Reinickendorf
Erweiterung

Hospiz, Komfortstation, Ärztehaus und eine Kita

Auf dem Gelände des Caritas-Krankenhauses Dominikus in Hermsdorf wird sich in den kommenden Jahren einiges verändern.

Auf dem Gelände des Caritas-Krankenhauses Dominikus entsteht das erste Hospiz in Reinickendorf.

Auf dem Gelände des Caritas-Krankenhauses Dominikus entsteht das erste Hospiz in Reinickendorf.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf.  Die Geschäftsführung des Caritas-Krankenhauses Dominikus hat sich einiges vorgenommen. Eines kann man jetzt schon sagen: So, wie die meisten das Gelände der Klinik heute kennen, wird es nicht mehr lange aussehen – das zeigen die vorläufigen Pläne. Entstehen wird der Gesundheitscampus Dominikus.

Im ersten Hospiz in Reinickendorf können voraussichtlich Anfang 2020 die ersten Patienten betreut werden, der Rohbau steht bereits. Betrieben wird das Hospiz von der Caritas Krankenhilfe. Das Gebäude für unheilbar kranke Menschen entsteht derzeit neben dem denkmalgeschützten Katharinenhaus aus dem Jahr 1898, in dem bis zur Fertigstellung noch die Gärtner die Räume nutzen. Das alte Gebäude wird nicht von dem angrenzenden Neubau verschluckt, sondern sich in das Bild einfügen. Der Plan sieht vor, die Außenfassade des 4,5 Millionen Euro teuren Hospizes schlicht zu halten, Backsteine und die Farbe Weiß werden dominieren.

16 Zimmer mit Balkon oder Terrasse

Jedes der 16 Zimmer hat entweder einen Balkon oder eine Terrasse. 14 sind für die Gäste, wie sie genannt werden (Hospiz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Gastfreundschaft), und zwei für Angehörige. Im Katharinenhaus entstehen Büros und Gemeinschaftsräume, ein verglaster Übergang zwischen historischem Gebäude und Neubau sorgt für viel Licht und ein begrünter Innenhof sowie die angrenzende Parkanlage lädt zum Verweilen ein.

Für die Gäste steht während des Aufenthaltes die ärztliche Versorgung, Pflege sowie eine psychosoziale Betreuung für 24 Stunden an sieben Tagen die Woche zur Verfügung. Um einen nahtlosen Übergang gewährleisten zu können, wurde im vergangenen Jahr eine Palliativstation mit acht Betten eingerichtet. Ab 2020 sollen sechs weitere Betten hinzukommen.

Endoskopie und Funktionsdiagnostik wird für eine Millionen Euro modernisiert

Eine große Maßnahme mit circa einer Millionen Euro ist die Modernisierung der Endoskopie – Untersuchung von im Körperinnern liegenden Organen mit Hilfe einer Kamera – und der Funktionsdiagnostik. Bis Ende des Jahres soll der Bereich fertiggestellt sein. „Damit verbunden sind diverse Umbauten der Räume, aber auch die Beschaffung etlicher Medizingeräte. Jetzt sind wir noch auf dem alten Stand der Technik, weil nie Mittel dafür da waren“, erklärt Marina Mikuszewski, stellvertretende Verwaltungsdirektorin der Caritas-Klinik Dominikus.

Gesundheitscampus mit 20 Praxen und einer Apotheke

Ein großes Projekt ist auch der Gesundheitscampus. 20 Praxen, eine Apotheke, ein Sanitätshaus, ein ambulantes OP-Zentrum und Parkplätze sollen bis 2020 in Absprache mit den Anwohnern geplant und errichtet werden. „Wir haben acht niedergelassene Ärzte, die schon zugesagt haben, wie ein Kinderarzt“, sagt Mikuszewski. Einige Anwohner befürchten, dass etliche Bäume gefällt werden müssen. „Der Baumbestand ist wild gewachsen und diese Fläche ausgewiesenes Bauland“, erklärt der technische Leiter, Olaf Schüle.

Flächendeckendes Wlan, Flachbildschirme und mehr Komfort

Weiter soll die Rettungsstelle „aufpoliert werden“, sagt Mikuszewski. Der Ruf sei nicht gut gewesen, so dass die Feuerwehr die Rettungsstelle nicht so oft angefahren hätte. Neues Personal und einen neuen Leiter gibt es bereits. Im September dieses Jahres wird eine Komfortstation eröffnet. Heißt: Für 700.000 Euro entstehen aufgrund einer hohe Nachfrage sechs Doppel- und sechs Einzelzimmer. „Wir konnten unseren Patienten bislang nicht so viel bieten. Sie haben Röhrenfernseher und auch sonst nicht viele Komfortmerkmale“, sagt Mikuszewski. Dort werden die Betten nach Nachfrage belegt und stehen allen Fachbereichen zur Verfügung. Für alle Patienten wird in diesem Jahr flächendeckendes Wlan eingerichtet, wofür die Klinik Fördermittel in Höhe von 65.000 Euro bekommen hat – insgesamt betragen die Kosten 500.000 Euro.

350 Ausbildungsplätze mehr an der Caritas Akademie

Ab dem Jahr 2020 werden die Geriatrie und das Alters-Traumatische-Zentrum weiter ausgebaut sowie die ambulanten Leistungen wie Reisemedizin und ein Präventionszentrum, zum Beispiel für ein Prostata MRT, etabliert. Mehr Ausbildungsplätze wird es auch an der Caritas Akademie in Wilhelmsruh geben – in Planung sind zu den bereits bestehenden 256 Plätzen, dass in Kooperation mit der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung Pankow 350 Plätze hinzukommen. „Natürlich hoffen wir von dem zusätzlichen Nachwuchs profitieren zu können. Mitarbeiter zu finden wird immer schwerer“, weiß Marina Mikuszewski.

Das Bordingshaus wird ab 2020 komplett saniert und die 40 Ein-Zimmer-Appartments für Mitarbeiter zur Überbrückung, für Angehörige von Patienten und für Bedürftige zur Verfügung gestellt. Ebenfalls auf dem Gelände entsteht ab dem Jahr 2022 ein Kindergarten mit 60 Plätzen, in dem nicht nur Kinder von Mitarbeitern, sondern auch betriebsfremde Kinder betreut werden sollen.

Tumorzentrum wird ab Oktober etabliert

Unabhängig von baulichen Maßnahmen, wird sich auch im medizischen Bereich einiges ändern. Ab Juli gibt es mit Dr. Andreas Pappas einen neuen Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie. Auch wird unter anderem ab Juli der Bereich Sportmedizin angeboten und ab Oktober ein Minimalinvasives-Endoskopisches-Tumorzentrum etabliert.