Reinickendorf
Feuer in Lübars

Pferdehof-Besitzer mussten bei Brand „tatenlos zusehen“

Auf dem Pferdehof der Familie Gericke in Lübars hat ein Feuer Lagerhallen und die Werkstatt zerstört. Die 29 Pferde waren nie in Gefahr

Auf dem Pferdehof der Familie Gericke in Lübars am Alten Bernauer Heerweg sind zwei Lagerhallen ausgebrannt. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass sich das Feuer auf Wohnhaus und Pferdestallungen ausbreitet.

Auf dem Pferdehof der Familie Gericke in Lübars am Alten Bernauer Heerweg sind zwei Lagerhallen ausgebrannt. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass sich das Feuer auf Wohnhaus und Pferdestallungen ausbreitet.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf.. So ganz begreifen kann Gitta Gericke noch nicht, was da am Montag passiert ist. Wenn sie die abgebrannten Lagerhallen, die zerstörte Werkstatt, den verbrannten Traktor und das verkohlte Stroh auf dem Feld sieht, ist sie fassungslos. Viel Zeit zum Nachdenken hat die Besitzerin des Pferdehofs in Lübars aber nicht, „es gibt richtig viel zu tun“, sagt sie und schaut in die Richtung, in der einige Stunden zuvor die Flammen loderten und jetzt ein Polizist Fotos macht. Der Geruch von verbranntem Heu und Stroh liegt immer noch in der Luft. Die Pferde sind auf der Koppel und grasen und verhalten sich, als wenn nicht passiert wäre.

Am Montag gegen 13 Uhr passierte das Unglück im Alten Bernauer Heerweg in Lübars. „Eine Mitarbeiterin kam zu mir gerannt und schrie nur: Feuer! Feuer!“, erinnert sich Gericke. Doch als die Besitzerin zu den Lagerhallen lief, war nichts mehr zu machen. „Die Flammen waren so hoch und es war so heiß, da sind wir nicht rangekommen“, sagt Gericke, „wir waren machtlos“.

Nahezu tatenlos musste sie mit ansehen, wie das Feuer das Futter der Tiere zerstörte. „Wir alle haben versucht, die Feuerwehr zu erreichen. Aber am Montag war bei denen ja Ausnahmezustand“, sagt sie. Dennoch seien die Einsatzkräfte sehr schnell vor Ort gewesen. Knapp 100 Feuerwehrleute von der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr waren im Einsatz. Und verhinderten Schlimmeres.

Schadenshöhe nach Brand in Lübars ist noch unklar

„Ich weiß zwar noch nicht, wie hoch der Schaden ist, aber wenn ich mir das hier ansehe, bin ich so dankbar, was die Feuerwehr geleistet hat“, sagt Gericke und ergänzt: „Sie hat verhindert, dass das Feuer auf das

Wohnhaus und die Stallungen überschlägt.“ Die Freiwillige Feuerwehr, von der sie viele kennt, habe der Berufsfeuerwehr Tipps geben können, wo was zu finden ist, wie sie sagt – „das hat uns zusätzlich geholfen“. Wir konnten ja nicht überall sein“.

Etwas Zeit ging dadurch verloren, dass die Einsatzkräfte keinen geeigneten Wasseranschluss in unmittelbarer Nähe gefunden haben. Circa Hundert Meter Schlauch mussten verlegt werden zum nächsten Hydranten an der Quickborner Straße. Als der Brand unter Kontrolle war, wurden Heu und Stroh auf das Feld gebracht, gelockert und weiter gelöscht.

Pferde in den Stallungen waren nicht in Gefahr

In den Stallungen, an die eine Reithalle angrenzt, stehen 23 Pferde, die, wie die Besitzerin des Hofes beteuert, „zu keiner Zeit in Gefahr waren“. Das Feuer ist im unteren Teil ausgebrochen, die Stallungen sind im oberen Bereich. „Wir haben aber sofort Vorkehrungen getroffen und die Fenster sowie die Lüftungsklappen wegen des Rauchs und der Funken geschlossen“, versichert Gericke.

Eine Tür zur Straße hin war offen – auch für den Fall, dass sich das Feuer ausbreitet. „Dann hätten wie binnen kurzer Zeit mit den Tieren rausgekonnt.“ Sie glaubt nicht, dass die Tiere den Brand mitbekommen haben. Die Pferde hätten sich nicht anders verhalten. Das Futter für die Tiere ist gewährleistet. Die Familie hat einen zweiten Betrieb im circa 50 Kilometer entfernten Wernitz. Dort kommen das meiste Stroh und Heu her.

Polizei ermittelt zur Ursache des Brandes

Derzeit funktioniert die Familie nur, versucht das Wichtigste mit der Versicherung und der Polizei zu klären. Warum das Feuer ausgebrochen ist, kann sich Gitta Gericke nicht erklären. „Hier sind nur wir, meine beiden Mitarbeiter und die Besitzer der Pferde auf dem Hof. Fremde Personen werden sofort angesprochen.“

Wie es zu dem Brand kommen konnte, ermittelt nun die Polizei. Wenn alle Einzelheiten mit der Versicherung geklärt sind, kann es ans Aufräumen und den Wiederaufbau gehen. Die Familie versucht nun zur Normalität zurückzukehren, für Kunden und den Reitbetrieb, so Gericke. Hilfe wurde bereits von Freunden und Kollegen angeboten. „Das ist überwältigend.“