Reinickendorf
Geruchsbelästigung

Nach Beschwerden wird Fäkalien-Einleitstelle verlegt

Aufgrund heftiger Anwohnerbeschwerden wird die Fäkalien-Einleitstelle im Pumpwerk Heiligensee nach Wittenau verlegt.

Die Fäkalien-Einleitstelle am Pumpwerk in Heiligensee wird wieder geschlossen und nach Wittenau verlegt. Geruchsbelästigung war der Grund.

Die Fäkalien-Einleitstelle am Pumpwerk in Heiligensee wird wieder geschlossen und nach Wittenau verlegt. Geruchsbelästigung war der Grund.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Den Anwohnern der Heiligenseestraße im gleichnamigen Ortsteil stinkt’s. Und zwar gewaltig und wortwörtlich. Die Berliner Wasserbetriebe haben die Fäkalien-Einleitstelle am Pumpwerk in Heiligensee vor einigen Monaten in Betrieb genommen. Seitdem zieht ein teilweise strenger Geruch durch das Wohnviertel. Denn Wohnhäuser, die Kita am Südfeld und eine Wohneinrichtung des evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks sind direkt nebenan. Alle Betroffenen protestierten heftig – und scheinen Erfolg zu haben. Jetzt wurde bekannt, dass die Fäkalien-Einleitstelle verlegt wird.

BWB investieren jeweils eine fünfstellige Summe, um Pumpwerke zu ertüchtigen

Die Kleingärten in Heiligensee sind nicht an die Kanalisation angeschlossen, alles wird in Sickergruben gesammelt. Einige Gärtner hatten große Probleme, Unternehmen zu finden, die das Sammelwerk abpumpen und abtransportieren. Entweder waren keine Termine frei, oder für die Unternehmen hat sich die Fahrt von Heiligensee zu den Klärwerken nach Ruhleben oder Schönerlinde nicht gerechnet. „Im Sommer vergangenen Jahres trat das Problem zum ersten Mal auf“, erinnert sich Astrid Hackenesch-Rump, Sprecherin der Berliner Wasserbetriebe. „Kleingärtner haben

sich bei uns gemeldet, weil sie gerne den Sommer in ihren Gärten verbringen möchten, es aufgrund der vollen Sickergruben aber nicht können.“ Also haben sich die Berliner Wasserbetriebe (BWB) etwas überlegt und das Pumpwerk in Heiligensee ertüchtigt, um den Fuhrunternehmen die Wege zu ersparen. Dafür haben die BWB eine kleine fünfstellige Summe investiert. „Das Gelände ist nicht für zwei LKW ausgelegt. Wir mussten erst eine Ampelanlage installieren, damit sie nacheinander durch das Tor fahren“, sagt die Sprecherin.

In Wittenau ist das nächste Wohnhaus 300 Meter entfernt

Aufgrund vieler Proteste seitens der Anwohner haben sich Vertreter der BWB die Situation vor Ort angesehen. „Das wollen wir den Anwohnern nicht zumuten“, sagt Astrid Hackenesch-Rump. Die BWB hätten rund 100 Pumpwerke in der Stadt und seien daher auf eine gute Nachbarschaft bedacht. Eine Alternative wurde in Wittenau an der Breitenbachstraße gefunden. Das Pumpwerk liegt in einem Industriegebiet, das nächste Wohnhaus ist 300 Meter entfernt. Warum die BWB nicht direkt in Wittenau das Pumpwerk ausgewählt haben, liegt für die Sprecherin auf der Hand. „Der Weg ist länger, und wir müssen wesentlich mehr umbauen. Jetzt ist ein mittlerer fünfstelliger Betrag nötig.“

Direkt geschlossen werden kann die Annahmestelle in Heiligensee aufgrund der Umbaumaßnahmen in Wittenau nicht. „Wir gehen davon aus, dass in Heiligensee am 19. Juli Schluss ist und das Werk in Wittenau ab dem 22. Juli angefahren werden kann“, sagt Astrid Hackenesch-Rump.

Politiker sind froh über Verlegung der Annahmestelle

Felix Schönebeck (CDU), der die Anwohner bei dem Protest unterstützt hatte, ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Es freut mich, dass der gemeinsam organisierte Protest mit den Anwohnern letztlich dazu geführt hat, dass die Wasserbetriebe einen alternativen Standort in Reinickendorf in Betrieb nehmen und den Standort Heiligensee schließen. Die Zustände in der Umgebung des Pumpwerks Heiligensee waren unzumutbar und keinesfalls hinnehmbar – erst recht nicht im Sommer“, sagt der Bezirkspolitiker.

Auch der Wahlkreisabgeordnete Stephan Schmidt (CDU) ist froh über die Schließung des Einleitungspunktes für Abwässer in Heiligensee. „Auf meine Anfrage hin wurde mir mitgeteilt, dass es zu keinen Geruchs- oder Verkehrsbelästigungen am Pumpwerk Heiligensee kommen wird. Das wurde offenbar nicht in dem Maße eingehalten, wie sich dies einige Anwohner versprochen hatten“, sagt Schmidt. Nicht mehr lange und die Heiligenseer können wieder aufatmen.