

Berlin. Schon aus zweihundert Metern Entfernung sind die wummernden Bässe zu hören. Im Zehnminutentakt hält der Bus aus Wittenau an der Quickborner Straße. Jedes Mal steigen mehrere Dutzend gut gelaunter Menschen aus. Manche stoppen an „Tini’s Inn“ und trinken noch ein Bier. Die meisten gehen aber schnurstracks und immer der Musik nach zum Freizeit- und Erholungspark Lübars, wo an diesem Sonnabend bereits zum achten Mal der Schlagerolymp stattfand.

Bereits ab 11 Uhr heizte ein DJ dem Publikum ein. Das eigentliche Programm startete um 13 Uhr. Da hatte sich das hügelige Gelände bereits mit mehreren Tausend Schlagerfans gefüllt. Einige saßen auf den unzähligen Bierbänken, andere standen an den zahlreichen Getränke- und Essensständen an. Manche bezogen auf mitgebrachten Decken oder Campingstühlen Quartier.

Vor der Bühne am Fuß des ehemaligen Müllbergs tanzten die Fans und sangen lautstark Zeilen mit, wie „Und der DJ spielt das Lied nur für dich allein“, „Du hattest mich schon beim Hallo“ oder „Warum gehst du fremd, du hast mit ihr gepennt“.

Popgruppe Dschingis Kahn bildet den Höhepunkt

Es gehe darum, vom Alltag abzuschalten und einfach um gute Laune, sagte Dajana aus der Nähe von Bad Liebenwerda. Die Brandenburgerin kam gemeinsam mit ihren Freundinnen Kathi und Sille aus Pankow zum Schlagerolymp. „Am meisten freuen wir uns auf Bernhard Brink, denn der trinkt genauso viel wie wir“, sagte die 28-Jährige und lachte laut. Und warum Schlager? „Weil es Stimmung bringt und besser als Techno ist“, antwortete die 51 Jahre alte Sille.

Singen, tanzen, schunkeln - das geht beim Schlagerolymp bis Mitternacht. Höhepunkt der Veranstaltung: die Popgruppe Dschingis Kahn, die Ende der 70er-Jahre mit Hits wie „Moskau“ internationale Erfolge feierte und beim Schlagerolymp von einer Lasershow begleitet werden sollte.

Aber auch vorher hatte das Festival für Schlager-Fans einiges zu bieten. „In diesem Jahr haben wir das beste Line-up, das wir je hatten“, sagte Veranstalter Olaf Schenk stolz. 26 Künstler gibt es über elf Stunden verteilt zu sehen – darunter Beatrice Egli, Pietro Lombardi, Frank Zander, Julian David oder Feuerherz. Über die Jahre kämen kontinuierlich mehr Gäste, so Schenk weiter. Dieses Mal seien mehr als 20.000 Tickets verkauft worden. Da es auch eine Abendkasse gab, war eine genaue Besucherzahl bei Redaktionsschluss noch schwer zu benennen.

Auch dank Helene Fischer: Schlager wird immer populärer

Schlager sei Musik zum Wohlfühlen, ist der Veranstalter überzeugt. Dass sie wieder so populär ist, daran habe auch Helene Fischer einen großen Anteil. „Der Schlager ist so viel jünger geworden“, sagte Schenk. Die Texte seien interessanter und lockerer. Und tatsächlich kamen Besucher aus allen Altersgruppen.

Darüber freute sich auch Neue Deutsche Welle-Star Markus, der mit seinem Hit „Ich will Spaß“ für Stimmung sorgte. „Ein tolles Publikum, ganz gemischt von jung bis so alt wie ich“, sagte der 59-Jährige der Berliner Morgenpost nach seinem Auftritt. Er sei zum ersten Mal auf dem Schlagerolymp aufgetreten. „Schlager und NDW waren in den 80er-Jahren natürliche Feinde, aber mittlerweile hat sich das gut integriert.“

Im nächsten Jahr soll der Schlagerolymp wieder am zweiten August-Wochenende stattfinden. „Das Programm wird dann mindestens so gut wie heute“, verspricht Veranstalter Schenk.