Reinickendorf
Für Wiedereröffnung

Strandbad Tegel: Protest vor verschlossener Tür

Trotz Hitze haben 100 Menschen für die Wiedereröffnung des Strandbads Tegel demonstriert. Die Suche nach einem Betreiber ist schwierig.

Reinickendorfer allen Alters demonstrierten am Sonntag für die Wiedereröffnung des Strandbads am Schwarzen Weg.

Reinickendorfer allen Alters demonstrierten am Sonntag für die Wiedereröffnung des Strandbads am Schwarzen Weg.

Foto: Reto Klar

Die Wasserrutsche steht ungenutzt in der Sonne. Eis oder Pommes sucht man hier vergebens. Nur wenige Badelustige haben es sich auf dem knapp 200 Meter langen Sandstrand gemütlich gemacht. Nicht ganz legal sind sie vom Wasser, manche wohl auch über den Zaun in das geschlossene Strandbad Tegel gelangt.

Davor war am Sonntagmittag deutlich mehr los. Trotz Temperaturen von 38 Grad kamen rund 100 Menschen, um für die Wiedereröffnung der knapp 31.000 Quadratmeter großen Anlage zu demonstrieren. „Wir wollen hier ein starkes Zeichen setzen“, sagte Felix Schönebeck, Vorsitzender des Vereins „I love Tegel“, der zum Protest aufgerufen hatte.

Arbeiterstrand nach Schließung zunehmend überfüllt und vermüllt

Es gelte, den Finger immer wieder in die Wunde zu legen. „Viele Familien wollen eben nicht, dass Kinder zwischen Zigarettenstummeln und Bierflaschen plantschen“, so der 29-Jährige, der auch für die CDU in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung sitzt. Die freien Badestellen am Tegeler See, insbesondere der benachbarte Arbeiterstrand, seien seit der Schließung vollkommen überfüllt und zunehmend vermüllt.

Schönebeck kämpft seit Jahren für die Wiedereröffnung des Strandbads, das 2016 wegen gestiegener Umweltauflagen im Wasserschutzgebiet geschlossen wurde und nun für 1,7 Millionen Euro saniert werden muss. „Wir sind ein bisschen am Ende unseres Lateins“, räumte er nun etwas resigniert ein. Eine Unterschriftensammlung, Briefe an und Gespräche mit den Verantwortlichen bei den Berliner Bäderbetrieben (BBB) und beim Berliner Senat hätten bislang nichts gebracht.

Bäderbetriebe reagierten nicht auf Angebot von „I love Tegel“

Im vergangenen Sommer hatte sich der Verein selbst als Betreiber angeboten – zunächst provisorisch mit einer mobilen Toilettenanlage. Bei den Bäderbetrieben fand sich jedoch laut Schönebeck kein Ansprechpartner bis die Saison vorbei gewesen sei.

„Sich zu nehmen, was man nehmen will, könnte Erfolg haben“, schlug einer der Demonstranten vor und verwies auf den angrenzenden Flughafensee. Hier hatten Badelustige bereits vor mehreren Jahrzehnten Zäune abgebaut und sich das Gewässer zum Schwimmen erschlossen. Ein Zustand, der erst im Nachhinein legalisiert wurde. Klar war unter den Protestlern jedoch, dass eine frei Badestelle nur eine Zwischenlösung sein könnte. Langfristig brauche es wieder einen Betreiber.

Bäderbetriebe suchen privaten Investor

Der soll nun mit einem Interessenbekundungsverfahrens gefunden werden. Das war im Herbst 2018 gestartet und soll Ende 2019 in die zweite Phase gehen. Laut BBB haben drei private Interessenten tragfähige Konzepte vorgelegt. Unklar scheint aber, ob der neue Betreiber die Sanierungskosten allein tragen muss. Zuletzt war eine Unterstützung durch Landesmittel im Gespräch. Laut Schönebeck soll es die jedoch nicht geben. Das habe er im Gespräch mit einem der Interessenten erfahren. Daher glaube er nicht, dass sich ein Betreiber findet.