Reinickendorf
Ermittlungen

Überfall auf Imbiss: Mitarbeiter sieht sich als Opfer

Dem ehemaligen Mitarbeiter des Imbisses „Zum Würfel II“ wird vorgeworfen, am Überfall beteiligt zu sein. Er versteht die Aufruhr nicht.

Der Imbiss Zum Würfel II am Kurt-Schumacher-Damm wurde bereits zweimal überfallen.

Der Imbiss Zum Würfel II am Kurt-Schumacher-Damm wurde bereits zweimal überfallen.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin.. Mario Ferbitz steht immer noch unter Schock. Am Freitag, den 19 Juli, gegen 1.30 Uhr hatte ein maskierter Mann den Imbiss „Zum Würfel II“ am Kurt-Schumacher-Damm überfallen und dem 54-jährigen Angestellten ein Messer an den Hals gehalten – das zeigen Aufnahmen der Überwachungskamera. Der Täter soll anschließend in unbekannte Richtung geflohen sein. „Ich hatte panische Angst“, erinnert sich Ferbitz, der seit der Tat nicht mehr schlafen kann und sich bereits in psychologische Behandlung gegeben hat. Womit er aber nie gerechnet hätte: Jetzt soll er nach Angaben der Polizei einer der Täter sein. Also die Opferrolle nur vorgetäuscht haben. „Ich verstehe das alles nicht“, sagt Ferbitz, „ich habe zwar meine Vergangenheit, aber ich war froh den Job zu haben. Und ich habe ihn gerne gemacht.“

Kriminalpolizei durchsucht Wohnung

Neben den Ermittlungen der Polizei hatte Gastronom Norbert Raeder einen Aufruf in sozialen Netzwerken gestartet und eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für denjenigen versprochen, der Hinweise auf den Täter geben kann. Die Aktion hat funktioniert: Jemand hat sich gemeldet. Kurze Zeit später hat die Kriminalpolizei die Tür des 54-Jährigen eingetreten und die Wohnung durchsucht, Handy und einen Turnschuh mitgenommen, wie Ferbitz sagt. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschah.“

Mario Ferbitz hätte gar nicht wissen können, wie viel Geld im Imbiss lag, weil er, wie er sagt, an dem Tattag für einen Mitarbeiter eingesprungen sei und die beiden vorherigen Tage frei hatte. „Ich starte immer mit 200 Euro Wechselgeld meinen Dienst“, sagt er. Demnach hätte er auch einem angeblichen Komplizen keinen Tipp über die Höhe des Geldes geben können, die die Mitarbeiter der vorherigen Schichten in Umschlägen hinterlassen hätten. „Vielleicht war der Täter auch jemand aus einem anderen Imbiss, der eine Konkurrenz sieht“, mutmaßt Ferbitz. Er ist jedenfalls sehr enttäuscht, dass er von allen allein gelassen wird und sich sein Chef nicht einmal bei ihm gemeldet und erkundigt hat, wie es ihm geht.

Imbiss-Chef ist fassungslos

Sein Chef und Besitzer des Imbisses „Zum Würfel II“, Olaf Schenk, kann nicht fassen, was er hört. „Ich glaube ihm kein Wort“, sagt Schenk. „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Ich will auch gar nicht mehr mit ihm reden, ich bin enttäuscht und wütend.“ Nach Angaben der Polizei soll der 54-jährige Mitarbeiter, der in der Tatnacht überfallen wurde, in dem Fall verwickelt sein. „Wegen ihn wird wegen Vortäuschung eines schweren Raubes und Unterschlagung ermittelt“, sagt ein Polizeisprecher. Der andere Täter sei ein 40-Jähriger. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen schweren Raubes und Unterschlagung. „Und genau auf diese Ermittlungen verlasse ich mich“, betont Schenk.

Was sich nun wirklich in der Tatnacht ereignet hat, muss die Polizei nun herausfinden. Die Ermittlungen sprechen aber derzeit eher gegen den ehemaligen Mitarbeiter.